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Man wollte das Internet kaputt machen

Stellen Sie sich vor, dass jemand vorhatte, das komplette Internet zu zerstören oder herunter zu fahren. Das glauben Sie nicht? Doch doch. Irgendeine Organisation hat das versucht. Am 30.11.2015 und 01.12.2015 wurde versucht, zentrale Server im Internet zum Kollabieren zu bringen. Es hatte aber am Ende nicht ganz geklappt. Wenn man bedenkt, dass außer Aktivitäten wie Facebook auch Industrieprozesse und Verteidigungsanlagen davon betroffen gewesen wären, kann man sich vorstellen, welche Auswirkungen das gehabt hätte, oder?

Zum genannten Zeitpunkt haben unbekannte Hacker – oder so – versucht, mit einem gigantischen Bombardement das komplette Internet abzuschießen. Weltweit liefen Zugriffe auf Webseiten und Webdienste langsamer ab und brachten oftmals Zeitüberschreitungen (Timeouts). Es handelte sich um eine der größten verteilten Attacken auf Namensserver im Internet in der Geschichte eben dessen. Die Namensserver wurden über die 2 Tage mit über 50 Milliarden Anfragen beschossen. Die davor größte Attacke dieser Art produzierte 10 Milliarden Anfragen.

Die Namensserver, die von der Attacke betroffen waren, stammen von Organisationen wie die ICANN, die US-Streitkräfte, das US-Verteidigungsministerium, NASA, der IP-Adress-Vergabedienst RIPE NCC, die Universität von Südkalifornien, das japanische WIDE-Projekt oder das schwedisches NetNod. Also insgesamt ziemlich viel. Und das hatte natürlich seine Auswirkungen. Nein, ich meine nicht Facebook. Ich meine, die weltweite Verfügbarkeit von Internetdiensten war eingeschränkt. Anfragen von Anwendern liefen zeitweise ins Leere oder wurden verzögert abgearbeitet.

Es ist völlig unklar, wer hinter dieser Attacke steckt. Die IP-Adressen, von denen die Attacke stammte, können vorgetäuscht gewesen sein. Außerdem wurden die Namensserver von verschiedensten Seiten her geflutet. Aus diesem Grund ist es nahezu unmöglich, dass jemand herausfindet, wer dahinter steckte. Es geht aber die Meinung, dass eine Regierung oder eine terroristische Vereinigung dahinter stand. Genauso gut ist es möglich, dass Hacker ein riesiges Botnetz gebaut haben und damit die Attacken durchgezogen haben. Man weiß es nicht.

Trotzdem kommen einem hier gleich mal die üblichen Verdächtigen in den Sinn: Russland, China, Islamischer Staat. Alles möglich, alles denkbar. Es wird tatsächlich schwierig sein, etwas über die Hintergründe herauszubekommen. Das Problem ist aber, dass von der Attacke gar nichts großartig bekannt wurde. Auch der Sinn und Zweck dieser Operation ist völlig unklar. Es ist aber wohl klar, dass die Zeiten im Internet rauer werden.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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