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Wikipedia sperrt mutmaßliche Auftragsautoren aus

Ich nutze gern die Wikipedia als Wissensquelle. Und deshalb ist mir die Objektivität enorm wichtig. Die will Wikipedia gewährleistet sehen. Offenbar war die aber immer mal wieder nicht gegeben. Als eine der meistbesuchten Seiten der Welt ist die Enzyklopädie immer wieder Ziel von – nun ja – kreativen Köpfen, die der Objektivität immer mal wieder auf die Sprünge helfen wollen. Und deshalb muss da das Lexikon immer wieder eingreifen. Nun gab es wieder so einen Fall.

Irgendwelche Klitschen, von denen noch nie jemand etwas gehört hat. Filme, die niemand gesehen hat. Musik, die keinen interessiert. Beispiele gibt es genug. Jeder möchte im Rampenlicht von Beethoven oder Alexander dem Großen oder so gut da stehen. Da spielt auch der Werbegedanke eine große Rolle. Denn wenn man auf einer Webseite, die in den Top 10 der Welt auftaucht, gut dasteht, hat das schon etwas für sich. Und so werden gern mal von solchen Buden bezahlte Schreiber engagiert, die per Schleichwerbung diese Klitschen in besseres Licht stellen.

Aber: Oft ist es dann so, dass solche Artikel die Schleichwerbung schlecht tarnen. Und somit werden die immer wieder von der bestens aufgestellten Community entdeckt und dann gelöscht. Denn meistens sind solche Artikel irrelevant oder tendenziös. Das ist etwas, was komplett entgegengesetzt zu dem ist, was Wikipedia-Artikel darstellen sollen.

Tja, und dann kommt ein PR-Netzwerk ins Spiel, das die Löschseiten durchsucht und dann anbietet, die dortigen Artikel umzuschreiben und besser zu tarnen. Und das soll wohl jetzt aufgeflogen sein. Der Name der Wikipedia-Operation dazu: „Orangemoody“. Gesperrt wurden 381 Autorenkonten der englischsprachigen Ausgabe. Allesamt waren das Autoren, die gegen Geld Artikel dort verfasst haben, ohne den Auftraggeber zu kennzeichnen. Die organisierte Gruppe soll von Personen und Unternehmen sogar Geld für „Schutz und Aktualisierung“ gefordert haben. Die Rede ist dabei von Erpressung.

Die Wikipedia Community ist stark organisiert, und solche Schreiberlinge werden dort als „Sockenpuppen“ („Socks“) bezeichnet. Solche identifizierten Artikel wurden beräumt. Es handelt sich wohl um über 200 Artikel. Das regte dann auch die Wikimedia Foundation dazu an, über den lang andauernden Missbrauch der Enzyklopädie aufzuklären. Die Wikipedia wird zwar auch weiterhin nicht vor solchen Artikeln bewahrt werden. Aber das ist zumindest mal ein deutliches Zeichen.

Es ist das Gleiche wie mit bezahlten Blog-Artikeln. Als ich mir noch den einen oder anderen Euro dazu verdient habe, war es so, dass eine Kennzeichnung anzuraten war. Mittlerweile ist es so, dass bezahlte Artikel gekennzeichnet werden müssen. Da gibt es gerichtliche Entscheidungen dazu. Und mal abgesehen von rechtlichen Konsequenzen, es ist auch unfair der Leserschaft gegenüber. Man darf ja gut und gern für Artikel einen Verdienst einstreichen. Aber dann sollte man den Artikel auch entsprechend kennzeichnen.

Insofern kann ich den Schritt der Wikipedia sehr gut nachvollziehen. Und der Schutz der Objektivität der Enzyklopädie wird wahrscheinlich immer weiter verbessert. Und was wäre denn ein Lexikon, das nicht objektiv ist?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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