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Piano - (C) cocoparisienne CC0 via Pixabay.de Piano - (C) cocoparisienne CC0 via Pixabay.de

35 Jahre DREAMING OF ME von Depeche Mode

35 Jahre! Meine Güte, waren wir damals jung. Depeche Mode auch. Zu der Zeit war sogar noch Vince Clarke der Schreiberling der Synthie-Götter. Und Vince Clarke hat bis heute eine Gabe, eingängige Melodien zu zaubern. Mute Records gab den damals braven Rotzlöffeln aus Basildon die Chance, eine Single zu veröffentlichen. Das war das freundliche „Dreaming of me“, das dann später nicht mal auf dem Debüt-Album „Speak & Spell“ enthalten war. Mit „Dreaming of me“ verbindet man Satzgesang und gefällige Melodien. Aber da gibt es noch mehr zu sagen.

Man kann jetzt nicht unbedingt sagen, dass „Dreaming of me“ ein gewaltiger Hit war. Eigentlich ist sie die Single so ziemlich der größte Misserfolg. Von Depeche Mode nahm eben damals auch keiner großartig Notiz. Das änderte sich dann mit der Veröffentlichung von „Speak & Spell“ ein halbes Jahr später. Und „Dreaming of me“ war vergessen. Erst später wurde es dann zum Renner, und man entsann sich des feinen Satzgesangs der Band.

Das Licht flackert, der Mensch zuckt zusammen. Der Film wurde unterbrochen. Die ganze Nacht verschmilzt mit dem Morgen, wenn man mit einem entfernten Freund tanzt. Man verließ das Geschehen, der Film war sauber geschnitten, während man schnell redete. Man unterhielt sich über Trauer und Krieg. Und er lachte und spielte eine gute Rolle. Er erinnert sich schnell. Verschwommen sieht er ein Gesicht. Planung, Vernunft, Verstehen wie ein Loch in der Gesellschaft. Er filmt und siebt aus und stellt die Szene dar. Und er träumt von sich selbst.

Das Lied wirkt von der Melodie her wie eine heile Welt. Aber wie das beim New Wave immer schon war, so ist das eben auch hier. Es wird ein Film von einer heilen Welt gedreht, aber draußen ist viel Elend. Das ist so typisch New Wave. Und dazu der niedliche Satzgesang. Bezeichnend für den Widerspruch, der hier dargestellt wird, ist auch das Tralala-Coda, also der Abspann. Das klingt so freundlich und gefällig und könnte zu einem Friede-Freude-Eierkuchen passen. Aber selbst in dieser frühen Phase ihres Schaffens halten Depeche Mode der Welt den Spiegel vor. Denn die Welt ist nicht niedlich. Und das zeigen sie hier.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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