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Mit Werbung vollgepflastert - (C) PublicDomainPictures CC0 via Pixabay.de Mit Werbung vollgepflastert - (C) PublicDomainPictures CC0 via Pixabay.de

Werbeblocker blockieren, um Werbung nicht mehr zu blockieren

Wir blockieren uns jetzt mal alle gegenseitig, um die Blockadehaltung nicht mehr aufrecht zu erhalten. Dazu nehmen wir uns einen Block. Hach, man kann so viel dummes Zeug aufschreiben, was Werbeblocker betrifft. Und es werden jetzt ganze Firmen gegründet, die eine Armada formen, um gegen die Werbeblocker-Industrie vorzugehen. Also eine Industrie gegen eine andere Industrie. Sorry, aber finden Sie das auch doof?

Da gibt es die Bude Sourcepoint. Das ist ein Startup, das vom ehemaligen AdMeld-Chef Ben Berokas gegründet wurde. AdMeld (irgendwas mit Werbung) wurde an Google verkauft, und Berokas arbeitete eine Weile bei Google, und nun hat er eine neue Firma aus dem Boden gestampft. Die zieht in den Krieg gegen AdBlock Plus und Co. Denn man muss ja als Webseiten-Betreiber dringend etwas unternehmen, wenn die Leser schon nicht für die Inhalte bezahlen. Dann nämlich muss man Werbung einblenden und gegen Werbeblocker kämpfen. Kampf der Giganten, Krieg der Sterne. Oder irgendwas in der Art, ich weiß es nicht.

Die neue Bude will – Achtung, ein Wort zum Beinebrechen – Inhaltsanbietern (erzählt doch bitte von Webseiten-Betreibern) irgendwelche Möglichkeiten aufzeigen und geben, wie die dann mit Nutzern von Werbeblockern umgehen. Kommt ein solcher pöser, pöser Leser auf eine mit Sourcepoint „angereicherte“ Webseite, so könnte der Inhalt komplett blockiert sein („Mit Turnschuhen kein Zutritt zu dem Club“), oder es könnte ein Bezahlmodell angeboten werden („Slipper und Tennissocken für 10 € kaufen oder für 2 € mieten“). Und der Webseiten-Betreiber kann analysieren („Heute 30 Leute ohne Slipper und Tennissocken, aber mit Turnschuhen da gewesen, die weder Slipper noch Tennissocken wollten“).

Ehrlich, das löst doch das Problem nicht. Ich habe oft genug darüber philosophiert, dass man es keinem Nutzer von irgendeinem Angebot im Web verbieten kann, einen Werbeblocker einzusetzen. Das haben die Blink-Blink-Dudel-Popup-Popunder-Layer-Webseiten-Abschlachtungen in der Vergangenheit versaut. Wenn man nun irgendeine Rödel-Software in seine Webseite einschleusen muss, um seine gottverdammte Werbung anzuzeigen, ist das doch das neue „Tippen Sie OK!“ oder so.

Man kann es niemandem übel nehmen, Werbeblocker aktiv zu haben. Ich habe ja auch einen aktiv und deaktiviere ihn für ausgewählte Seiten. Hätten es die Webseiten-Vergewaltiger mit ihrer Blink-Blink-Werbung, die unaufgefordert noch irgendwelche Dudel-Musik abspielt und sich nervtötend in den Vordergrund spielt, nicht so übertrieben, wäre das Alles wahrscheinlich auch völlig anders geworden. Aber so muss man sich eben andere Modelle überlegen, um Webseiten so betreiben zu können, dass sowohl für die Leser als auch für die Betreiber ein Mehrwert herauskommt.

Es gibt für nichts ein Patentrezept. Aber so eine Drive-By-Nötigung wie Sourcepoint ist Quatsch. Es löst nicht das Problem, es schleust zusätzliche Software auf die Seite, und Werbeblocker werden ganz bestimmt nicht damit blockiert, sodass Werbung nicht mehr blockiert wird. Kurz: Das ist Unfug.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „Werbeblocker blockieren, um Werbung nicht mehr zu blockieren

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