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Gesichtspalme #31 – Verbot von verschlüsselten Messengern

Ich warne ja davor, im Nachhall des Anschlags auf Charlie Hebdo irrational zu handeln. Aber genau das passiert wohl in Großbritannien. Sicherlich ist Ihnen auch schon die Meldung untergekommen, dass derzeit im Vereinigten Königreich darüber sehr laut nachgedacht wird, ob man nicht etwa Messenger, die eine Verschlüsselung mitbringen, verbieten sollte. Und sorry, das bekommt eine Gesichtspalme.

Man will wirksam den Terror bekämpfen, und deshalb muss man im Zweifelsfall an die Kommunikation via WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram oder Chiffry und wie sie alle heißen ran. WhatsApp hatte man ja lange Zeit kritisiert, dass der Messenger nicht sauber verschlüsselt. Und nun will man von politischer Seite gegen die Verschlüsselung vorgehen. Kann mir mal jemand erklären, was das soll? Irgendwie geht das doch wie fast immer zu Lasten der Nutzer. Und das geht irgendwie zu weit, denke ich.

Der altehrwürdigen BBC gegenüber hat der britische Premier Cameron kundgetan, dass man einige Gesetze ändern will. Und da muss ich einfach mal fragen, ob das zu glauben ist. Erst schimpft man über mangelhaften Datenschutz, dann wird er stark verbessert und soll letztlich verboten werden. Große Klasse, das schafft Vertrauen, oder was meinen Sie?

Natürlich muss man irgendwas tun. Man hatte die mutmaßlichen Attentäter von Charlie Hebdo einfach mal aus den Augen verloren. Und man muss bei der Verbrechensbekämpfung sicherlich nachbessern. Aber muss man da gleich den Datenschutz über Bord werfen? Cameron will gleich mal alle als sicher geltende Messenger, die die Kommunikation verschlüsseln (Threema zum Beispiel), verbieten lassen.

Klar, man faselt darüber, dass es ausschließlich die Nachrichtenströme von verdächtigen Personen betreffen soll, die man abfangen will. Aber bei Mobilenote steht richtigerweise auch die Frage, was einen Nutzer von verschlüsselten Messengern denn verdächtig macht. Rein die Nutzung? Auffälliges Verhalten? Was ist denn dabei auffällig? Das ist doch dann alles höchst schwammig, denken Sie nicht auch?

Letztlich ist dann aber auch festzuhalten, dass die Behörden keine Ahnung haben. Sie wissen einerseits nicht, ab wann jemand als terrorverdächtig gilt. Und sie haben andererseits keinen Schimmer, wie sie im Verdachtsfall an die verschlüsselten Daten gelangen können. Und dann macht man es sich eben einfach und wedelt mit Verboten herum. Aber soll das etwas helfen, damit solche Dinge wie in Paris, in London, in Madrid oder New York nicht mehr passieren können und Organisationen wie IS oder Boko Haram an ihrem Tun gehindert werden? Ich habe so meine Zweifel. Es wird einfach mal der Datenschutz geopfert. Aber am Ende könnte nichts dabei herauskommen. Aber was weiß ich denn schon?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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