Was das Bloggen so kostet

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Ich erhalte ja immer wieder Fragen, warum ich denn Werbebanner einblende und ob ich mit dem Blog reich werden will. Da muss ich antworten. Denn irgendwie klingt da ja mit, dass ich mir da eine goldene Nase mit meinem Blog verdiene. Dem ist aber nicht so. Und das möchte ich mal kurz klarstellen.

Ich schrieb ja bisweilen davon, dass ich mal den einen oder anderen bezahlten Artikel hier veröffentlicht habe. Es war immer meine Meinung zu einem Thema, nur dass es mir noch ein paar Groschen eingebracht hat. Das ist nun alles nicht so das große Geld, das kann ich Ihnen flüstern. Trotzdem hat man mir da schon vorgeworfen, mich verkauft zu haben. Aber das weise ich mal ganz weit weg. Denn das Bloggen kostet ja auch Geld. Und zwar ungefähr so:

  • Das Webhosting kostet 78 €/Jahr
  • Ich habe mir für das Bloggen vor einer ganzen Weile ein neues Notebook gekauft. Für 369 €.

Aber das ist noch nicht alles. Denn hier kommen ja noch Arbeitszeiten dazu. Und über die redet eigentlich niemand. Wenn ich da jetzt mal 10 Artikel hernehme, dann kostet mich das an Zeit:

  • Recherche: 10 Stunden
  • Verfassen: 10 Stunden
  • Korrektur lesen: 5 Stunden
  • Bildersuche, Bilderanpassung etc.: 5 Stunden

Dazu haben wir noch weitere Zeiten, die da diese sind:

  • Kommentare beantworten: 2 Stunden
  • Pflege der sozialen Netzwerke: 2 Stunden
  • Pflege und Wartung von WordPress: 10 Stunden
  • Email-Korrespondenz: 3 Stunden

Sodass wir bei meinetwegen täglich einem Artikel auf 30 Artikel im Monat kämen, was das Dreifache der obigen Zeit wäre. Oben sind 30 Stunden angegeben, also wären das 90 Stunden im Monat. Dazu noch die weiteren Zeiten im Monat in Höhe von 17 Stunden. Damit stehen also 107 Stunden zu Buche.

Unabhängig von der Qualität meines Blogs und unabhängig von dem, was ich in meinem richtigen Beruf verdiene, und unabhängig von Internet-Kosten, Anschaffungskosten für Notebook etc., nehme ich einfach mal den Mindestlohn von 08,50 €/Stunde an. Also rechnen wir mal für einen Monat:

  • Arbeit mit Artikeln: 90 Stunden x 08,50 € = 765 €
  • Weitere Zeiten: 17 Stunden x 08,50 € = 144,50 €
  • Webhosting 78 €/12 Monate = 06,50
  • Gesamt = 916,00 €

Die 916 € kostet der Blog im Monat. Die Werbebanner bringen mir maximal 20 € im Monat ein, weil die meisten Leser diesen Blog mit Werbeblocker aufrufen. Und ich werde beschimpft, weil ich hier und da mal was dazu verdiene? Ich müsste viele bezahlte Artikel verfassen, damit ich bei +/- Null herauskomme.

Bloggen kostet jede Menge Zeit. Ich mache es gern, keine Frage. Aber es soll niemand vergessen, dass so eine Webseite auch jede Menge Zeit kostet. Das ist durch nichts zu ersetzen. Darum finde ich es unfair, wenn mich dann Leute beschimpfen, ich würde Wegelagerei betreiben, indem ich Werbung einblende.

Die oben dargestellte Rechnung ist nur leicht schematisch. Man kann das Ganze noch weiter auseinander nehmen. Aber das war jetzt nicht mein Ziel. Mein Ziel war es, der Kritik entgegen zu wirken, die mir entgegen schlägt, weil ich Werbebanner einblende und mir ab und zu mal was mit dem Bloggen dazu verdient habe. So wie übrigens auch GourmetGuerilla. Ich denke, das sollte jeder wissen. Oder wie sehen Sie das?

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Über Henning Uhle
Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

15 Kommentare

  1. Gut geschrieben lieber Henning. Mach einfach weiter so :)

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  2. 10 Stunden Pflege von WordPress? Im Monat? Wow…, was machst Du? ;-)

    Ich tue mich mit den Kosten für den Aufwand bei solchen Aufstellungen schwer, auch in der Aufstellung von GourmetGuerilla. Ich betreibe meinen Blog als Hobby, und da investiere ich die Zeit gerne rein und käme selber nicht auf die Idee, diese vorzurechnen. Wobei die Intention, dem Leser mal zu verdeutlichen das so ein kostenloses Informationsportal auch Zeit und Geld kostet, sehr wohl verständlich und sinnvoll ist.

