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Die Bits und Bytes beleben das Internet - Free Photo from Morguefile Die Bits und Bytes beleben das Internet - Free Photo from Morguefile

Nachrichten, die mich wirklich interessieren

Wäre das schön, wenn es ausschließlich Nachrichten gäbe, die mich interessieren. Also jeden einzelnen Nutzer. Aber was wäre die Konsequenz? Im Internet ist vieles möglich. Vieles kann durch wenige Klicks eingerichtet werden. Aber ist es denn so, dass das dann alles so wunderbar wäre? Denken wir mal einen Moment darüber nach. Über Nachrichten der Zukunft.

Den Einen interessieren die Promis nicht, zum Beispiel wer das wievielte Kind in die Welt gesetzt hat, den anderen interessiert Sport nicht. So ist das nun mal. Bislang musste man sich durch Nachrichtenströme kämpfen und mühsam das wegklicken, was den einzelnen Nutzer eben mal nicht interessiert. Ginge es nach Markus Beckedahl, wäre das Alles ganz anders. Dann würden nämlich nur noch für den einzelnen Nutzer relevante Nachrichten im Nachrichtenstrom erscheinen. Aber wäre das so etwas geiles?

Ernsthaft: Da fordert einer, der sich für Meinungsfreiheit und Netzpolitik und all das einsetzt, eine Möglichkeit, dass Nachrichten personalisiert und individualisiert erscheinen. Wenn quasi irgendein Nutzer kein Interesse an Technik-Themen hat (was ja durchaus nachvollziehbar ist), dann bekommt dieser Nutzer nach dem Abonnement von Nachrichtenmagazin AEIOU zwar alle Nachrichten angezeigt, aber reduziert um technische Themen. Oder anders gesagt, der Nutzer bekommt dann nur die Nachrichten der Themen angezeigt, die ihn interessieren könnten.

Macht das Google nicht schon? Ich meine, unterm Strich macht ja Google folgendes: Aufgrund des Nutzungsverhalten bekommt ein Nutzer die Inhalte und Nachrichten angezeigt, die den Nutzer interessieren könnten. Andere werden weiter hinten in den Suchergebnissen angezeigt. Oder ausgeblendet. Voraussetzung ist, dass Nutzerdaten gesammelt werden. Oder anders gesagt, der Nutzer erlaubt das Tracking mit Cookies. Und derjenige, der sich vehement immer gegen so etwas gewehrt hat, findet so etwas ziemlich cool? Hab ich irgendwas verpasst?

Die Lösung wäre wohl die Filterblase. Mit der Filter Bubble kann ich mithilfe von Filter-Mechanismen zum Beispiel Synchronschwimmen oder Promi-Hochzeiten ausblenden, weil mich das wirklich nicht interessiert. Aber: Unterm Strich läuft das Alles auch wieder automatisiert ab. Und somit wird das Nachrichtenbild verzerrt, wie ich es selbst erleben durfte. Nachrichten in der Filter Bubble bilden nur einen mehr oder minder großen Ausschnitt dessen, was sich wirklich auf der Welt tut. Dann entscheide ich doch lieber selbst, was ich lesen will und was nicht, und lasse mir lieber alles anzeigen.

Individualisierte und personalisierte Nachrichten wären etwas großartiges, wenn nicht die Gefahr bestünde, dass dann relevante Geschehnisse doch wieder ausgeblendet werden, weil irgendwer oder irgendwas der Meinung ist, dass das nicht interessant für den Nutzer ist. Nein, dann ignoriere ich lieber die Strass-besetzten Kleidchen der Promis weg. Das ist weniger störend, als wenn mir irgendwelche Dinge aufgrund von Filtern und / oder Nutzungsverhalten vorenthalten werden. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Sie etwa?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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