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Windows 10 s: Das Grauen von Windows RT ist zurück

Mit Schrecken wird man sich noch an das Desaster namens Windows RT erinnern. Microsoft hat nun die großartige Idee, mit Windows 10 s ähnliches zu tun. Und wer die Ironie findet, darf sie gern behalten. Microsoft versucht zwar, die – nun ja – abgespeckte Variante des aktuellen Betriebssystems als gute Sache zu verkaufen, aber das wird auf nichts anderem als tönernen Füßen zum Stehen kommen. Was will denn Microsoft damit bezwecken?

Über Windows RT, das im Februar 2015 endgültig gestoppt wurde, war bekannt, dass es gewaltig eingeschränkt war. Es war unter anderem nur möglich, Apps aus dem Windows App Store zu beziehen und zu installieren. Andere Software war schlichtweg nicht möglich. Große Software-Hersteller und Microsoft haben irgendwann aufgegeben, Programme in den App Store zu portieren, und so war Windows RT – auch als Windows RT 8.1 – letztlich unattraktiv. Das System wurde mit Notebooks ausgeliefert und war nicht anderweitig erhältlich. Und die Notebooks wollte einfach niemand haben.

Und nun kommt Microsoft um die Ecke und will ein Windows 10 s an die Kundschaft verscherbeln. Wieder macht man den gleichen Fehler und lässt ausschließlich Apps aus dem App Store zu. Da Google bei RT aufgegeben hatte, den Chrome Browser in den App Store zu bringen, ist natürlich nun allen bewusst, dass dieser Browser auch bloß wieder nicht installierbar sein wird. Auch sonst ist keine Software verfügbar, die nicht im App Store erhältlich ist. Somit ist der Standardbrowser der Microsoft Edge, und die Suchmaschine ist Bing.

Das wäre ja nicht so schlimm. Aber ich kann mich leider nur in Teilen mit dem Edge anfreunden. Das hat nicht einmal etwas damit zu tun, dass er etwas anders aussieht. Teilweise sehen Webseiten anders aus, bleibt der Browser unvorhersehbar stehen, werden Inhalte nicht synchronisiert. Ich dachte, das liegt an irgendeiner unsinnigen Einstellung von mir. Aber ich bin damit nicht allein. Deshalb ist es für mich unvorstellbar, dass mir ein Software-Hersteller vorschreibt, welche Programme ich auf dem von ihm hergestellten Betriebssystem verwenden soll.

Ja, jetzt beißt man sich gern an der Browser-Frage fest. Aber grundsätzlich ist es doch so, dass Windows 10 s zu einem Kropf werden wird. Microsoft behauptet, dass durch die Einschränkungen der Verwaltungsaufwand gewaltig sinken würde. Das können sie aber nicht ernst meinen, oder? Wenn ich mir vorstelle, dass zu Zeiten von Windows RT Unmengen von Fragen gestellt wurden, wieso diese und jene Software sich nicht installieren lässt, dann nehme ich einfach mal an, dass das jetzt auch wieder so sein wird.

Da hilft auch kein noch so schönfärbender Artikel. Ich weiß nicht, was jemand mit diesem System anfangen soll. Und die Autorin des Artikels kommt glatt daher und erzählt einen von „Chromebook Killer“. Nein, es fehlen so viele wichtige Dinge, die Microsoft bewusst nicht bei Windows 10 s anbietet. Das kann man einfach nicht schönreden. Da kann das System noch so sehr für Schulen und Co. gedacht sein. Es wird ein unnützes Abenteuer werden.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Ein Gedanke zu „Windows 10 s: Das Grauen von Windows RT ist zurück

  1. Hallo Henning,

    hatte selbst ein Windows RT Gerät gleich zu Beginn erworben und dabei erleben dürfen, dass viele Versprechen nicht eingehalten wurden und die Platform letzendlich abgesägt wurde.

    Vom Konzept her finde ich RT aber durchaus gelungen. So finde ich es genial, dass die gesamte Software über den Store aktualisiert werden kann und nicht jedes Programm einen eigenen Installer mitbringt. Auch das Deinstallieren und rückstandfreie Entfernen von Programmen funktioniert (endlich).

    Die RT-Geräte basierten auf der ARM-Architektur und so war man zum einen durch den Store und zum anderen auch durch die Nicht-X86-Architektur vor Schadsoftware geschützt. Von daher wird das RT-Gerät immer noch gerne von der ganzen Familie als „Surf-, Email- und Schreib-Station “ genutzt. Zugegeben, es ist nicht mehr das schnellste, aber zumindest das sicherste Gerät in der Familie.

    Wenn Micsoroft das auch bei Windows S hinbekommt, wäre das für mich ein Grund ein neues anzuschaffen – für den genannten Zweck: als sicheres Gerät. Als Haupt-Rechner wäre Windows-S für mich keine Option, aber gerade in Schulen kann ich mir das sehr gut vorstellen. Eigentlich dachte ich auch, dass das das Haupt Einsatzgebiet für Windows S sein soll.

    Gruß, Alex

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