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Schallplatten - (C) artemtation CC0 via Pixabay.de Schallplatten - (C) artemtation CC0 via Pixabay.de

30 Jahre „Boing Boom Tschak“ von Kraftwerk

Musique Non-Stop – Was für eine Zeit! Kurz vor Weihnachten beglückten die Mensch-Maschinen die Welt mit einem neuen Album, und man drehte ziemlich durch. Ich weiß noch, wie das damals war, als ich das erste Mal „Musique Non-Stop“ bei mir im Zimmer heulen ließ. Meine Mutter ist damals fast ausgerastet. Und mein Vater war auch ziemlich durch den Wind. Ich glaube, das war damals der Startpunkt, der mich dann selbst mit elektronischer Musik herum experimentieren ließ.

„Boing Boom Tschak“ ist irgendwie das Lied der Liebhaber elektronischer Musik in meinem Alter. „Boing – Peng – Boom Tschak – Peng“ ging das damals drei Minuten lang ab. Eigentlich war das nichts besonderes. Erst recht nicht kompositorisches. Und wie die Roboter-Stimmen dann „Musique Non-Stop, Techno Pop“ grölten, revolutionierte dann doch etwas das Empfinden für Musik. „Boing -Peng – Boom Tschak – Zong Zong“ war die Devise zum Jahresende 1986.

Ich glaube, „Boing Boom Tschak“ und „Musique Non-Stop“ als siamesische Zwillinge auf dem Album „Electric Café“ brachten damals, vor 30 Jahren reihenweise die Liebhaber wohlgefeilter Partituren zum Weinen. Es war damals – trotz „Computerliebe“, „Radio-Aktivität“, „Die Roboter“ etc. – revolutionär, unfassbar, etwas nie da gewesenes. Den Freunden dieser Musik bescherte diese Platte wahre Glücksmomente. Kein Wunder, hatten die Tüftler sich schlappe vier Jahre für die Platte Zeit gelassen.

„Boing Boom Tschak“ war meiner Meinung nach der Wegbereiter für Techno-Musik, die dann die gesamten neunziger Jahre bestimmt hat. Ohne „Boom – Boomboom – Boomboom – pow“ wäre es niemals zu „Hyper Hyper“ von Scooter gekommen. Es mag sein, dass „Musique Non-Stop“ nicht so wahnsinnig erfolgreich war. Darauf kam es aber Kraftwerk eh nie an, glaube ich. Sie waren irgendwie die Punker mit Abitur, Computer und Synthesizer. Denen war doch egal, was die Welt über sie dachte.

Was bleibt, ist sagenhafte Musik, die wohl so nicht anders existieren kann. Die Revoluzzer mit dem Seitenscheitel haben hier ein musikalisches Denkmal hinterlassen. Und das ist auch gut so. Wer weiß, vielleicht hätte es viele Techno-Projekte in den Neunzigern gar nicht gegeben.

 

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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