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Piano - (C) cocoparisienne CC0 via Pixabay.de Piano - (C) cocoparisienne CC0 via Pixabay.de

Längst vergessen: „I like Chopin“ von Gazebo

Jaja, in den Achtzigern wurde über das Lied erzählt, dass es die perfekte Untermalung im Kaufhaus wäre: I like Shopping. Ja, der kam flach, ich weiß. Aber so wurden halt leicht verdauliche Schenkelklopfer in den Achtzigern produziert. Gazebo hatte jedenfalls mit „I like Chopin“ einen ziemlich großen Hit quer durch ganz Europa. Lange ist das her, 1983 war das. Da sollten wir mal kurz darüber reden.

Erinnere dich an das Piano, so wunderbar ungewöhnlich! Diese klassischen Empfindungen und die gefühlvolle Verschmelzung. Er stellt sich ihr Gesicht vor, wie sich die Sonne darin spiegelt. Ein Bild blauer Wolken, das für immer Ablenkungen bringt. Und er sagte immer, dass er Chopin mag. Und sie soll ihn jetzt und immer wieder lieben. Verregnete Tage wollen nie enden. Das Verlangen, wenn sie zusammen sind. Verregnete Tage wachsen in ihren Augen, und sie soll ihm den Weg zeigen.

Also erstmal: Die Regentage in ihren Augen sollen Tränen darstellen, denke ich mir mal. Dieser ganze Text ist irgendwie seltsam. Nun gut, es ist ja jetzt auch nicht wirklich viel Inhalt. Nehmen wir es einfach als romantische Nummer, die zwischen einer feiner Klavier-Melodie ein bisschen Text hat. Manchmal muss ja auch nicht so sehr viel Inhalt dabei sein. Manchmal reicht eine sensationell gute Melodie, um hier einen großen Hit zu fabrizieren. Und man kann Paul Mazzolini nicht nachsagen, dass er hier versagt hat.

Überhaupt war der Sohn eines italienischen Diplomaten und einer amerikanischen Sängerin, der in Beirut auf die Welt kam, ein intelligenter Komponist. Wir erinnern uns vielleicht gern an „I like Chopin“. Aber auch der Nachfolger „Lunatic“ war ein geniales Stück Musik. Aber er zeichnet zum Beispiel auch verantwortlich für den Gassenhauer „Dolce Vita“ von Ryan Paris. Somit war Gazebo ein wichtiger Wegbegleiter von Italo Disco.

„I like Chopin“ begleitete mich quasi durch meine halbe Schulzeit. Italo-Musik brauchte ja eine Weile, bis sie damals in der DDR ankam. Aber Mitte und Ende der Achtziger, als wir dann so allmählich die Schuldiscos und so für uns entdeckt hatten, war dieses Lied eigentlich omnipräsent. Ich glaube aber, dass das ausschließlich an der ganz feinen Klavier-Melodie lag, die nun gerade nicht von Chopin erdacht wurde. Am Ende können wir sagen: Der Text ist doof, aber die Musik ist gut. Oder sehen Sie das anders?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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