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Telegram: Messenger zum Hinterfragen? Oder alles heiße Luft?

Telegram: Der wohl am meisten ernst zu nehmende Konkurrent zu Platzhirsch WhatsApp sorgt für mulmige Gefühle. Manches ist keine heile Welt. Es ist eben bei dem an sich recht beliebten Messenger lange nicht alles Gold, was da vor sich hin glänzt. Vieles blendet man einfach aus. So nach dem Motto: Was können DIE mir schon anhaben? Aber so einfach ist es eben nicht. Vor ein paar Tagen wurde mal wieder der aus Russland stammende unter die Lupe genommen. Und es wurde mal wieder in Erinnerung gerufen, was da zu beachten ist.

Wie es allen Messengern eigen ist, sollte man auch bei Telegram immer wieder hinterfragen, was mit den Daten geschieht. Ich denke, da nehmen sich WhatsApp, Threema, Chiffry, der Facebook Messenger nichts mit dem blauen Programm. Ob Threema wirklich so sicher ist, wie es immer erzählt wird, weiß man ja am Ende ebenso wenig, wie das auch bei Chiffry nicht bekannt ist. Es ist davon auszugehen, ja. Aber wissen wir es wirklich? Und so ist das auch bei Telegram. Über die beiden Messenger der Facebook-Konzerngruppe reden wir dabei noch gar nicht.

Telegram ist kostenlos für die Nutzer. Insofern darf man da schon hinterfragen, wie sich denn der Betrieb der Messenger-Infrastruktur rechnet. Wir sind uns ja einig darüber, dass das Geld dann irgendwie anders verdient werden muss. Nun muss man wissen, dass die Betreiber von Telegram, die Brüder Pawel und Nikolai Durow auch hinter dem russischen Facebook-Konkurrenten „VK.com“ stecken. Und über das werden auch immer wieder seltsame Dinge bekannt, wie eine zu enge Nähe zur Verwaltung des russischen Staats.

Man könnte jetzt hergehen und einfach mal behaupten, dass die Durow-Brüder Nutzerdaten an den russischen Staat verkaufen würden und sich auf diese Art und Weise finanzieren. Aber ich weiß nicht. Mir kommt das alles zu sehr wie eine Verschwörungstheorie vor. Fakt ist aber, dass nicht so richtig klar ist, wie man es hinbekommt, dass Telegram profitabel ist. Der Messenger wird ja auch immer fleißig weiter entwickelt. Und jede Entwicklung kostet Geld. Wo kommt das her? Wie würde man es denn anstellen, die Firma zu befragen?

So richtig ist das wohl nicht gelungen. Denn man hat wohl noch nicht so richtig herausgefunden, wo denn die Telegram-Macher eigentlich sitzen. Irgendwie kommt man bei der Suche von Briefkastenfirma zu Briefkastenfirma. Und man kommt zu einer Investmentfirma namens Digital Fortress. Die gehört den Durows. Aber Investmentfirmen müssen ja auch irgendwo ihr Geld verdienen. Die haben ja irgendwelche Investment Fonds, in die Kunden investieren können. So wird sich wohl Telegram finanzieren. Aber welchen Grund könnte ein Investor haben, über einen Fonds bei Telegram zu investieren? Wenn ich irgendwo Geld reinstecke, will ich ja irgendwas davon haben. Und das ist alles irgendwie undurchsichtig.

Wie auch immer. Telegram, WhatsApp, der Facebook Messenger und Co. haben eins gemein: Der Nutzer sollte sich darüber im Klaren sein, dass man davon absehen sollte, allzu viele sensible Daten dort preis zu geben. Irgendwie könnte das Eine oder Andere von irrlichternden Leuten verwendet werden. Ob das bei Messengern, die mit Verschlüsselung Werbung laufen, entspannter gesehen werden kann, kann ich nicht abschließend beurteilen. Am Ende muss man sich aber darüber im Klaren sein, dass man bei jedem Messenger die Infrastruktur des Anbieters nutzt, der ggf. Daten lesen kann.

Nun werden die Nachrichten bei Threema und Chiffry wohl von Ende zu Ende verschlüsselt. Das heißt, dass ein Mitlesen einer dritten Kraft nicht so ohne weiteres möglich ist. Damit wirbt aber auch Telegram. Allerdings wird hier der Verschlüsselungsalgorithmus SHA-1 verwendet, der von der NSA entwickelt wurde und als „gebrochen“ eingestuft wird. Das lässt sich nun einmal nicht weg diskutieren, die Fakten sind nun einmal vorhanden. Darum gilt einfach folgende Schlussbemerkung.

Telegram ist sicher ein gutes Kommunikationsmittel. Wie auch jeder andere Messenger. Man darf sich aber nicht darauf verlassen, dass nicht mitgelesen wird. Darum sollte man auf das Transportieren sensibler Informationen über Telegram verzichten. Des Weiteren hilft es immer kolossal, wenn man solchen Technologien gegenüber ein gesundes Misstrauen hat. Nein, Angst ist der falsche Ratgeber. Aber wenn man weiß, was man tut, kann auch Telegram ein entspannter Weg sein, um mit Kontakten in Verbindung zu bleiben.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „Telegram: Messenger zum Hinterfragen? Oder alles heiße Luft?

  1. Weshalb soll fraglich sein, ob Threema so sicher ist, „wie immer behauptet wird“? Es gab doch ein externes Sicherheits-Audit, welches diese Frage eindeutig beantwortet.

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