Skip to main content

Conchita Wurst hat den Eurovision Song Contest 2014 würdig gewonnen

Gestern ging es um die Wurst. Solche Schenkelklopfer gab es im Vorfeld des gestrigen Eurovision Song Contests in Kopenhagen zuhauf. Und dann hat sie alles in Grund und Boden gesungen. Ich habe die Show gestern nicht sehen können, aber ich habe mir im Nachgang den Auftritt von ihr bei Youtube angeschaut. Und ich muss sagen: Ein würdiger Auftritt.

Conchita Wurst ist eine Kunstfigur, geschaffen von Tom Neuwirth. Er will mit ihr ein Statement gegen Diskriminierung und Ausgrenzung setzen. Deshalb auch die Frau mit dem Vollbart. Gestern hat Conchita Wurst mit „Rise like a Phoenix“ den Eurovision Song Contest dominiert. Wenn man so die Twitter-Meldungen dazu verfolgt hat, dann war von vornherein klar, dass sie mit diesem Lied den Titel holen kann.

Mit dem Lied greift Conchita Wurst auf das mythische Motiv des Phönix aus der Asche zurück. Tom Neuwirth hatte in der Kindheit oft mit Diskriminierung und Ausgrenzung zu kämpfen gehabt, da er offen zu seiner Homosexualität stand. Und mit diesem Lied steigt er / sie aus der Asche auf.

Das Lied ist eine ganz typische Eurovision-Ballade. Ein getragenes Lied mit viel Pathos. Das Ganze wurde souverän vorgetragen. Wenn ich mich an die unzähligen Tweets meiner Kontakte bei Twitter erinnere, fällt mir sofort auf, dass die den deutschen Beitrag von Elaiza ziemlich weit hinten sahen (was mit Platz 18 auch so eintraf) und ganz vorn Conchita Wurst und den niederländischen Beitrag von The Common Linnets. Und was soll ich sagen? Es ist genau so gekommen.

Ich bin ehrlich, als ich das erste Mal von Conchita Wurst hörte und dass das der österreichische Beitrag ist, fiel mir als erstes ein, dass dies eine Witznummer werden würde. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Denn sie sang wirklich gut, und das Lied ist ein würdiges Gewinner-Lied.

Meinen Kontakten zufolge haben die Zuschauer der Länder allesamt Conchita Wurst nach ganz vorn gewählt, die eventuell eingesetzten Jurys (wie in Deutschland) waren da weitaus skeptischer. So kam es dazu, dass sie von den deutschen Zuschauern auf den ersten, von der deutschen Jury auf den 11. Platz gewählt wurde, was dann mäßige 7 Punkte ergab.

Unterm Strich sagt das doch aus, dass Europa weiter ist, als dass dies irgendwelche Offiziellen zugeben würden. Wurden in den letzten Jahren ausgesprochene Pop-Lieder die Gewinner-Lieder, so ist es in diesem Jahr eine angeblich so langweilige Eurovision-Ballade. Noch dazu von jemandem mit vielleicht etwas ungewöhnlichem Äußeren. Das sagt doch aber auch, dass es das Gesamtpaket war, das gestimmt hat.

Nein, Eurovision muss nicht immer lalala-Pop sein, es kann auch mal eine ganz starke Ballade sein, die dazu noch ein gewaltiges Statement abliefert. Und ehrlich, wenn Sie den Auftritt gestern nicht gesehen haben, dann sollten Sie das bei Youtube unbedingt nachholen. Sie werden staunen, das war schon klasse.

Bildquelle: Conchita Wurst während des Meet & Greet beim Eurovision Song Contest 2014 – von Albin Olsson (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 0 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Ein Gedanke zu „Conchita Wurst hat den Eurovision Song Contest 2014 würdig gewonnen

  1. Herzlichen Glückwunsch nach Ösiland…

    Aber war da mit dem Deutschen Beitrag los? Man gab der Band schon im Vorraus nur wenig Chancen. Warum hat man denn überhaupt diese Band dann zum ESC geschickt? Warum schickt Deutschland sehr häufig, Künstler dort hin die zuvor selbst bei uns keiner kannte?
    Und der diesjährige Beitrag war ja nun wirklich nicht erstklassig. Warum wird dann sowas gewählt. Weil die Sängerin aus der Ukraine abstammt??? hat man auf ESC Politik spekuliert? Aber nein,es liegt am deutschen Publikum.

    Was Deutschland mag ist ja tatsächlich sehr fragwürdig.
    Siehe meine Artikel auf Mobilenote:
    http://mobilenote.de/2014/05/08/kolumne-das-suchte-deutschland-2013-ein-kleiner-exkurs-zu-deutschen-interessen-2/

    Mit Qualität hat das nix zu tun. Auch die Wurst war nicht das Ende von Qualität. Da gefiel mir Schweden mit „Sanna Nielsen“ und ihrem Titel „Undo“ am besten. Es war überaus melodisch und auch ihre Performance war Erstklassig. Am Ende kam Platz 3 raus. Leider nicht mehr. Aber da zeigt sich das Qualität ankommt. Aber warum ausgerechnet kein einziger Punkt aus Deutschland für Schweden kam(?) unbegreiflich!!!

    Die Frau/Mann mit Bart war von vorne herein ein Außenseiter. Hopp oder Topp und ein politischen Statement. Ergo welches Politische Thema ist derzeit Nummer 1 Europa? Ukraine, Russland, Homosexualität… ein wenig von jedem. Zuletzt hatte die Wurst die Nase vorn. Aber die Qualität wurde nicht ganz verworfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.