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Die Ukraine in Europa - (C) nemo via Pixabay Die Ukraine in Europa - (C) nemo via Pixabay

Eurovision Song Contest 2017 – Die Ukraine: Kein Gastgeberland?

Ja, ein ziemlich plakativer Titel, aber beim Eurovision Song Contest nächstes Jahr könnte Tohuwabohu passieren. Grund ist die Ukraine als Gastgeber. Nach dem Sieg von Jamala letztes Jahr in Schweden trägt das osteuropäische Land zum wiederholten Mal den großen Musikwettstreit aus. Dafür wurde einiges an Geld locker gemacht. Und genau das sorgt für ziemliches Durcheinander und Personalnotstand.

Mit dem Klagelied „1944“ gewann Jamala letztes Jahr den Eurovision Song Contest vor dem beeindruckenden australischen Beitrag. Wer sich nicht erinnert, das war der Beitrag, der nur schwer den Weg in die Gehörgänge fand. Nun ist im Mai kommenden Jahres Kiew der Austragungsort. Deutschland macht ja auch wieder mit, obwohl das viel zu wenig in Schweden war. Und die Ukraine hat jetzt ein gewaltiges Problem damit, die Reservierung des Budgets für die Austragung zu rechtfertigen.

Denn das staatliche Fernsehen NTU hat von seinem Jahresbudget in Höhe von 43 Millionen Euro ein Drittel – oder 16 Millionen Euro – für die Mammut-Veranstaltung reserviert. Von der Stadt Kiew kommt nach Zusage von Bürgermeister Vitali Klitschko eine weitere Zahlung in Höhe von 7 Millionen Euro. Jedenfalls war die Reservierung vom Senderbudget zu viel für den Chef des Senders. Denn der trat kurzerhand zurück und hat gefragt, ob das der Ernst der Ukraine sei.

Nun muss man wissen, dass der Sender chronische Geldprobleme hat. So haben die Mitgliedsländer Deutschland und Dänemark im Jahr 2015 EBU-Programme zur unentgeltlichen Ausstrahlung zur Verfügung gestellt. Der Sender befindet sich mitten in einem großen Reformprozess. Und da darf es schon zu fragen gestattet sein, ob man denn nicht diese Veranstaltung kleiner und billiger hätte planen können. Nun ist es so, dass dieser große Etat für die Veranstaltung genehmigt wurde. Und da hat halt Surab Alassanija seinen Hut genommen.

In Deutschland machen sie derweil wieder Murks mit der Auswahl des passenden Liedes. Sie gehen zwar zurück zur Casting-Show, aber neben der Jury mit Lena Meyer-Landrut, Tim Bendzko und Florian Silbereisen soll ein europäisches Stimmungsbarometer eingesetzt werden, um die Europa-Tauglichkeit abschätzen zu können. Das kommt nicht ganz so gut an, also warten wir mal ab. Vielleicht warten wir auch mal lieber ab, was da in der Ukraine noch passiert. Der Wettbewerb sollte aber davor bewahrt werden, zu einem Witz zu verkommen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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