Skip to main content
Mit Werbung vollgepflastert - (C) PublicDomainPictures CC0 via Pixabay.de Mit Werbung vollgepflastert - (C) PublicDomainPictures CC0 via Pixabay.de

Warum ich keinen Werbeblocker hier blockieren werde

Ja, man kann so schön auf die Werbeblocker schimpfen, wenn man wie ich eine Webseite betreibt. Aber das hilft doch irgendwie keinen Schritt in der Sache weiter. Es gibt aber noch so einiges mehr, was man beachten sollte, wenn die eigene Webseite auf Besucher stößt, die mit Werbeblockern unterwegs sind. Das ist gar nicht mehr so einfach wegzuwischen, wie man als Webseiten-Betreiber vielleicht denkt.

Es ist doch völlig klar, dass man es als Betreiber einer Webseite besser finden würde, wenn jeder Besucher der eigenen Webseite den Werbeblocker ausgerechnet hier ausschalten würde. Weniger Werbeblocker bedeuten dann sicherlich mehr Werbeeinnahmen. Ist es denn wirklich so einfach? Und stimmt das denn? Der Gebrauch von Werbeblockern geht allmählich zurück. Als ob das eine richtige „Pest“ war. Was inzwischen klar ist: Das ist nie so gewesen. Es sollen wohl nur 20% aller Webseiten-Zugriffe durch Werbeblocker gefiltert sein.

Das bedeutet doch für meine Seite, dass 80% aller Zugriffe ohne Werbeblocker erfolgt sind. Ist das jetzt also so etwas schlimmes? Ich denke nicht. Denn für meine Seite würde es bedeuten, wenn auch alle anderen den Werbeblocker ausschalten, wenn sie hierher kommen, nur ein paar Groschen mehr Werbeeinnahmen zu generieren. Also nichts, weshalb man ein riesiges Fass aufmachen muss. Und nichts, weshalb ein Webseiten-Betreiber all die Besucher aussperren muss, die mit Werbeblockern die Webseite besuchen könnten.

Und genau hier muss man jetzt einhaken. Was verschiedene Webseiten da tun, könnte durchaus europarechtlich zweifelhaft sein. Wenn da Webseiten daherkommen und ein „Du kommst hier nicht rein“ einblenden, wenn man sie mit aktiviertem Werbeblocker aufruft, könnte diese Praxis gegen geltendes Recht verstoßen. Denn diese Blockierungen können ja nur wirksam werden, wenn die Webseiten auf das besuchende Gerät (also Computer, Smartphone und Co.) zugreifen und schauen, ob dort so ein Werbeblocker aktiv ist. Und das schadet der Privatsphäre.

Das sind alles Dinge, die man bedenken muss, wenn es um Werbeblocker vs. Webseiten geht. Klar, ich kann weiter auf Werbeblocker und die teils kruden Netzwerke dahinter schimpfen. Aber es hilft ja nichts. Wenn ich so an meine Artikel hier zurückdenke, dann kann ich nur immer wieder sagen: Die Webseiten-Betreiber der Vergangenheit haben das verschuldet. Ich kann jeden verstehen, der eine Webseite mit einem Werbeblocker besucht. Ich mache das nicht anders und schalte den nur bei ausgewählten Seiten aus.

Man muss keinen Werbeblocker benutzen, hinter dem ein großes, teilweise zwielichtiges Netzwerk steht. Aber als Betreiber einer Webseite hat man einfach keine rechtliche Handhabe, Besucher auszusperren, die ein solches Tool einsetzen. Und da erstmal der Besucher durchsucht wird und dann eventuell aufgrund der Durchsuchung ausgesperrt wird, begibt sich ein Webseiten-Betreiber auf schmales Geläuf. Das ist mir einfach nichts. Wer die Dinger nutzt, soll das machen. Aussperren hilft nichts. Also was soll’s?

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 0 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.