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O2 und E-Plus fusioniert - (C) Tim Reckmann / pixelio.de O2 und E-Plus fusioniert - (C) Tim Reckmann / pixelio.de

O2 und E-Plus – Fusion zweier Krüppel

Die Nacht platzte die Bombe (ja, liebe NSA). Die spanische Telefónica und die holländische KPN haben sich darauf verständigt, die deutschen Töchter O2 und E-Plus zu vereinigen. Die Spanier haben nämlich mit den Niederländern einen Deal gemacht, die deutsche E-Plus zu übernehmen.

Was bedeutet das nun für die Nutzer? Und was sagen andere dazu? Da muss ich mal kurz ausspähen (ja, liebe NSA), was man so im Allgemeinen davon hält.

Gestern war ich im BASE-Laden meines Vertrauens. Mein geliebtes Samsung Wave 3 habe ich ja von BASE. Ich habe mal kurz geschaut, wie so das Angebot dort ist. Aber ich bin fast rückwärts wieder hinaus gestolpert wegen des Angebots. Es waren vielleicht 10 Modelle, die sie dort ausstellten. Gähnende Leere, wo sonst die Vitrinen und so voll waren. Die Hälfte der Modelle war von Samsung, ein Sony-Modell und das kleinste der Nokia Lumia-Reihe. Irgendwelche anderen Geräte lagen dort auch herum. Aber so richtige Kracher-Modelle, wie das (fast nebenan) angebotene Huawei Ascend P6 oder das (im gleichen Center feil gebotene) Nokia Lumia 925, findet man dort nicht. Es sah ziemlich trostlos aus.

Für mich wird BASE immer weniger attraktiv als Netzbetreiber. Einerseits bieten sie derzeit recht wenig richtig gute Geräte (weil ich ja Samsung als Anbieter ablehne), andererseits schaue ich immer wieder neidisch Bekannten zu, die mit ihren Mobilgeräten „mal fix“ irgendwas im Internet aufrufen. „Mal fix“ ist nämlich ein Fremdwort für BASE-Kunden. Für O2-Kunden dagegen soll der Begriff „Netzabdeckung“ ein Fremdwort sein. Und da will man jetzt gemeinsam dagegen vorgehen.

Für 5 Milliarden Euro und 17,6 Prozent an Telefónica Deutschland verkauft KPN nun E-Plus, die Mutter von BASE, an Telefónica. Würden danach alle Kunden beider Anbieter bei der Stange bleiben, wäre man in Deutschland der größte Mobilfunker. Man hätte 43 Millionen Kunden, Vodafone 32,2 Millionen und die Telekom 37 Millionen Kunden. Ja, das würde in Summe 112 Millionen Kunden ergeben, was rund 30 Millionen mehr als die Einwohner wären, aber sei’s drum. Firmenhandys, Zweithandys etc. zählen ja mit in die Zahlen.

Man hat zwar den Handschlag, aber sowohl Aktionäre als auch Behörden müssen noch zustimmen. Ist das erfolgt, könnte die Übernahme und damit die Fusion der Töchter für Mitte nächsten Jahres angepeilt sein. Man wolle dann eine hohe Qualität und Kapazität im Mobilfunknetz für Datenangebote sowie ein umfassendes Distributionsnetzwerk anbieten.

Verwundert ist dabei nicht nur Golem, die messerscharf feststellen, dass noch im Mai Telefónica-Deutschland-Chef René Schuster eine Fusion in naher Zukunft ausgeschlossen hatte. Auch Heise ist etwas desorientiert, wenn sie schreiben, dass dann doch alles ganz schnell ging. Der Blog MobiFlip wirft gleich mal mit einem neuen Markennamen um sich, indem René Hesse „O2-Plus“ ins Spiel bringt. Aber die beste Einschätzung zu der Nachricht stammt vom Caschy, der in seinem Blog schreibt:

Fakt ist: zwei Hähnchen ergeben keinen Adler.

Denn die genannten Probleme werden durch die bevorstehende Fusion nicht unbedingt aus der Welt sein. Man muss sehen, wohin das Ganze dann führt. Aber E-Plus-Kunden würde es sicherlich freuen, da vom O2-Netz behauptet wird, es würde eine höhere Qualität bieten. Na, mal sehen.

O2 und E-Plus fusioniert – (C) Tim Reckmann / pixelio.de

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

6 Gedanken zu „O2 und E-Plus – Fusion zweier Krüppel

  1. Pingback: mobilenote
  2. Die Telefonabdeckung bei O2 ist ok, Datenverbindungen auf dem Lande eine absolute Zumutung. Null Veränderung in zwei Jahren Vertragslaufzeit.

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