    Bei „gewerblichen“ Bloggern, die davon leben oder es ein fester Bestandteil der monatlichen Einnahmen ist, sieht das ein wenig anders aus. Nur passen dann die 8,50 meiner Meinung nach nicht, dann ist das zu wenig. Denn die „verlorene“ Zeit durch administrative oder organisatorische Aufgaben muss ja mit finanziert werden durch die Einnahmeseite.

    Was die anderen Punkte wie Hosting, Software, kostenpflichtige Plugins usw. angeht stimme ich voll zu. Ebenso anteilig Kosten für Arbeitsgeräte wie Notebook, der Internetzugang oder gerne auch das Handy. Solche Dinge liste ich auch auf, allerdings nicht öffentlich. Dies alleine schon wegen dem Gewerbe, was man ja haben sollte, wenn man ab und zu mal einen bezahlten Werbelink setzt.

    Ich bin schon zufrieden, wenn am Ende des Jahres eine schwarze Null steht. Ich bin aber auch, zum Glück, nicht abhängig von Einnahmen auf dem Blog. Einige Kooperationen, die bei uns zu sehen sind und demnächst erscheinen, sehe ich auch ein wenig als Experiment um zu sehen, was möglich sein könnte.

    LG Thomas

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  3. Andere Hobbys kosten auch Geld … warum will ziemlich oft der Mittelpunkt des Internets … also die Blogger … das irgendwer für ihr Hobby gefälligst die Rechnung zu zahlen hat? Wenn euch Hobby-Bloggern eurer Hobby zu kostspielig ist, dann macht einfach den Blog dicht, aber jammert und rechtfertigt euch nicht warum ihr Werbung machen müsst.

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    • Also ist es okay ein Hobby zu haben, mit diesem Geld zu verdienen hingegen nicht? Kein Sport mehr im Fernsehen, weil keine Profi-Sportler. Keine Turniere mit Preisen. Kein Wettkampf zwischen Photoshoppern, Pixlern oder Zeichnern? Warum? Warum darf beispielsweise ein Zeichner sich nicht dafür rechtfertigen, mit den eigenen Zeichnungen Geld zu verdienen? Immerhin gibt diese Person auch Geld für das Equipment aus.
      Das Ziel von vielen Menschen ist es, denke ich, das Hobby oder ein Hobby zum Beruf zu machen. Warum sich dann sowas vorwerfen lassen wie es der Henning erlebt hat? Vor allem, warum einfach weg schauen und es ignorieren (das lese ich zumindest aus deinem Kommentar heraus, dass dies der richtigere Weg wäre (nicht jammern, nicht rechtfertigen)…)?

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      • So ist das eben mit denjenigen, die keine Gelegenheit auslassen, Blogger für ihr Tun zu kritisieren. Das wird mich aber nicht daran hindern, damit weiterzumachen. Es hindert mich auch ein Herr Safferthal nicht daran. Dankeschön für den Zuspruch.

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      • Jeder soll mit dem Geld verdienen mit dem er will, aber seine Kosten einen vor den Latz zu hauen ist doch sehr fragwürdig. Aber sei beruhigt, auch unter meinen „Versandkollegen“ finde ich manches fragwürdig, zum Beispiel die Sorte Verkäufer, die in der eBay Beschreibung mit reinschreibt, dass die Versandkosten nicht nur aus x,xx Euro für DHL/Hermes/… bestehen und auch die „Bitte bewerten Sie uns mit 5 x 5 Sterne, weil das für uns lebenswichtig ist“ sind doch fast ein Fall von Fremdschämen.

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  4. […] werden. Am besten gleich vom Browser her, nicht wahr? Gestern habe ich noch darüber geschrieben, was das Bloggen so kostet, und heute lese ich von einem Browser, der einen Werbeblocker gleich mal mitbringt. Und das vor dem […]

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  5. …noch einer, der diese Woche erklärt, was das Bloggen kostet. Ich wiederhole mal, was ich auch bei Mel Buml und Kai Thrun und in der Facebook-Gruppe „Erfolgreich Bloggen“ schon geschrieben habe:

    Wenn ich meinen Lesern anfange zu erklären, was mich das Bloggen im Monat kostet, höre ich sofort damit auf und mach ’ne Pommesbude auf!

