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Blog - (C) Geralt Altmann via Pixabay.de Blog - (C) Geralt Altmann via Pixabay.de

Wenn ein Blog seine Bestimmung verliert

Mir liegen Blogs am Herzen, das wissen Sie. Nicht zuletzt, weil ich selbst blogge. Deshalb muss ich mal etwas zur Blog-Bestimmung schreiben. Die Frage ist doch, ob ein Blog eine gewisse Bestimmung haben muss. Muss ein Blog einer bestimmten Aufgabe dienen, ein spezielles übergeordnetes Thema haben, einem Ziel folgen? Sie werden meine Meinung in den nächsten Zeilen lesen. Vielleicht können wir uns ja darüber austauschen. Was meinen Sie?

Muss ein Blog ein bestimmtes Ziel haben?

Ich schreibe nun seit April 2009. Ein Ziel habe ich damit nicht im Sinn gehabt. Und das ist auch nach wie vor der Fall. Wenn man ein wenig darüber nachdenkt, dann ist es aber trotzdem ein Ziel, das jeder Blogger verfolgt, der seine Meinung veröffentlicht. Na klar, man will kommunizieren, sich austauschen, seine Meinung transportieren. Aber ich verfolge sonst keine anderen Ziele.

Ich will weder die Welt besser machen (weil mir dazu einfach der Einfluss fehlt) noch sonst irgendwas. Ich will einfach nur über das, was mich beschäftigt, meine Gedanken aufschreiben und ggf. darüber diskutieren. Also kann man sagen, dass so etwas das grundsätzliche Ziel eines Blogs sein sollte. Ob es darüber hinaus noch weitere Ziele gibt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Müssen muss man hier nichts.

Und wenn man sein Ziel verliert?

Wie kann man denn sein Ziel verlieren, wenn es denn so grundsätzlich außer dem Transport der Meinung keines gibt? Das kann ich Ihnen sagen. Man verheddert sich und reißt ein, was man gerade aufgebaut hat. Man stellt alles mögliche infrage. Es gibt Blogger, die bauen Blog um Blog auf und verfallen dann gleich wieder in Verhaltensmuster, dass sie so bloggen, wie sie eigentlich nicht mehr bloggen wollten. Und dann stellen sie die Frage, was sie denn so als nächstes machen sollen.

Nein, man muss sich auf nichts fokussieren, wie es vielleicht an jeder zweiten Straßenecke erzählt wird. Man muss doch aber irgendwie eine Vorstellung haben, was man denn erzählen will. Bei mir ist das Meinung. Woanders sind es Anleitungen oder Hintergrund-Berichte oder so etwas. Ich weiß von einem Blogger, der sehr gute Artikel schreiben kann, wenn er denn will. Trotzdem passiert es viel zu oft, dass er einfach nur irgendwas drauflos bellt. Und dann stellt der sich hin und überlegt, was er denn nun für ein Projekt starten soll?

Braucht ein Blog ein übergeordnetes Thema?

Ganz kurz und schmerzlos: Nein, kein Blog braucht ein großes Thema. (Und in lang:) Wenn es eins gibt, dann ist das okay. Aber es ist nicht zwingend erforderlich. Dann nämlich fängt man an und stellt sich die Frage, wo man denn ein Thema für den Blog herbekommt. Als ob die vom Himmel fallen! Ich schreibe zum Beispiel seit Jahren über all das, was mich interessiert. Und damit fahre ich ziemlich gut, weil ich da mit mir in Einklang bin.

Natürlich könnte ich darüber nachdenken, meine – nennen wir es – Themenpalette auszumisten. Aber warum sollte ich das tun? Und was würde dann mit den Artikeln passieren, die in Themen stecken, die ich eventuell ausmiste? Haue ich die über den Jordan? Jeder Artikel hat mehr oder weniger seine Berechtigung. Deshalb wird das auch nicht passieren. Genauso wenig wird es passieren, dass ich nun sage, dass dieser Blog das Thema XYZ als übergeordnetes Thema hat.

Es gibt schlichtweg keinen Grund für mich. Ja, ich weiß, dass ganz viele SEO-Klitschen daher kommen und einem erzählen, dass man sich spezialisieren soll. Nein, das habe ich nie gemacht, und ich werde es auch weiterhin nicht machen. Ich habe nämlich auch irgendwo mal gelesen, dass Diversifikation auch was gutes sein kann. Na dann würde es wohl am Ende heißen: Spezialisiere dich, aber spezialisiere dich nicht. So ein Quatsch!

