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Twitter - (C) kpgolfpro CC0 via Pixabay.de Twitter - (C) kpgolfpro CC0 via Pixabay.de

Wie Twitter sich selbst kaputt macht

He, Twitter, altes Haus, wir müssen mal reden. Was stellst du eigentlich mit deiner App an? Die ist so grässlich, die kann man nicht benutzen. Und Alternativen? Die machst du reihenweise kaputt. Denen legst du ein so genanntes Token-Limit auf den Rücken und schmeißt sie dann raus. Sag mal, wie denkst du dir das eigentlich? Soll das wirklich auf ewig so weitergehen? Denkst du ernsthaft, das wäre die Zukunft? Wenn das so ist, wirst du wohl bald keine Nutzer mehr haben. Ich hoffe, dann bist du zufrieden.

Vorbemerkung

Twitter auf dem Smartphone - (C) MarcoGonzalez CC0 via Pixabay.de
Twitter auf dem Smartphone – (C) MarcoGonzalez CC0 via Pixabay.de

Ich nutze Twitter wirklich sehr gern. Aber was sich der Kurznachrichtendienst oder eben das soziale Netzwerk da immer wieder herausnimmt, geht fast auf keine Kuhhaut mehr. Irgendwie macht es langsam keinen Spaß mehr, Twitter überhaupt zu nutzen. Man macht es aber trotzdem. Aus Mangel an Alternativen. Denn weder Google+ noch Facebook können das bieten, was Twitter bietet: Den schnellen Überblick über das aktuelle Geschehen in richtiger Reihenfolge.

Wobei: Das ist ja auch im Gespräch, dass das wegfallen soll. Dann will Twitter genug von den Nutzern gelernt haben, um die Anzeige eines Algorithmus-gesteuerten Nachrichtenstrom nicht mehr optional, sondern obligatorisch zu machen. Aber darum geht es jetzt gar nicht. Es geht um die Clients, um die Apps. Ehrlich, Twitter, da hast du große Gülle fabriziert. Ich lege das auch mal dar, warum ich das so sehe. Und ich stehe mit dieser Meinung alles andere als allein da.

Hast du dir mal deine App angeschaut?

Das Twitter-Vögelchen - (C) Nemo CC0 via Pixabay.de
Das Twitter-Vögelchen – (C) Nemo CC0 via Pixabay.de

Also, nein, Twitter, deine App kannst du doch nicht ernst meinen. Es ist ja nicht nur so, dass diese blöde App viel zu unübersichtlich ist, um sie am Smartphone sinnvoll nutzen zu können. Es ist außerdem so, dass ich sie einfach unhandlich finde. Und darüber hinaus halte ich diese App für langsamer als alle Alternativen.

Das Schlimme an dieser App ist aber nicht mal die bescheuerte Handhabung oder das Aussehen wie im Spielzeugladen. Das Schlimme an dieser App ist die Werbung. Twitter, es gibt nicht umsonst Werbeblocker. Auf der Webseite von Twitter wird mir im „AdGuard“ angezeigt, dass 15 Werbeeinblendungen weggeblockt wurden. In Worten: Fünfzehn! Sag mal, Twitter, meinst du das ernst? Viel hilft viel, oder was?

Und diese 15 Werbeeinblendungen – gekennzeichnet als „Sponsored Tweet“ – werden natürlich auch in der offiziellen App angezeigt. Hat sich Twitter denn schon mal überlegt, was das für Smartphone-Nutzer bedeutet? Unnützer Datenmüll, mehr nicht. Denn ich will zum Beispiel nichts von Tommy Hilfiger in den Tweets lesen. Und Brillen-Spam von Oakley und Co. bekomme ich genügend per Email, das brauche ich nicht per Tweet. Wenn Twitter einen Algorithmus nutzt, dann hat der Anbieter keine Ahnung von Algorithmen.

Darum Drittanbieter

TwitterMeEs gibt ja jede Menge Drittanbieter-Apps für Twitter. Versteh mich mal nicht falsch, Twitter, man will dich nutzen, aber nicht so. Also die Drittanbieter-Apps. Davon gibt es einen ganzen Sack voll. Für viele kann der Nutzer sogar Geld bezahlen, damit in der App keine Werbung angezeigt wird. Denn die geht aufs Datenvolumen.

Drittanbieter-Apps arbeiten auch schneller, und viele sind auch übersichtlicher als der Original-Quatsch von Twitter. Man kann aber gern was anderes behaupten, wenn man der jämmerliche Anbieter ist. Und der lässt sich es dann nicht bieten, dass Drittanbieter-Apps lieber genutzt werden als das Original, weshalb es ein Token-Limit gibt. Es werden nur sonundso viele Nutzer in die Drittanbieter-App gelassen, dann ist Feierabend.

So hat es Twitter mit so einigen Apps getrieben. Für den PC war es das Tweet Deck, für Smartphones einige mehr. Jüngstes Beispiel ist der Client Fenix, den ich sehr gern nutze. Der ist an diesem dämlichen Limit angekommen. Ob der jemals weiterentwickelt wird, steht in den Sternen. Neue Nutzer bekommt er nicht mehr, und im App Store ist er ebenfalls nicht mehr.

So geht man nicht mit den Nutzern um. Die würden ja gern für die Nutzung bezahlen, wenn das Bezahlmodell fair wäre und Twitter wieder nutzbarer werden würde. Aber einfach irgendwelche Limits aufzwingen und sich ansonsten einen runterholen, das macht man nicht, wenn man angeblich so die Nutzer im Blick hat. So macht sich Twitter selbst kaputt. Aber wahrscheinlich wollen das die Betreiber so. Ich habe nämlich keine andere Erklärung. Sie etwa?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Ein Gedanke zu „Wie Twitter sich selbst kaputt macht

  1. Ich verwende schon sehr lange Hootsuite, damit kann ich auch mit der Gratisversion mehrere Accounts (auch Facebook etc) verwalten. Und ich finde es übersichtlicher. Die Twitter-App für Android fand ich schon immer grauenvoll.

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