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Überall sind Abmahnfallen

Es betrifft meistens nur kleine Blogs ohne Lobby: Die Abmahnfallen schnappen immer wieder zu. Das ist ein großes Problem im weiten Internet. Das Problem an der Sache ist aber, dass meistens nicht das Wort „Abmahnung“ dabei steht. Aber faktisch ist es eine. Man wird zur Zahlung von Betrag X und zur Abgabe einer Erklärung, die das künftige Unterlassung beschreibt, aufgefordert. Was soll das anderes als eine Abmahnung sein? Und immer wieder tappen Blogger in die Falle. Und wenn nicht die, dann aber immer mal wieder Privatpersonen.

Es gibt einige einschlägige Anwaltskanzleien, die – soweit ich das mal mitbekam – nichts anderes tun, als das Internet mit irgendwelchen technischen Hilfsmitteln abzugrasen und dann solche Briefchen zu verschicken, in denen sie Geld fordern. Wo der Rechtsverstoß eindeutig ist, gibt es ja eigentlich keinerlei Diskussionen. Aber was wäre denn, wenn das keineswegs so eindeutig ist? Was wäre, wenn eine Falle gelegt wurde, in die Blogger und Co. ganz schnell mal tappen können?

Ein aktuelles Beispiel habe ich im Blogger Leander Mondre gefunden. Der pausiert erst einmal seinen Blog, weil er eine Abmahnung bekommen hatte. Der hatte bei kostenlosen Cliparts ein Bild gefunden und es genutzt. Nun soll er dafür 5000 Euro zahlen. Für ein kostenloses Clipart? Nein, da stimmt etwas nicht. Mal abgesehen davon, ob denn wirklich das Bild ein kostenloses war. Selbst wenn nicht, kommt mir der Betrag ein wenig viel zu hoch vor. Darum kann ich verstehen, dass er das erstmal klären will.

Ein anderer Blogger hat aber festgestellt, dass ohne Nennung der Quelle Bilder von ihm verwendet wurden. Dagegen hat er sich gewehrt. Eine Kontaktaufnahme mit demjenigen, der da die Nennung nicht vorgenommen hatte, blieb mehrfach ohne Reaktion. Und da fordert er nun sein gutes Recht. Als wäre es zu viel verlangt, dass man die Quelle angibt, woher das jeweilige Original stammt. Gerade bei kommerziellen Seiten kann man das von den Betreibern eigentlich erwarten.

Da ich selbst schon mal wegen ähnlichem angeschrieben wurde, nenne ich immer meine Quellen. Auch bei lizenzfreien Bildern, wie die bei Pixabay oder Morguefile. Ich nehme einfach mal an, das macht auch ein Großteil der anderen Blogger. Und wenn man sich nach der jeweiligen Lizenz richtet, sollte eigentlich auch nichts schlimmes passieren. Warum dann weiterhin solche Abmahnungen passieren, ist mir nicht klar. Man kann eigentlich nichts weiter tun, als sich genauestens über die Nutzungsbestimmungen zu informieren, wenn man Fremdmaterial verwenden möchte. Oder man verzichtet darauf. Oder sehe ich das falsch?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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