Dann lieber…

Ich weiß, dass nicht jeden Leser alle Themen interessieren. Das war auch nie so geplant. Und ich denke auch weiterhin nicht in diese Richtung. Mir gefällt es, über verschiedenes zu schreiben und mich auszutauschen. Und wer weiß, vielleicht kommt noch das eine oder andere Thema hinzu. Die Interessen ändern sich ja hin und wieder mal. So als zusätzliches Themengebiet ist auch neues immer mal gut.

Man darf halt nur nicht hergehen und denken, dass dieses neue Themengebiet nun den ganzen Blog bestimmen soll. Nein, man kann ja problemlos auch bisherige Themengebiete mit dem neuen verknüpfen. Das wäre doch eine interessante Sache, oder etwa nicht?

Jeder Blog hat seine Bestimmung

Man muss nun nicht hergehen und jedes Mal einen neuen Blog aufmachen, wenn man ein neues Thema gefunden hat. Was passiert denn dann mit den bisherigen Blogs? Nein, wie ich schon schrieb, kann man alte und neue Themen verbinden. So lang man sich damit wohlfühlt. Wenn man dann doch weiterhin auf der Suche ist, dann sollte man vielleicht über seine eigenen, persönlichen Ziele nachdenken, aber nicht über den Blog.

Die Bestimmung eines jeden Blogs habe ich weiter oben hingeschrieben. Ich nehme da ausdrücklich solche Blogs außen vor, die einfach nur irgendwelche Schnäppchen und Angebote unterjubeln oder so genannte News nachbellen. Aber sobald da Meinung dabei, ist die Bestimmung des Blogs, dass die Meinung des Autors transportiert wird. Über wie viele Themengebiete insgesamt, ist dabei nahezu egal. Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Und wie ist Ihre?

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „Wenn ein Blog seine Bestimmung verliert

  1. Hallo Henning,
    ich blogge auch nur darüber, was mich derzeit interessiert. Es sind Blogger/CMS-Themen und ich kann auch nicht sagen, ob es nach zwei Jahren auch der Fall sein wird. Interessen können sich verschieben und aber bei den Themen möchte ich erstmals bleiben. Das ist mir vollkommen klar, dass man nicht allen Lesern recht machen kann, sollte man erst gar nicht versuchen, denn es gibt noch die eigenen Interessen, denen man nachgehen möchte.

    Solange man Spass an der Schreibe und den Themen hat, ist es ideal. Falls man mal ein fremdes Thema anfasst, ist es natürlich erlaubt, darüber zu bloggen. Ich habe es schon mehrmals nach aussen transportiert, was die Leser von Internetblogger.de in Zukunft erwarten wird. Es werden weiterhin Blogger/CMS-Themen und hin und wieder ein Gastartikel sein. So fahre ich schon seit einer Weile ganz gut und denke, da kann man weitermachen wie bisher.

    Manche Blogs sind eben Mischblogs und damit kann man auch gut arbeiten. Ein zu strenges Themenblog zu haben, ist es sehr schwer, vor allem nach 8 Jahren als Blogger. Da muss man lieber schauen, dass man neue Themen ganz normal behandelt und eben auch die alten Themen, die schon mal die eigene Meinung transportiert haben. So sehe ich es persönlich und nun ein bisschen Social Media damit du Resonanz hast ;)

  2. Nur ein zentrales Thema finde ich für einen Blog eindeutig zu wenig. Zu viele sind aber auch nichts. Wenn ein Blog jeden Tag einen Beitrag rausbringt und jeden Tag ein anderes Thema hat, fände ich es etwas anstrengend. Warum sollte ich ihm dann folgen?

    Maximal 10 verschiedene Themen sind wirklich genug. Klar, wenn ich IT-Themen in 10 Themen (Server, SQL…) unterteile und dazu noch über 2-3 andere Dinge schreibe, geht es ja noch. Aber 13 komplett verschiedene Themen? Wäre nicht mein Ding.

    Ich selbst habe auch überlegt mehr über IT Dinge zu schreiben, hatte auch mal einen Beitrag über SQL und SharePoint, aber das war auch der einzige. Die anderen habe ich dann doch nicht geschrieben.

    Die Frage, die man sich stellen sollte, ist: Was für ein Blog will ich sein? Will ich für alle da sein? Oder habe ich eine bestimmte Zielgruppe (oder 2 oder 3)? Ich habe die Frage beantwortet mit: IT-Themen blogge ich nicht.

    Eine Möglichkeit wäre, wie Alex es schon geschrieben hat, Gastartikel zu schreiben. Jetzt habe ich ein tolles Thema, einen interessanten Blogbeitrag, aber der passt nicht zu meinen übrigen Themen. Na gut, dann frage ich halt Blogger, ob ich diesen bei ihnen als Gastartikel publizieren darf.

    In diesem Sinne
    Noch ein schönes Wochenende

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