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Logo von Amazon.com - Autor unbekannt - (C) Public domain via Wikimedia Commons Logo von Amazon.com - Autor unbekannt - (C) Public domain via Wikimedia Commons

Amazon Echo Look: Die Internet of Things Stilberatung?

Man muss den Leuten nur erzählen, dass die jeden Quatsch brauchen, dann kaufen die auch die Kamera namens Amazon Echo Look. Fashion Blogger machen das. Die werden der lieben Kundschaft schon erzählen, dass man ganz dringend eine Kamera mit Sprachassistenz und Verbindung zum Shop von Amazon und zu den sozialen Netzwerken braucht. Sagt mal, Amazon, geht’s noch? Alexa hockt nun künftig im Kleiderschrank. Und sonst so?

„Alexa, mach ein Foto!“ oder „Alexa, nimm ein Video auf!“ – der Himmel ist nah für alle Selbstverliebten, Instagramer, Fashion und Beauty Blogger und all die, die sich gern zeigen. So einfach verkauft uns das Amazon allerdings nicht. Das Ding ist eine Stilberatung. Man kann per Sprachsteuerung Fotos oder Videos von sich aufnehmen, um sich zu betrachten. Und man kann verschiedene Fotos als Vergleich einsenden, und eine Künstliche Intelligenz wertet sie aus und gibt ein Statement ab, was besser ist.

Wow, dolle Sache. Denn wenn etwas nicht so richtig nach den eigenen Wünschen klappt, kann der Kunde dann gleich bei Amazon nachbestellen. Dieses Ding kostet schlanke 200 US-Dollar, ist also das teuerste Gerät aus dem ganzen Echo-Universum. Neben dem „Echo“ und dem kleinen „Echo Dot“ wollen sie nun also mit diesem Gadget, was außer mit der Kamera mit nichts um die Ecke kommt, was die anderen auch schon mitbringen, die Welt erobern. Die denken sich sicherlich: Irgendwer wird das schon kaufen. Und vermutlich wird das auch so werden.

Die ganzen Echo-Geräte stehen ja in der Kritik, weil sie nie ganz „aus“ sind. Denn sie werden ja per Zuruf geweckt. Was wäre denn, wenn die Kamera „Echo Look“ nun rumstehen würde? Dann könnte man mit dem Echo-Zeug nicht nur mithören, man könnte sogar wie im Big-Brother-Container live dabei sein. Also wer Zugang zu den Geräten hat. Mir fielen da unbedingt Geheimdienste oder die Werbeindustrie ein. Und das für schmale 200 Flocken, Donnerwetter! Aber hey, dafür muss niemand mehr ein Smartphone halten für die lästige Selfie-Pflicht.

Vielleicht hocken sie ja auch in Seattle im Hauptsitz beim Kaffee mit Jeff Bezos und denken sich: Das glauben die uns nie, dass die das brauchen. Und dann lachen sie sich kaputt über ihre Kunden. Das Echo-System mit dem Alexa-Sprachassistenten wird von nicht wenigen als Sicherheitsrisiko angesehen. Manche sagen, dass das Ganze eine Wanze sei. Nun ja, dann hat Amazon halt einfach die Wanze nun mit einer Kamera ausgestattet. Und diese Wanze mit ihrer Kamera sagt dann dem Kunden auch noch, dass beim Anbieter dieser Wanze doch viel geilere Klamotten zu finden sind als die Fetzen, die der Kunde gerade anhat.

Wahrscheinlich bin ich nur zu sehr unmodisch, um den kolossalen Nutzen der Echo Look zu erkennen. Ich kaufe nun mal nicht Unmassen von Kleidung. Und ich bin auch kein Fashion Blogger oder Beauty Blogger. Ich muss mich nicht pausenlos im Kameralicht räkeln, wobei das wahrscheinlich auch relativ seltsam aussehen würde. Ich jedenfalls sehe da mehr die großen Risiken solcher Dinge, als dass sie irgendeinen Nutzen für mich hätten. Aber das muss ja nichts heißen, vielleicht blicke ich hier nur etwas nicht.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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