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Melodie und Noten - (C) bykst CC0 via morguefile.com Melodie und Noten - (C) bykst CC0 via morguefile.com

Längst vergessen: (I WANNA GIVE YOU) DEVOTION von Nomad

1990 war ganz wild. Aus Großbritannien suchte uns Damon Rochefort heim. Der nannte sich Nomad und war als DJ-Musiker unterwegs. Der David Guetta der Wendezeit. Jedenfalls gab es da ein Lied, was irgendwie so ziemlich alles auf den Kopf stellte, was man bis dahin als Dancefloor-Musik so kannte. 1991 kam das Alles auch in Deutschland um die Ecke und schaffte es in den normalen Charts bis auf die 13. Eine wilde Zeit, das sage ich Ihnen.

Nomad bestanden aus Damon Rochefort, Steve McCutcheon und Sharon D. Clarke. Für „(I wanna give you) Devotion“ holten sie sich einen MC Mikee Freedom ins Haus. Und sie schafften etwas, was zu der Zeit kaum jemand schaffte: Im konservativen Großbritannien stellten Sie das Lied auf die 2. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, was der Inhalt des Stücks ist. Es geht um die typische Mischung rund um „Ich bin der beste Rapper der Welt und zeige euch mal, wo der Hammer hängt“. Was aber bekannt ist, dass es so ziemlich das erste war, was Steve McCutcheon jemals schrieb.

Das Stück kommt nervös daher, mit Stadion-Jubel, quer gelegten Bässen, einem so genannten Trip House Rap von MC Mikee und viel wirrem Zeug. Wo immer das Stück lief, es trieb die Leute an. Im damaligen Hüften-Schüttel-Laden von Leipzig, dem Haus Auensee, war das 7-Minuten-Stück ein fester Bestandteil der abendlichen Tobemusik. Für heutige Disco-Besucher ist es wahrscheinlich völlig undenkbar, dass so etwas mal ein kolossaler Hit in den Charts und in den Clubs war. Aber das war es wirklich.

Für die Band und für den Rapper war es der mit weitem Abstand größte Hit. Der Rapper ist in der Versenkung verschwunden. Rochefort berät die BBC. McCutcheon produzierte Leone Lewis, Kelly Clarkson, Shakira, Westlife und arbeitete mit einem ganzen Sack voller Stars zusammen. Sharon D. Clarke schließlich ist Schauspielerin geworden und trat auch mal 2000 für Großbritannien im Eurovision Song Contest an.

Was bleibt, ist die geniale Kreuzung aus House, Hip Hop und Raggamuffin, die sich Leuten in meinem Alter wohl für immer ins Gehirn gefressen hat. Das Lied ist im Gegensatz zu so vielen anderen Disco-Nummern irgendwie zeitlos geworden, finden Sie nicht auch?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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