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Huawei künftig ohne Windows Phone und ohne Tizen

Es soll Windows Phones vom Hersteller Huawei gegeben haben. Soll es wirklich. Aber wie gesagt: Soll. Selbst Leute, die im Markt arbeiten, können sich – wenn überhaupt – nur dunkel daran erinnern, dass es Windows Phones von denen gegeben haben soll. Tja, und Huawei hat jetzt kund getan, dass es künftig keine Teile mit dem System von Microsoft mehr geben soll. Punkt. Aus. Werden wir es vermissen?

Der chinesische Konzern, der so viel Aufsehen mit seinem Ascend-P-Modell erregt hatte, wird künftig keine Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone mehr ausliefern. Es würde wohl wenig Sinn ergeben, Geräte zu bauen, bei denen nur Verluste erwirtschaftet werden würden. Angeblich hätte man wohl nur draufgezahlt. Natürlich hat man so seine Probleme damit, sich ausschließlich auf das System Android zu versteifen. Aber momentan hat man angeblich keine andere Wahl.

Sorry, aber hat man jemand eine paar Taschentücher für Richard Yu, dem Chef von Huawei Consumer Business Group? Wenigstens hat er zum Trocknen der Krokodilstränen feststellen können, dass Huawei mit Google gut zusammenarbeiten würde. Bravo, die Welt ist gerettet!

Also wenn es ein Huawei-Gerät mit Windows Phone gegeben hat, dann war das eher nur eine Randerscheinung, wie auch Dennis Vitt geschrieben hat. Also habe ich mal gesucht. Es gab vor etwa 1,5 Jahren mal ein „Huawei Ascend W1„. Wird wohl so der große Erfolg nicht gewesen sein, wenn die chinesische Firma schon keine Lust mehr auf das System hat. Es sei nicht profitabel. Wirklich? Die Lumia-Flotte (ehemals Nokia) ist ja auch profitabel. Woran mag es dann liegen, dass Huawei nicht erfolgreich damit war?

Wie auch immer. Der Hersteller war ja auch mal aktiv in der Allianz zur Schaffung und Vermarktung von Tizen, der Tizen Association unter Federführung von Samsung und Intel. Auch darauf scheinen sie keine Lust mehr zu haben. Und sie bekommen kalte Füße, weil sie sich so eng an Google hängen? Wenn man alles außer eins ausschließt, darf man sich nicht wundern, wenn man sich dem einen ausliefert. Oder?

Davon abgesehen, wurde über Richard Yu immer schon gern mal erzählt, dass er „Müll“ erzählen würde. Das hat sogar der Wirtschaftsdienst Bloomberg letztes Jahr schon kund getan. Da hatte sich Yu abfällig über Samsung und Apple geäußert. Meine Meinung ist, dass Richard Yu einfach mal wieder durch die Gazetten laufen wollte. Ich würde das nicht so ernst nehmen.

Klar, Microsoft verlangt – soweit ich mitbekommen habe – einiges an Lizenzgebühren für Windows Phone. Um viel Marge einzustreichen, müssten dann Premium-Geräte einiges kosten und wären marktuntauglich. Aber warum lässt Huawei nun plötzlich die Finger von Tizen, das der Konzern ja lange Zeit hoch gelobt hatte? Verstehen muss das niemand. Aber vielleicht brauchte Yu einfach nur ein wenig Aufmerksamkeit. Die hat er nun, nun kann sich die Welt weiterdrehen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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