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Acceptable Ads - Screenshot von AdBlock Acceptable Ads - Screenshot von AdBlock

Macht doch mit dem Werbeblocker, was ihr wollt

Werbung im Internet ist nervtötend und böse. Sagen die Einen. Werbung ist aber nützlich zur Finanzierung von Webseiten. Sagen die Anderen. Es gibt keinen Königsweg, um es jedem recht zu machen. Werbung im Internet ist ein Zankapfel sonders Gleichen. Die Gründe sind ganz klar: Die Einen wollen weder Datenvolumen mobil damit verschwenden oder nehmen gefährliche Software-Schnipsel an, die anderen wollen einfach nur ihre Webseite mit Werbung bezahlen. Und dazwischen sollen Werbeblocker vermitteln. Tun sie aber nicht.

Ich habe noch keinen Werbeblocker gesehen, der wirklich gut arbeitet. Und das schreibe ich nicht als Webseiten-Betreiber, sondern als Internet-Nutzer. Ich habe immer wieder getestet, welche Werbeblocker man denn einsetzen kann. Die einen blocken derart viel weg, dass teilweise die aufgerufene Webseite völlig unbrauchbar wird. Die anderen lassen derart viel durch, dass man sie eigentlich auch auslassen kann. Und über allem thronen EasyList, Acceptable Ads und AdBlock Plus. Mit denen auch ein gerütteltes Maß an Werbeblockern zusammenarbeitet.

Ich war mal relativ überzeugt von AdBlock – also ohne Plus. Und dann kamen die auf einmal damit um die Ecke und erzählten einen davon, dass sie nun auch Acceptable Ads machen. Also das, wofür AdBlock Plus und die Eyeo GmbH immer wieder kritisiert wird. Und trotzdem gibt es da immer wieder Leute, die gerade AdBlock (ohne Plus) als sehr gute Alternative empfehlen. Nein, die Erweiterung ist keine Alternative, sondern Teil des Netzwerks, was gern mal als digitale Türsteher bezeichnet wird.

„Macht doch mit dem Werbeblocker, was ihr wollt“ habe ich den Artikel genannt, weil man doch eh nichts richtig machen kann. Ich bin es leid, mich über Werbeblocker aufzuregen. Das habe ich genügend gemacht. Ich werde niemandem ausreden, einen Werbeblocker zu verwenden. Aber ich werde auch keine „Anleitung“ zur Verwendung eines solchen veröffentlichen. Wer Werbeblocker verwendet, hat manchmal gute Gründe, manchmal weiß man es auch nicht besser.

Man kann aber niemandem unterstellen, durch die Verwendung eines Werbeblockers einem Webseiten-Betreiber die Wurst vom Brot zu klauen. Das stimmt einfach nicht. Wir Webseiten-Betreiber haben einfach noch kein tragfähiges Finanzierungskonzept unserer Webseiten. Es stimmt ja, dass manche Werbung irgendwelchen Kram mitbringt, der dem Nutzer in die Unterwäsche guckt. Deshalb kann ich ja die Verwendung von Werbeblockern nachvollziehen.

Aber ich möchte davor warnen, dass es Werbeblocker-Netzwerke gibt, die darüber entscheiden, was sie anzeigen und was nicht. Dort kann man Filterlisten der Betreiber zwar ausschalten, aber etwas später sind sie wieder aktiv. Und diese Netzwerke halten die Hand auf, um von Webseiten und Werbetreibenden die Angebote vollständig anzuzeigen. Vor allem die eigenen Angebote. Das gehört auch mit zur Debatte. Aber ich denke, dass Werbeblocker endlich mal zum Umdenken im Internet beitragen können.

Kein Internet-Nutzer darf denken, dass Angebote im Internet kostenlos sind. In irgendeiner Weise muss ein Internet-Nutzer immer dafür bezahlen. Schließlich erhält der Nutzer dafür auch eine Leistung. Sonst muss er auf die Leistung eben verzichten. Aber Webseiten-Betreiber dürfen auch nicht denken, dass sie einfach nur ein Werbebanner auf die Seite klatschen können und dann alles gut wird. Nur wenn es gute Inhalte gibt, kann ein Betreiber auch Einnahmen generieren. Sei es durch das Deaktivieren des Werbeblockers oder durch das Zahlen eines irgendwie gearteten Betrages.

Die Werbeblocker-Debatte ist ein dämliches Schwarz-Weiß-Malen. Es gibt keinen einfachen Weg in dieser Debatte. Zumal es ja auch unzählige Grau-Schattierungen gibt. Darum macht doch mit dem Werbeblocker, was ihr wollt. Man kann es doch eh niemandem ausreden. Nur helfen solche Anleitungen wie die oben verlinkte auch nicht weiter, weil sie das Problem nur von der linken in die rechten Hosentasche schieben, aber nicht zur Lösung beitragen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Ein Gedanke zu „Macht doch mit dem Werbeblocker, was ihr wollt

  1. Hallo Henning,
    ich habe gesehen, dass du in deinem Beitrag auf meinen Blogpost verweist und bin deshalb hier gelandet. Leider kann ich deine Kritik an AdBlock nicht ganz nachvollziehen. Ich nutze die Browser-Extension nun schon seit mehreren auf vielen Rechnern und habe bis dato noch keinerlei Probleme gehabt. Auf die Neuerung mit den Acceptable Ads wurde ich als Nutzer großzügig hingewiesen und konnte dies auch mit einem Klick abstellen. Darüber hinaus ist es mir nicht bekannt, dass sich diese Funktion „von alleine“ wieder anschaltet.

    Liebe Grüße
    Noel

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