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Bäume über Bäume und sonniges Zwielicht - Henning Uhle Bäume über Bäume und sonniges Zwielicht - Henning Uhle

Ist das Thema der nachhaltigen Forschung schon beendet?

Man hat Bäume twittern lassen oder Pflanzen mit Robotern beim Wachsen geholfen. Und man hat mit Blumen blumisch gesprochen. Und was bleibt am Ende? Wie ist das? Gibt es in dem Bereich nichts mehr zu forschen? Nachhaltige Forschung in dem Bereich scheint nicht mehr weiter zu gehen. Warum ist das so? Ich kann mir da keinen Reim drauf machen. Aber ich kann das mal in Erinnerung rufen. Schauen Sie mal.

Twitternde Bäume

Das Projekt STReESS wurde viel beachtet. Man versah Bäume mit Sensoren und Elektronik und einer Internetverbindung und ließ sie twittern. Sie haben sozusagen „Ich habe Durst“ oder etwas in der Art getwittert, wenn der Boden, in den sie ihre Wurzeln steckten, zu trocken war. Leider ist seit einem halben Jahr da nichts mehr zu vermelden. Schade eigentlich, es hätte vielversprechend sein können. Warum da nicht weiter gemacht wird, ist mir nicht klar. Vielleicht gibt es eine einfache Erklärung dafür.

Mit Blumen sprechen

Ebenso vielversprechend waren die Erzählungen darüber, dass es Forschern gelang, mit Blumen zu sprechen. Das Project Florence, das von Microsoft finanziert wird, hatte festgestellt, dass es möglich ist, die Botenstoffe, die Blumen aussenden, um etwas mitzuteilen, in elektrische Signale umzuwandeln. So konnte man dann auch in die Gegenrichtung Pflanzen etwas mitteilen. Schade eigentlich, dass da nicht mehr viel dabei herauskam. Das muss nichts bedeuten, vielleicht geht es ja noch irgendwann weiter.

Roboter, die Pflanzen lenken

Wie Science Fiction klingt das Projekt „Flora Robotica“ der Universität Paderborn. Hier lenken kleine Roboter Pflanzen derart, dass diese in eine bestimmte Richtung wachsen. Damit kann erreicht werden, dass Pflanzen in vertikalen Gärten nicht verkümmern. Das Ganze geschieht mit einer Art Kommunikationsnetzwerk zwischen Menschen, Pflanzen und Robotern. Menschen steuern die Roboter, damit diese die Pflanzen in eine bestimmte Richtung lenken. Und die Pflanzen teilen mit, wenn sie etwas brauchen. Leider kam da auch nichts neues.

Kommt da noch was?

Ich hatte ja angekündigt, mich mehr mit solchen Themen beschäftigen zu wollen. Jetzt sind bei diesen drei beispielhaften Projekten aus dem letzten Jahr teilweise mehrere Monate vergangen, seitdem es etwas zu berichten gab. Die spannende Frage ist da: Kommt da noch was? Wer sich mit der Materie beschäftigt, stellt fest, dass das immer langwierige Projekte sind. Und insofern kann es schon sein, dass es etwas bis zur nächsten Wortmeldung dauert. Ich hoffe, dass die Forscher dran bleiben, denn diese Projekte können in der Zukunft und aktuell helfen.

Wem nützt so etwas?

Das ist ja immer die spannende Frage. Wer hat etwas davon, dass solche Forschungsprojekte durchgeführt werden? Es ist ja nicht nur, dass damit der Forschergeist befriedigt wird. Es ist auch keineswegs nur so, dass der Mensch irgendwas zu Angucken bekommt. Man kann ja solche Dinge durchaus mit einem praktischen Nutzen hinterlegen. Und hier wird dann die Sache ziemlich ernst. Was wäre denn, wenn man es erreichen könnte, dass der Hunger auf der Welt gelindert werden könnte? Wäre das so außergewöhnlich?

Die twitternden Bäume könnten ja der Welt mitteilen, dass es in der Region zu wenig geregnet hat. Das würde dann die Wassersysteme, die man freilich vorher bauen müsste, steuern. Nehmen wir mal an, dass Meerwasser an den Küsten Somalias entsalzt und gereinigt wird und ggf. gespeichert wird. Nehmen wir an, dass Regenwasser in den Zeiten, in denen es regnet, aufgefangen und ggf. gespeichert werden kann. Nehmen wir an, dass ggf. Stauseen, die es ja in Afrika ebenfalls gibt, angezapft werden können. Und all das Wasser könnte bedarfsgerecht verteilt werden.

Das Alles würde man ja mit Sensoren steuern können. Ob damit die dauernde Trockenheit besiegt werden kann, weiß ich nicht. Und die Implementierung wird sicherlich dauern. Aber es wäre zumindest eine theoretische Möglichkeit, um das Elend in Somalia und so vielen anderen Ländern zu lindern. Wasser ist der Saft des Lebens. Gibt es kein Wasser in diesen Ländern und Regionen, wird es auch bald kein Leben mehr geben. Ich sage nicht, dass es mit solchen Projekten wie den oben beschriebenen funktioniert, aber eine Besserung könnte es geben.

Und die Steuerung der Pflanzen mit kleinen Robotern könnte dafür genutzt werden, auch an Mauern oder Hauswänden Nutzpflanzen angebaut werden können. Ja, es klingt ein wenig abenteuerlich. Aber ist es so abwegig, die Mauer zwischen Honduras und Mexiko mit Tomatenstauden zu bepflanzen? Über die Lichtsignale aus den Botenstoffen melden die sich schon, wenn irgendwas mit ihnen nicht stimmt. Man darf ja wenigstens mal darüber nachdenken.

Und am Ende könnte man mit all dem nicht nur etwas für den Forschergeist tun. Man könnte auch handfest etwas für die Umwelt und gegen den Hunger tun. Für die Umwelt ist das Ganze ja gut, da mehr Pflanzen eine sauberere Atmosphäre bedeuten. So haben unterm Strich alle etwas davon. Ich bin mir nicht sicher, ob das die Intention hinter solchen Forschungsprojekten ist. Aber sie würden jedenfalls in die richtige Richtung zeigen. Wenn man es denn konsequent durchziehen würde.

Fazit

Das Fazit ist halt: Es gibt solche Projekte, die wie reine Spinnerei mit Pflanzen und Internet-Budenzauber wirken. Sie könnten aber einen ganze praktischen Nutzen haben. Gerade bei den immer wieder auftretenden Hungersnöten könnten solche Projekte einen möglichen Ausweg bilden. Allerdings müssen sie mit mehr Konsequenz und mit allen möglichen staatlichen und gesellschaftlichen Unterstützungsmöglichkeiten durchgezogen werden. Und da habe ich so meine Zweifel. Aber das muss ja nichts heißen, vielleicht überrascht man mich ja noch.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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