Zero Days – Stuxnet nur ein Teil eines größeren Angriffs

Stuxnet-Angriffsziel: Siemens Simatic S7-300 - By Ulli1105 (Own work) [CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons Stuxnet-Angriffsziel: Siemens Simatic S7-300 - By Ulli1105 (Own work) [CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Von Stuxnet haben sicherlich viele schon irgendwann gehört. Das ist eine Wurm-Technologie, die es auf Atomanlagen im Iran abgesehen hatte. Auch in meiner täglichen Arbeit kam ich mit Stuxnet in Berührung, als eine Firma einen „Schleusen-PC“ zu ihrer Fertigungstechnik bauen wollte, um sich vor dem Wurm zu schützen. Jedenfalls ist es ja nahezu sicher, dass die USA und Israel hinter Stuxnet stehen. Das war eigentlich bekannt. Aber jetzt gibt es noch viel mehr Informationen. Und es gibt Behauptungen.

Auf der Berlinale wird der Film „Zero Days“ vorgestellt, in dem behauptet wird, dass Stuxnet nur ein Teil eines größeren Plans war. Der Plan hatte zum Ziel, die gesamte kritische Infrastruktur des Iran auszuschalten. Als Namen trug oder trägt das Vorhaben das wohlklingende „Nitro Zeus“ vor sich her. Mit Mitteln von mehreren hundert Millionen US-Dollar waren mehrere hundert Menschen damit beschäftigt, einen Weg zu finden, um die kritische Infrastruktur des Iran praktisch per Knopfdruck auszuschalten.

Voller Inbrunst muss man bei der Sache gewesen sein. Unzählige Male wurde der Schadcode von Stuxnet in iranische Anlagen eingeschleust. Und man hatte bei den handelnden Personen niemanden gefunden, der sagen konnte, was denn wirklich passieren würde, wenn jemand den Knopf drücken würde. Sogar das Außenministerium der USA hatte Sorge vor den Auswirkungen. Was würde mit dem iranischen „Cyberspace“ und der iranischen Bevölkerung passieren.

Schließlich breitete sich der Virus in über 100 Ländern aus, weil Israel eine modifizierte Version des gefährlichsten Virus aller Zeiten in Umlauf brachte. Aber vor allem hatte man es auf die iranische Energiewirtschaft abgesehen. Zentrifugen wurden beschädigt, und das iranische Atomprogramm stand vor dem Aus. Im Herbst 2010 wurde Stuxnet entdeckt. Und allen wurde bewusst, dass wir schon längst im Cyberkrieg sind.

Jetzt geht es doch darum, dass man Systeme und Infrastruktur aushebeln und korrumpieren will. Und hier ist noch lange nicht das Ende erreicht. Und wir regen uns über Spam und dergleichen auf. Um auch nur ansatzweise zu begreifen, was da über das Internet tobt, sollte man dann schon mal nach Begriffen wie „Stuxnet“ oder „Duqu“ oder „Flamer“ und dergleichen suchen. Wir glauben, in einer heilen Welt zu leben. Aber hier tobt wesentlich mehr, was für den Facebook-Nutzer unentdeckt bleibt. Und deshalb ist es wichtig, dass es den Film „Zero Days“ gibt.

Über Henning Uhle
Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

1 Kommentar

  1. […] Dieser Tage schrieb ich vom Film „Zero Days“ aus den USA. Darin geht es um Stuxnet. Der Wurm, der die iranische Wirtschaft angreifen sollte und sich verselbständigt hatte. Der war ja nur ein Teil einer großen Operation. Und hier könnte man jetzt einhaken. […]

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