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  6. […] 01 Chris von Doktorsblog: Warum es mit Blogs in Deutschland nie was werden kann … 02 Honigtropfen: Was kostet mein Blog? 03 Sven vom Inselblog: Was kostet dieser Blog? 04 Daniel von Social Secrets: Die unverschämte Unverhältnismäßigkeit der Anderen 05 Sven von Pop64: Was mein Blog kostet 06 tinted ivory: Nur dicke Zahlen? – kontroverses Thema: Kosten eines Blogs 07 Anarchistelfliege: Dieses “was ein Blog im Monat so kostet” 08 Don Dahlmann: Bloggen & Geld 09 Shopblogger.de kostet genau 0 Euro 10 Henning Uhle: Was das Bloggen so kostet […]

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  7. An die Kritiker , was ein Blog kostet ist mir im prinzip total Wurst! Henning Uhle hat seinen Lesern wie mir, nur mal zum Besten gegeben was sein Blog so kostet, nicht mehr und nicht weniger! So wie er das tat ist es wenigstens transparent! Es ist sein gutes Recht zu schreiben worüber er will! Wem sein TEXT nicht passt muss ihn nicht lesen!

    Zum Thema:

    Ich zahle knapp 60 Euro und lege dir wie gesagt immer wieder einen anderen Hoster an Herz weil deiner zu teuer ist! (Link zu meinen Webhoster den du dann hoffentlich wegeditierst: https: // www . wp-webhosting . de / wordpress – hosting . html )

    Folgendes läuft bei mir auf der Domain außerdem noch:
    – WordPressplugin Wordfence (soll Webhoster geben die das nicht zulassen)
    – Piwik mit 4 Webseiten drin (soll Webhoster geben die das nicht zulassen)
    – TTRSS mit 150 Feeds drin die aller 5 Min. abgefragt werden
    – Full-Text RSS 3.3 damit ich alle Kurz-Feeds als lange Feeds lesen kann ( zum antesten von dir bitte wegeditieren den Link http :// www . abcd – web . de / fullrss/ )

    Was ich damit sagen will ich würde mehr für die Euro haben wollen als du bekommst von deinem Webhoster! Ich habe jetzt keine Ahnung was du an PHP Memory Limit so hast aber wenn es weniger als 128 MB sind würde ich mir sorgen machen dann kann z.B Wordfence nicht funtzen!

    Mal was ganz anderes zwecks Geschwindigkeit und so, ich finde dein Blog ist nicht zu langsam. Ich sage das nur weil manchmal das Thema aufkommt! Allerdings würde ich ohne die 4 Stichpunkte oben nicht mit dem Webhoster klarkommen drum wäre mir dein Hoster einfach zu teuer und unflexibel!

    PS. du kennst mich, ich bin direkt und verzeihst mir hoffentlich aber meine Meinung ist so!

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    • Hallo Daniel,

      danke erstmal für deine Unterstützung. Es ist sicherlich ein schwieriges Thema, über die Kosten eines Blogs zu philosophieren. Viele verstehen dann eben auch nicht den Sinn dahinter. Ja, ich will da transparent sein. Transparenz ist eh etwas, was ich zukünftig recht gnadenlos durchziehen werde.

      Was deinen Hoster betrifft, so finde ich nicht, dass deiner wesentlich preiswerter ist. Außerdem ist doch eh alles Geschmackssache. Bzgl. Piwik und WordFence hast du natürlich Recht.

      Ich mag deine direkte Art. Man kann sicherlich bei meinem Hoster das Eine oder Andere kritisieren. Aber gerade in letzter Zeit sind die wesentlich flexibler geworden. Ich werde mal demnächst wieder etwas dazu schreiben.

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  8. Als angehender Blogger hat man so eine Art 1 Euro-Job im Netz oder unbezahlte Heimarbeit. Solche Kostenaufstellung würden längst Geschichte sein, wenn wir genügend Geld verdienen würden…

    Nun gut… ich werde es mit meinem Fitness-Blog auf jeden Fall versuchen. Vielleicht hilft Euch mein Erfahrungsbericht. http://goo.gl/En49c5

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  9. […] fang mal mit einem Blogger an den ich kenne und dort auch schon kommentiert habe. Henning sagt, dass er mit seinem Blog sich keine goldene Nase verdient. Er aber immer wieder gerne Geld nimmt, weil er so ein Teil seiner Kosten decken […]

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  10. Wenn die Kosten zu hoch sind dann müsste man mal darüber nachdenken diese zu senken.

    78 €/Jahr fürs Webhosting finde ich schon recht hoch.
    Für 20 € im Jahr oder billiger findet man auch eine Hoster.
    Ich zahle 4,99 € im Monat 50 GB Speicherplatz und unzählige tolle Features.
    Mein Erfahrungsbericht:
    http://perfect-seo.de/serverprofis-erfahrung.php

    Und an anderen Stellen kann man bestimmt auch noch sparen.

    Wärst Du interessiert hier und dort zu sparen oder ist es Dir als Hobbyblogger das Geld doch nicht so wichtig.

    Grüße
    Lothar

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