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WhatsApp auf einem iPhone - (C) antonbe CC0 via Pixabay.de WhatsApp auf einem iPhone - (C) antonbe CC0 via Pixabay.de

Trotz Verschlüsselung: WhatsApp bleibt Unsicherheitsfaktor

Was haben sich alle gefreut, als bei WhatsApp die generelle Verschlüsselung endlich eingeführt wurde. Keine Frage, auch ich war mit dabei. Einen großen Schritt hat der Messenger getan, alles wird nun gut. Und alle Nutzer können WhatsApp nun wie stille Post nutzen. Nicht mal WhatsApp kann mehr mitlesen. Wir brechen in Jubelstürme aus und huldigen den WhatsApp-Machern. Oder ist es doch nicht ganz so einfach?

Ja, es ist gut, dass WhatsApp endlich eine Verschlüsselung eingeführt hat. Aber: Haben Sie dazu ein Update erhalten? Irgendwie nicht, habe ich Recht? Und das ist das Problem, was derzeit gesehen wird: Wenn WhatsApp zentral die Verschlüsselung einschalten kann, können sie diese auch jederzeit wieder ausschalten. Und der jeweilige Nutzer kann nichts dagegen tun. Ob man will oder nicht, man ist darauf angewiesen, dass die Verschlüsselung in Gottes Namen aktiv bleibt.

Und was verschlüsselt denn der Messenger eigentlich? Ja, die Chats. Alles wunderbar, oder? Eben nicht. Denn es wird nicht verschlüsselt, wer mit wem in Kontakt steht. Und hier können ja Behörden ggf. einhaken und die Entschlüsselung der Chats von Person XYZ fordern, wenn diese in irgendeiner Form in Ungnade gefallen ist. Natürlich ist das ein bisschen weit hergeholt, aber ganz von der Hand zu weisen ist das nicht.

Also doch wieder andere Messenger? Klar, das kann man gern so machen. Aber wie wäre es denn, wenn man sich darüber im Klaren wäre, dass nichts geheim und verborgen bleiben muss, was über Infrastrukturen Dritter transportiert wird? Ich kann mich gut an eine Talkshow erinnern, in der die damalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zu Gast war und gesagt hat, dass sensible Dinge generell nie am Telefon, per Email oder Chat besprochen werden sollten. Das wäre doch der richtige Ansatz, denke ich.

Wir palavern ständig über Datensicherheit. Wenn aber wirklich sensible Dinge von Person A zu Person B gelangen müssen, dann macht man das doch lieber persönlich. Denn wir müssen uns schon darüber klar sein, dass es niemals eine absolute Sicherheit geben kann. Auch Datensicherheit kann niemals zu 100% gewährleistet werden. Das geben viele technische Gegebenheiten einfach mal nicht her.

Und was WhatsApp betrifft: Es gibt immernoch Anwälte und so, die der Meinung sind, dass man WhatsApp in der EU eh nicht nutzen dürfte. Denn WhatsApp hat ja gar keinen europäischen Sitz. Wie dem auch sei, man sollte sich auf jeden Fall darüber im Klaren sein, welche Dinge man darüber austauscht und welche nicht. Darüber sind wir uns doch einig, oder?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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