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Grandmaster Flash & the Furious Five: The Message

Ja, ich gebe sonst kaum etwas zum Thema Hip Hop Musik von mir. Aber ich möchte einmal auf die vielleicht wichtigste Nummer dieses Genres hinweisen. Es ist fast 40 Jahre her, als Grandmaster Flash zusammen mit Melle Mel, Kid Creole, Cowboy, Mr. Ness und Rahiem auftrat. Worauf die Band immer achtete, war der Inhalt. Es ging nicht um Party, um Sex, um Drogen oder etwas in der Art. Nein, es ging um die Gesellschaft. Und so richtete die Band 1982 ihre Botschaft an die amerikanische Gesellschaft, dass das Leben im Ghetto zur Frustration führt. Und damit wurde ein bedeutendes musikalisches Dokument geschaffen.

It’s like a jungle / sometimes it makes me wonder / how I keep from going under

Es ist wie ein Dschungel. Manchmal frage ich mich, wie ich mich davor bewahre unterzugehen. Überall liegt zerbrochenes Glas, und die Leute pissen auf den Fußweg. Er kann den Gestank und den Lärm nicht mehr ertragen. Aber er hat kein Geld zum Abhauen und damit auch keine Wahl. Vorn sind die Ratten, hinten die Kakerlaken. Die Drogensüchtigen stehen in der Gasse mit dem Baseballschläger. Er rennt weg, aber kommt nicht weit. Denn sein Auto wurde gepfändet.

Im gesamten Lied geht es um die Trostlosigkeit, die Hoffnungslosigkeit, die Gewalt und die Langeweile in einem typischen Ghetto einer amerikanischen Großstadt. Essen wird im Müll gesucht. Irgendwelche abgehalfterten, aber aufgetakelten „Ladys“ treiben sich an der Peep Show herum. Die kamen in die Stadt für ein besseres Leben und sind dann in dem Ghetto gestrandet. Sie fanden auch keinen Halt, außer bei einem Zuhälter.

Es werden Dinge genannt wie der „Light Fandango“, der Tanz, den auch Procol Harum in „A whiter shade of pale“ besangen. Die Leute gucken „Dallas“, bis ihnen der Fernseher geklaut wird. Die Inkasso-Firmen rufen an und jagen den Leuten Angst ein. Die Leute im Ghetto haben eine schlechte Bildung. Und wenn sie Arbeit haben, kommen sie nicht dorthin, weil bei der Bahn gestreikt wird. Der Erzähler leidet an Depressionen und ist am Steißbein verletzt und er denkt an die Entführung eines Flugzeugs.

Und so berichtet die Band von der gesamten Trübsal am Ende der Welt. Das Lied sollte wachrütteln und dem Establishment zeigen, wie die Dinge abseits von Broadway und 5th Avenue sind. In „The Message“ wird die gesamte Thematik der amerikanischen Unterschicht erarbeitet. Während Elvis Presley im Lied „In the Ghetto“ das Ganze noch melancholisch betrachtete, kommen die fünf Rapper und der DJ mit klarer Kante daher. Es ist wohl die mit Abstand ernsteste Nummer, die es jemals irgendwo in die Charts geschafft hat.

In halb Europa marschierte das Lied bis in die Top 10, in die Black Music Charts natürlich auch. Und ich denke, dass es wenige gibt, die nicht schon einmal vor dem Lied zusammen gezuckt sind. Es handelt sich um das bedeutendste Zeitzeugnis der amerikanischen Unterschicht aus den Achtzigern. Die Lage in den Ghettos der USA konnte jederzeit eskalieren, weshalb die Strophen im Lied beendet werden mit: Schubs mich nicht, denn ich stehe nah am Rand. Ich versuche, nicht den Verstand zu verlieren.

Don’t push me / cause I’m close to the edge / I’m trying / not to lose my head

Wer will, kann sich mal durch den kompletten Text arbeiten. Den gibt es hier auf Englisch und hier auf Deutsch. Es dürfte sich für viele Interessierte lohnen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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