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Tanzen - (C) Geralt Altmann CC0 via Pixabay.de Tanzen - (C) Geralt Altmann CC0 via Pixabay.de

30 Jahre „It doesn’t have to be“ von Erasure

„You are on one side, I am on the other. Are we divided?“ – So beginnt eins der großartigsten Lieder des britischen New Wave Duos Erasure von 1987. Andy Bell und Vince Clarke hatten gerade den Welthit „Sometimes“ abgeliefert, als ein paar Monate später der nächste große Hit aus dem phänomenalen Album „The Circus“ als Single erschien. Und genau um dieses Lied geht es. „It doesn’t have to be“ aus dem Februar 1987 ist nämlich anders, als es zunächst scheint.

Du bist auf der einen Seite, ich auf der anderen. Sind wir getrennt? Warum können wir nicht zusammen leben? Es gibt keine Rechte, das ist nicht deine Entscheidung. Wir müssen darüber reden, Dinge zu verändern, aber niemand will zuhören. Es muss nicht so sein. Das Herz im Innersten ist das gleiche wie bei allen anderen. Sind wir getrennt? Irgendwer muss immer leiden. Wir sind gebrochen. Da ist niemand übrig, um etwas zu ändern. Ist das die Art, wie es sein soll? Warum können wir das nicht neu gestalten? Es muss nicht so sein. „Schlaf mit mir in deinem Haus. Warum bleibst du nicht bei mir in deinem Haus?“

„It doesn’t have to be“ klingt wie eine Liebeshymne, so ähnlich wie die zwei Königskinder. Wenn man aber genauer hinschaut, dann ist das eine ziemlich ernste Sache, die hier erzählt wird. Erasure setzten sich mit diesem Lied gegen die in Südafrika zu diesem Zeitpunkt immernoch vorherrschende Apartheid ein. Es gab da so etwas wie Zäune. Auf der einen Seite „die Weißen“, auf der anderen Seite „die Neger“. Sie kennen alle die Berichte, die es da gibt. Und Erasure warfen einfach die Frage auf, was wohl passiert, wenn es eine Rassen-übergreifende Liebe geben würde.

Was da so fremdartig in dem Lied klingt, ist Swaheli. Im Mittelteil kommt der „Negerteil“ der südafrikanischen Bevölkerung zu Gehör. Warum bleibt man nicht zusammen, wenn man sich denn liebt? Die beiden Sätze, die ich oben in Anführungszeichen gesetzt habe, sind eben jenes Swaheli. Und sie sind als Aufforderung gedacht, sich ein Herz zu fassen, um eine Veränderung einzuleiten. 30 Jahre später nehmen wir an, dass diese eingetreten ist. Ob Erasure mit dem Lied einen Anteil hatten, wage ich zu bezweifeln. Aber man weiß ja nie.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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