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Schreiben im Home Office - (C) Unsplash via pixabay Schreiben im Home Office - (C) Unsplash via pixabay

Wer braucht denn schon eine Webseite?

Im digitalen Zeitalter namens „Jetzt“ muss man wirklich fragen, ob man noch eine eigene Webseite braucht. Denn wie finden Internetnutzer interessante Inhalte? Es gibt mehr und mehr das Streben dahin, die Inhalte dort stattfinden zu lassen, wo die Nutzer sind. Und die sind angeblich mehr in den sozialen Netzwerken als im Sonstwo-Internet. Mit anderen Worten: Erreiche deine Leser, indem du Instant Articles machst.

Es gibt unzählige Webseiten-Betreiber, die ausschließlich Inhalte für die sozialen Netzwerke fabrizieren. Ob das nun die viel beschworenen Instant Articles sind, die man bei Facebook fallen lassen kann. Ob das Videos sind, die exklusiv bei Youtube oder Snapchat oder weiß der Himmel, wo sonst noch, abgespielt werden. Dort sind die Nutzer. Nicht im eigenen Blog des popeligen Bloggers. Aber ist das so eine gute Entwicklung?

Klar, für die Nutzer in den sozialen Netzwerken sind solche Dinge ein klarer Vorteil: Die treiben sich doch eh auf Facebook und Co. rum. Und wenn Inhalte ausschließlich für diese Plattformen gestrickt werden, sparen sich die Nutzer einen Klick zum eigentlichen Angebot. Aber stimmt diese Theorie? Wenn ich mir so meine Nutzerzahlen ansehe, dann kann die nicht stimmen. Denn bei mir sieht es so aus, dass ich kaum Abonnenten meiner Facebook-Seite habe, dafür aber Abonnenten meines Newsletters. Ich habe ansehnliche Besucherzahlen über die Suchmaschinen. Insofern passt das nicht ganz.

3/4 aller Aufrufe meiner Webseite kommen über Suchmaschinen. Und das deckt sich auch mit dem, was andere Leute so ausplaudern. Und ich glaube nicht, dass kaum noch jemand junges außerhalb von Apps und sozialen Netzwerken das Internet benutzt. Das wäre fatal, und eigentlich könnten wir das Internet damit schließen und für tot erklären. Es ist aber weiterhin so, dass sich Inhalte im Internet über Suchmaschinen, Mundpropaganda und erst dann über soziale Netzwerke verbreiten. Bei dem einen oder anderen ist das sicherlich anders, aber das bestätigt auch dieser Artikel.

Da kommen Magazine um die Ecke, die eigentlich durch ihre Druckausgaben ihr Geld verdienen, und erzählen dem Leser auf der Webseite von Teenagern, denen es nicht mal mehr im Traum einfallen würde, eine Webseite aufzumachen. Aber da ging es eben auch nicht um Information und Inhalte, sondern mehr um Unterhaltung und so etwas. Also ein etwas anderes Bild.

Es werden immer mal wieder Webseiten für tot erklärt. Das wird aber noch eine Weile dauern. Und wer immer noch denkt, man braucht keine Webseite, wenn man ein Geschäft repräsentiert, denkt meiner Meinung nach falsch. Die sozialen Netzwerke borgen nur ein bisschen Platz. Wenn die den wiederhaben wollen, sieht man ziemlich alt aus. Und deshalb ist das Thema „Wer braucht denn schon eine Webseite?“ müßig. Webseiten werden noch lange gebraucht werden. Ich glaube, es geht um den Mix. Man kann mehrere Kanäle bespielen. Aber auf Webseiten wird man nicht verzichten können. Oder sehe ich das falsch?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

3 Gedanken zu „Wer braucht denn schon eine Webseite?

  1. Hallo Henning,
    da gebe ich dir einfach Recht und Blogs oder Websites werden nach wie vor gebraucht. Ich lese keine Newsportale, aber umso mehr in Blogs und traue meinen Bloggern alle möglichen Themen zu. Mir wäre es lieber, in Blogs zu lesen als nach Infos auf Facebook zu suchen, was auch mühsam ist.

    Social Media ist toll und für uns Blogger mehr als nützlich und man kann doch demnach diesen eigenen Social Media Kanäle auch gern bespielen. Dagegen dürfte von meiner Warte her nicht viel sprechen, also tue ich das. Aber so traffic-technisch gesehen, habe ich um die 60-70 Prozent aus Google. Danach Folgen in etwa gleich direkte Zugriffe und Zugriffe durch Linkverweise, was meine Blogkommentare woanders sind.

    Solange es so ist, werde ich weiterhin Blogs nutzen, um neue Leser zu bekommen und mit Social Media kann ich nebenbei arbeiten. Und Social Media kann schnell zum Full-Time-Job werden, was ich vermeiden möchte. Eben nur so viel Social Media wie nötig.

    1. Hallo Alex,

      ich sehe, da haben wir ähnliche Beobachtungen gemacht. Ich denke, der Hype um Social Media ist zu groß. Irgendeinen Pferdefuß muss das Ganze haben. Und in meinen Augen ist das die Auslieferung an die dicken Konzerne. Nee, da mache ich lieber meins. Und ich sehe, du auch.

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