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Threema für Windows Phone - Screenshot bei WindowsPhone.com Threema für Windows Phone - Screenshot bei WindowsPhone.com

Threema: Die Schweiz nicht um jeden Preis

Threema ist die WhatsApp-Variante, die wirklichen Datenschutz verspricht und dafür Geld kostet. Die Betreiber werben bisher mit der sicheren Schweiz. Aber das muss ja nicht so bleiben. Denn die Schweiz macht einen auf Vorratsdatenspeicherung. Also genau das, was im Falle der Anschläge im Vorfeld genau zu nichts geführt aber Unmengen von Daten gefressen hat. Und die Schweiz setzt indirekt mit dem „BÜPF“ Threema die Pistole auf die Brust. Wahrscheinlich lassen sich das die Betreiber aber nicht bieten und würden notfalls die Eidgenossenschaft verlassen.

Das Bundesgesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) erhält einen neuen Verordnungsentwurf, wie es heißt. Und in dem heißt es, dass Applikationen und Chatfunktionen „im Ausnahmefall“ dazu gezwungen werden können, eine Vorratsdatenspeicherung anzulegen. In dieser sollen Dauer, Partner und Gerät und so etwas gespeichert werden. Und genau das widerspricht der Philosophie von Threema, die dann ggf. die Server und sogar den Geschäftssitz aus der Schweiz herauslagern könnten, wenn sie zur Speicherung gezwungen werden sollten.

Denn das große Werbeversprechen ist eben, dass Threema so gut wie keine Daten speichert. Der Messenger speichert derzeit lediglich den öffentlichen Schlüssel und das Datum des letzten Logins. Erst einmal wurden Daten herausgegeben. Und Daten sind nur dann zuordenbar, wenn Handynummer oder Email-Adresse mit der so genannten Threma-ID verknüpft seien. Wenn das „BÜPF“ dann tatsächlich so kommt, wie sich das die Behörden in der Schweiz vorstellen, wäre denkbar, dass Threema mehr Daten sammeln muss. Und was will dann ein Nutzer noch mit dem Dienst, wenn das Alleinstellungsmerkmal nicht mehr besteht?

Die Schweiz gilt als verschwiegen. Deshalb ist von den verschlüsselnden Messengern auch Threema der beliebteste. Protonmail ist ebenfalls aus der Schweiz. Wie Threema denkt Protonmail darüber nach, aufgrund des „BÜPF“ ins Ausland zu ziehen. Ich habe so gut wie keinen Kontakt bei Threema, „weil ja alle bei WhatsApp sind“. Wenn nun das „BÜPF“ greifen würde, wäre doch die Threma-Anschaffung unsinnig. Denn was wäre denn dann noch der Vorteil?

Und was wäre dann die Alternative? Wird dann Chiffry mal wieder en-vogue? Oder sind die Zeiten vorbei? Und wie verhält sich der deutsche Messenger aus dem anhaltinischen Teutschenthal in Sachen Vorratsdatenspeicherung? Fragen über Fragen. Und deshalb ist man nicht gewillt, sich von WhatsApp zu trennen. Schade eigentlich, oder?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

5 Gedanken zu „Threema: Die Schweiz nicht um jeden Preis

  1. Ist doch konsequent, dass Threema die Schweiz verlassen würde, wenn sie gezwungen wären, Vorratsdaten zu speichern. Daher scheint sich die „Anschaffung“ auf jeden Fall zu lohen. Wer sich darüber beklagt, dass zu wenige seiner Kontakte bei Threema (oder sonst einem sicheren Messenger) sind, soll einfach WhatsApp löschen und den engsten Kontakten die neuen Kontaktdaten bekanntgeben, die werden dann schon folgen. Bei mir ist mittlerweile über die Hälfte meines Adressbuchs bei Threema (und wohl auch noch ein paar weitere, die keine Rufnummer verknüpft haben).

  2. Wenn jeder so denkt «weil ich keine Kontakte habe…», nutze ich Threema nicht, ist es kein wunder, dass alle bei Whats App sind. :-( Threema wenn immer möglich nutzen, jedenfalls bei denen Kontakten die vorhanden sind und konsequent immer mit Threema antworten. So zeigt man, dass man es ernst meint und persönlich die eigenen Daten wichtig sind. Und auf keinen Fall Bilder und Fotos via Whats App verschicken.

    Man kann mit echter Überzeugung auch Gruppenzwängen widerstehen. Wenn’s beim Rauchen geklappt hat, klappts doch auch hier…

    1. Hallo, nein, da lassen sich die Leute nicht dazu überreden. Es geht ja auch immer darum, dass man „bei den horrenden Anschaffungskosten“ denken „muss“, dass Threema dem Nutzer in die Tasche greift. Dass das nicht so stimmt, ist mir klar. Aber nicht jedem, den man von Threema überzeugen will.

  3. Nur mal so gesagt Büpf ist durchgekommen da kein Referndum ergriffen worden ist und dank dem NDG (neuen nachrichtendienst gesetz“ kann jetzt jedes haus ohne richterliche kontrolle verwanzt und abgehört werden.

    kurz gesagt wir haben die grössere nsa als die amis – dank dem stimmvieh hier

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