Vorgehen bei Kosten für nicht genutzte 0900-Mehrwertdienste

Bei einem Anruf auf einer Mehrwertnummer (0900er Nummer bzw. fünfstellige Premium-Nummer im Handynetz) muss zunächst eine Tarifansage erfolgen. Es gibt Blocktarife bis 30,- Euro und Minutentarife bis 2,- Euro die Minute. Zwischen Tarifansage und Weiterleitung muss eine Pause von drei Sekunden liegen. Bei Premium-SMS muss die Kostenmitteilung in jeder Antwort-SMS vorhanden sein, bei einem Faxservice im ersten Viertel der ersten Seite. Sollten Ihnen auf Ihrer Telefonrechnung auffallen, dass diese Kosten für Mehrwertdienste enthält. die Sie nicht genutzt haben oder die nicht als Mehrwertdienst gekennzeichnet waren, sind Sie möglicherweise Opfer eines Mehrwertdienst-Betruges geworden. Besonders Telefonsex-, Gewinnspiel-Dienste sind bekannt für solche Betrügereien.

Beweise sichern, Sachlage klären
Wichtig beim Vorgehen gegen einen solchen Betrug ist, sofort zu reagieren. Bewahren Sie alle Schriftstücke gut auf. Sichern Sie erhaltene SMS auf Ihrem Handy am besten fotografisch. Fordern Sie einen Einzelverbindungsnachweis bei Ihrem Telekommunikationsanbieter an.

Klären Sie, ob Sie den Mehrwertdienst tatsächlich genutzt haben und ob eine Preisansage erfolgte. Denken Sie dabei auch an mögliche Werbegespräche, oft wird im Rahmen von Telefonsex-, Gewinnspiel-Anrufen auf eine Mehrwertnummer weitergeleitet.

Sind Sie davon überzeugt, Opfer eines Betruges zu sein, gehen Sie wie folgt vor.

  • Widersprechen Sie bei Ihrer Bank der Lastschrift der Rechnung.
  • Widersprechen Sie der Rechnung über den Mehrwertdienst bei Ihrem Telefonanbieter und beim Anbieter der Mehrwertleistung.
  • Geben Sie genau an, welche Beträge Sie aus welchem Grund nicht zahlen. Rechnungsnummer und Telefonnummer nicht vergessen.
  • Die beanstandete Rechnung nur unter ausdrücklichem Vorbehalt bezahlen. Sagen Sie Ihrem Provider, dass Sie die fraglichen Posten nach Klärung der Sachlage von einer der nächsten Rechnungen abziehen.
  • Nehmen Sie den Widerspruch schriftlich vor, mittels Einschreiben mit Rückschein.

Hinweis: Sehr oft versuchen die Täter, den Scham von Leuten auszunutzen. Auch wenn es bei dem Betrugsversuch um die angebliche Inanspruchnahme einer Telefonsex-Hotline geht, widersprechen Sie sofort. Wer kein Widerspruch einlegt (aus Scham), der bekommt das gezahlte Geld nicht wieder! Mehr Infos zu genau diesem Thema auf Telefonsex-Hilfe.de.

Nicht selten läuft der Widerspruch gegen eine Forderung nur mit erheblichen Problemen ab. Die Betreiber der Mehrwertdienste behaupten z.B., nur „Verbindungsnetzbetreiber“ zu sein. Dieser darf aber keine Forderungen stellen oder muss Ihnen eine Abtretungserklärung inklusive der Anschrift des eigentlichen Anbieters überlassen. Der Provider darf Ihnen nicht den Anschluss sperren, möglicherweise müssen Sie sich mit aufdringlichen Inkassounternehmen auseinandersetzen, gegen deren Vorgehen Sie bei Gericht Beschwerde einlegen können. In manchen Fällen muss letztlich ein Anwalt beauftragt werden, um Forderungen abzuweisen.

Damit es kein nächstes Mal gibt
Um sich und andere vor Betrug zu schützen, sollten Sie präventiv tätig werden. Sperren Sie bei Ihrem Telefonprovider Mehrwertdienste falls Sie nicht vorhaben, welche zu nutzen. Auch können Sie nur Telefonsex-Dienste, Gewinnspiel-Dienste, 0900-Dialer etc. sperren lassen. Oft geht dies auch bei Handyanbietern. Teilen Sie der Bundesnetzagentur mit, welche Nummer missbräuchlich verwendet wird, damit diese dagegen vorgehen kann.

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Veröffentlicht unter Mobil Getagged mit: , ,

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>