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Ein Blumentopf mit einer Hyazinthe - (C) Pezibear CC0 via Pixabay.de Ein Blumentopf mit einer Hyazinthe - (C) Pezibear CC0 via Pixabay.de

Mit Blumen sprechen – Was die Forschung alles macht

Rede mit deinen Blumen, sie werden es dir danken und prächtig blühen. Kennen Sie das? Sie haben sicher auch Ihre Eltern ausgelacht, als die sowas gesagt haben. Klar, man stellt sich ja nun nicht vor die im Bild zu sehende Hyazinthe und redet irgendwelches Zeug auf sie ein. Irgendwie wirkt das Ganze dann doch reichlich merkwürdig. Was sollen denn da die Leute sagen, die einen dabei beobachten? Was aber, wenn es da ein Forschungsprojekt gibt, das sich genau damit beschäftigt? Was ist, wenn Microsoft Research genau an so etwas arbeiten würde?

Wie wir wissen, ist ja ein Projekt im Gange, bei dem man Bäume twittern lässt. Das war schon eine sehr spannende Geschichte, wie ich finde. Microsoft geht nun ein Stück weiter. Denn es wird derzeit daran geforscht, inwieweit man sich mit Pflanzen quasi unterhalten kann. Sie werden vielleicht darüber lachen, aber das ist eine unheimlich spannende Sache. Und sie hat nichts mit Oma zu tun, die beim Abstauben der Blätter ihren Gummibaum gelobt hat, wie schön der aussieht.

Pflanzen haben wie alle anderen Lebewesen Emotionen und können auf Einflüsse reagieren. Prinzipiell teilen die dem Besitzer schon mit, dass die Musik, die gerade läuft, nicht ganz so doll ist. Das haben Forscher herausbekommen und bei Project Florence – so heißt das Forschungsprojekt, finanziert von Microsoft Research – wird genau daran gearbeitet, einen Weg der direkten Kommunikation zu finden. Und offenbar funktioniert der auch. Die Pflanzen kommunizieren ja eh untereinander durch elektrische Impulse und chemische Prozesse. Warum sollte man das nicht nutzen?

Wenn eine Pflanze also mitteilen will, dass es ihr nicht gut geht, sendet sie Botenstoffe aus, von denen die Nachbarpflanzen Notiz nehmen. Und die senden dann auch diese Stoffe aus und locken damit Insekten an, die dann zum Beispiel Schädlinge vertreiben oder vernichten. Derlei „botanische Nachrichten“ gibt es viele. Und Helene Steiner vom Project Florence hat einen Weg gefunden, um die Kommunikation der Pflanzen mit Technologie zu verbinden. Als Kunstprojekt geplant, hat sich das Ganze als Zukunftsprojekt unter dem Oberbegriff „Internet of Things“ entpuppt.

Die Pflanze muss dabei in einen Behälter gepflanzt werden. Dann können die Umweltbedingungen kontrolliert werden. Und dann – und das ist kein Witz – kann bei bestehender Verbindung zwischen dem Behälter und einem Computer auch eine Frage verfasst werden, die dann in chemische Bestandteile zerlegt wird. Die nun übersetzte Frage wird als pulsierendes Licht in verschiedenen Farben an die Pflanze gesendet. Eine Antwort ist dann die, dass die Reaktion der Pflanze elektrische Impulse sind, die gemessen und übersetzt werden können.

Jetzt denken wir das mal weiter. Wir haben also einerseits die twitternden Bäume vom europäischen Forschungsnetzwerk „Streess“, mit denen das Bewusstsein für Wald und Natur geschärft werden soll. Und wir haben andererseits Blumen, die man in Apparaturen steckt und sich mit ihnen unterhalten kann. Nein, das sind nicht einfach irgendwelche Spaßveranstaltungen, die sich irgendwelche weltfremden Freaks haben einfallen lassen. Sondern der Mensch ist eigentlich ein Wesen der Natur. Und nur im Einklang mit der Natur kann der Mensch einwandfrei leben.

Wenn Bäume twittern, kann so darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Bäume immens wichtig sind, um der Menschheit einen vollwertigen Lebensraum zu bieten. Sind die weg, fehlt ein wichtiger Bestandteil im Leben des Menschen. Und wenn Pflanzen irgendwie reagieren, wenn man mit ihnen reden will, dann gehört das irgendwie in die gleiche Richtung. Nur, wenn der Mensch die Pflanzen versteht, kann er mit ihnen zusammenleben. Der Weg ist ganz klar: Back to the Roots, zurück zu den Anfängen.

Nein, wir ziehen jetzt nicht gleich in den Wald. Aber warum sollte man nicht die technologischen Errungenschaften nutzen, um seine Umgebung besser zu verstehen? Warum sollte man nicht in Zukunft im Urlaub seine Blumen anrufen können, um sie zu fragen, ob sie noch genügend Wasser haben? Und wieso soll es dann nicht funktionieren, dass bei einer negativen Antwort automatisch eine Zimmerdrohne für Nachschub sorgt? Wer ein Pflanzenfan ist, wird sich sicherlich über solche Dinge freuen.

Das ist selbstverständlich alles Zukunftsmusik, keine Frage. Für mich gehört das Alles zum Internet der Dinge. Und das nimmt immer weiter Formen an. Schon heute können wir unsere Heizung per App fernsteuern. Unser Kühlschrank kann den Bestand an Lebensmitteln melden. Warum soll man sich da nicht mit Blumen unterhalten können? Ich meine ja nur, man soll nichts ausschließen. Und bloß gut, dass der Mensch forscht. Nur so kann man sich weiter entwickeln, oder? Was sagen Sie denn zum „Project Florence“?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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