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Logo des Konzerns Samsung - By Samsung (http://www.samsung.com) [Public domain], via Wikimedia Commons Logo des Konzerns Samsung - By Samsung (http://www.samsung.com) [Public domain], via Wikimedia Commons

Redeverbot für Samsung SmartTV Käufer

Unglaublich, aber wahr: Käufer eines Samsung SmartTVs sollten besser vor dem teuren Fernseher nicht reden. Das empfiehlt auch Samsung selbst. Ein Samsung SmartTV hat stets und ständig die Lauscher an und sendet das gesprochene Wort an Server, wo dieses verarbeitet und kategorisiert wird. Und sonst so?

Ich lasse eigentlich keine Gelegenheit aus, um über Samsung zu schimpfen. Diesmal breche ich eine Lanze für den südkoreanischen Tante-Emma-Laden. Denn eigentlich machen sie nichts schlimmes. Sie weisen auf – nun ja – Risiken und Nebenwirkungen hin, die beim Gebrauch ihrer Geräte auftreten können. Und das Mithören muss einfach mal sein. Wie soll denn sonst die Glotze smart – also schlau – werden? Der SmartTV muss lernen. Das ist nun einmal so. Nimm’s hin oder schalte es ab.

Ja, schalten Sie es ab, wenn es sie stört. Es geht um die Sprachsteuerung bei den Geräten. Fernbedienung war gestern, Sprachsteuerung heute. Man muss nicht mal wie Captain Jean-Luc Picard vom Raumschiff USS-Enterprise auf das Abzeichen auf der Brust drücken. Sondern wenn die Sprachsteuerung – heißt die noch S-Voice? – aktiv ist, dann ruft man der Glotze seinen Wunsch zu. Eh, Glotze, mach einen guten Film – Nein, das ist kein guter Befehl. Aber vielleicht das Umschalten auf die präferierte Nachrichtensendung oder das gebuchte Online-Videoangebot.

Und für diese Sprachsteuerung gibt es einen Hinweis in den Nutzungsbedingungen. Der erzählt davon, dass der Fernseher das gesprochene Wort erfasst und speichert. Samsung sei wohl berechtigt, solche Dateien auf den Systemen zu erfassen. Wenn dann eben sensible Dinge besprochen werden, werden die eben auch mit erfasst. Punkt, aus, Ende. Natürlich noch ein Haufen Blabla drumherum, aber vom Prinzip her ist es das.

Der Blog Netzpolitik.org tut dabei fast so, als brauche man nun in Gegenwart eines Samsung SmartTVs einen Aluhut. „Schöne neue Fernsehwelt„, heißt es dort. MMNews spricht gleich erst einmal eine fette Warnung zu dem Umstand aus. In der Newscouch lese ich, dass man die neue Bequemlichkeit nicht nur mit Geld, sondern auch mit seiner Privatsphäre bezahlt.

Sie sind überall! Sie lauschen uns zu Tode! Sie sind böse! Alles Assassine! Rette sich, wer kann! Der Himmel stehe uns bei! Wo ist der Aluhut, wenn ich zwischen „Sportschau“ und „Deutschland sucht den Superstar“ umschalten will und zu faul bin, auf die Fernbedienung zurückzugreifen?

Wer nicht will, dass man ihm zuhört und jedes Wort aufgezeichnet wird, der soll halt diese Sprachsteuerung ausschalten. Wer zu faul ist, die Fernbedienung zu verwenden, der schaltet die Sprachsteuerung an und akzeptiert damit, dass der Fernseher generell mithört. Wer hat denn ernsthaft etwas anderes gedacht? Der Sascha Ostermaier hat beim Caschy einmal die Panikmache demaskiert. Fazit: Schalten Sie die Sprachsteuerung aus, damit der Fernseher seine Ohren zu macht.

Aber der bequeme Konsument will lieber alle Vorzüge nutzen. Dass das auch mal Nachteile mit sich bringt, will der Konsument nicht akzeptieren. Wie soll das Gerät auf Sprachbefehle reagieren, wenn es nicht ständig mithört? Und wie soll das Teil besser werden, wenn nicht jedes Wort aufgezeichnet werden soll? Das erkläre man mir. Ich habe keine sinnvolle Erklärung gefunden.

Bildquelle: Logo des Konzerns Samsung – By Samsung (http://www.samsung.com) [Public domain], via Wikimedia Commons

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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