Ätsch, E-Plus und O2 dürfen nicht drosseln

Wenn der Hahn abgedreht wird - (C) stevepb CC0 via Pixabay.de Wenn der Hahn abgedreht wird - (C) stevepb CC0 via Pixabay.de

Und Zack… ist die Email da – Was lächerlich klingt, wurde mal zur Werbung hergenommen, um Highspeed zu vermarkten. Aber dann die Drossel! Irgendwie kommt ja jeder Provider – egal, ob Internet aus der Dose oder Internet aus der Luft – auf die Idee und drosselt vor sich hin. Und das trotz der vollmundigen Werbeaussage des „unbegrenzten Datenvolumens“ wie bei dem einen oder anderen Mobilfunk-Anbieter. Dem dahin scheidenden grünen Anbieter E-Plus nebst seiner großen Marke BASE fiel das auf die Füße, und jeder faselt nun einen drauflos.

E-Plus verspricht in der Werbung unbegrenztes Datenvolumen. Das Ganze bei einem so genannten All-In-Tarif. Der ist eh eine Stolperfalle, wie ich mich dunkel erinnere. Ich kann mich vage daran erinnern, dass ich für das, was ich von BASE damals hätte haben wollen, irgendwas oberhalb von 50 Euro monatlich hätte berappen müssen. Das war mir irgendwie viel zu viel. Und ich war zu dem Zeitpunkt in einem BASE-Laden zur Beratung.

Die Verbraucherzentrale regte sich darüber auf, dass bei dem All-In-Tarif im Kleingedruckten, was ja eh niemand liest, irgendwas steht, dass die Datenverbindung mit LTE-Geschwindigkeit bei 500 MB auf GPRS (56 Kbit/s) gedrosselt wird. Und das dürfe nicht sein. Und gerichtlich wurde dann verlautbart, dass Kunden durch die Werbeaussage der „unbegrenzten Datenvolumina“ verwirrt werden würden. Und die Verbraucherzentralen argumentieren, dass das Internet mit „Schneckentempo“ eben nicht mehr bedienbar ist.

Was haben die denn erwartet? In Sachen unbegrenzte Möglichkeiten ist Deutschland nun mal ein Entwicklungsland. Es gibt unzählige Statistiken, dass man sonstwo mehr für sein Geld bekommt als in Deutschland. Aber bekommt man das in den Griff, wenn man immer wieder darüber her pöbelt? Wenn es nun einmal heißt, dass 500 MB im Monat im Vertrag enthalten sind, danach wird gedrosselt, dann ist das nun einmal so. Na gut, so weit runter – also 56 Kbit/s – zu drosseln, ist schon dämlich. Ebenso dämlich wie die Aussage des Unbegrenzten. Das gibt es nun einmal nicht in Deutschland.

Ob sich das irgendwann mal ändert? Kann ich nicht sagen. Wer weiß, vielleicht heißt es irgendwann zu Pflaumenpfingsten kurz nach Kirschweihnachten dann doch mal, dass man für den Betrag X alle Internet-Dienste unbegrenzt über alle Kanäle nutzen kann. Aber im Moment darf es einfach nur heißen, dass die Mobilfunk-Anbieter sich lieber schämen sollten, solche mickrigen Inklusivleistungen anzupreisen und sich auch noch abfeiern lassen zu wollen. Irgendwann werden die Volumina vielleicht brauchbarer werden. Das passiert aber in der Zukunft und hat nichts mit solchen gerichtlichen Debatten zu tun, oder?

Über Henning Uhle
Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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