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Presse - (Geralt Altmann CC0 via Pixabay.de Presse - (Geralt Altmann CC0 via Pixabay.de

Werbeblocker-Verbot und Freiheitsberaubung

Werbeblocker sind weit verbreitet und schwer beliebt. Bei vielen Webseiten sind sie schlicht auch unvermeidbar. Die Diskussion ist nach wie vor in vollem Gange. Dabei nimmt diese teilweise schon sehr absurde Formen an. Einerseits hat sich die Politik lächerlich gemacht, weil sie mal wieder mit Verboten um die Ecke kommt. Andererseits kommen diverse Webseite daher und erzählen ihren Lesern etwas von Freiheitsberaubung. Mir würde doch aber nur gefallen, wenn die Diskussion ein irgendwie sinnvolles Niveau erreichen würde.

Wie ich bereits mal aufgeschrieben habe, denkt die Bundespolitik ernsthaft darüber nach, sich mit einem Verbot von Werbeblockern zu beschäftigen. Ernsthaft, das kann doch nicht ernst gemeint sein. Die aufgenötigte Werbung, die herum lärmt, Rechner und Smartphone ausbremst und vielleicht sogar beschädigt, die dem Nutzer hinterher spioniert, die bei mobilen Daten die Flatrate leer saugt und all das tut, soll zum Gesamtprodukt der Webseite gehören. Das halte ich für ausgemachten Blödsinn. Wenn aber Werbung all das teilweise gefährliche Zeug tut, ist doch dann aber das Gesamtprodukt gefährlich, oder?

Und jetzt stellt sich die Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz hin und will Schutzmaßnahmen gegen diese Gefahren verbieten lassen. Das kommt irgendwie so daher wie Besitzer von kläffenden und an der Kette reißenden Kampfhunden, die über ihre Tiere sagen: „Die tun nix, die wollen nur spielen“. Werbung ist also nicht so schlimm. Das mag bei diverser Werbung auch so sein. Aber es gibt eben genügend Gegenbeispiele. Diese sieht aber die Politik nicht. Klar, man navigiert ja ohne Atlas im Neuland umher.

Kein Wunder, dass da Webseiten und Blogs daher kommen und ihren Lesern erzählen, dass die Bundesregierung die „Freiheitsberaubung von Internetnutzern“ prüfen würde. Eine Webseite, die mit 13 Trackern und 10 Anzeigen auf der Seite daher kommt. Die redet davon, dass Werbeblocker okay sind und die Nutzer deshalb nicht ausgesperrt werden. Und die kommt schon fast mit einer Art Verschwörungstheorie daher, was diese realitätsfernen Überlegungen von irgendwelchen Politik-Menschen in Elfenbeintürmen betrifft. Man könnte denken, es ist ein Witz. Aber dem ist leider nicht so.

Wie gut für Medienhäuser, dass die Lobbyarbeit nach wie vor glänzend funktioniert. Stellen Sie sich einmal vor, Kommissionen würden sich mal mit irgendwas beschäftigen, was Anbietern UND Abnehmern gleichermaßen nützt. Das wäre doch das Paradies. So aber werden Medienhäuser mal wieder durchgeschliffen, sodass sie sich nicht damit beschäftigen müssen, wie echter Journalismus in Zukunft finanziert werden soll.

Es ist wie gesagt kein Wunder, dass da Webseiten einen von Freiheitsberaubung erzählen. Und es ist kein Wunder, dass mit Blick auf die Leichtigkeit der Überlegung der Kommission mal wieder von Systempresse die Rede ist. Wir können jetzt nur hoffen, dass das Alles eine ähnliche Totgeburt wie das aus allen Ecken ausgelachte Leistungsschutzrecht für Presseverlage wird, wenn sich da wirklich jemand ernsthaft damit beschäftigen will. Aber das wird doch nicht passieren, oder doch? Was denken Sie?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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