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Isabelle Levina Lueen bei den Proben für "Unser Song 2017 - By Sven Mandel (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons Isabelle Levina Lueen bei den Proben für "Unser Song 2017 - By Sven Mandel (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Levina beim Eurovision Song Contest 2017

Isabelle Levina Lueen tritt beim Eurovision Song Contest im Mai in Kiew für Deutschland an. Aber was soll das dann eigentlich für ein Beitrag sein? Es ist unglaublich, was da Deutschland wieder hinschickt. Keine Frage, die Levina kann singen. Und keine Frage, das Lied ist nicht schlecht. Aber: Hat denn niemand mehr etwas Mut? Und wie ist das eigentlich mit Plagiatsvorwürfen? Hatten wir da nicht mal etwas mit Cascada? So wird das wieder mal nichts. Und wir hoffen inständig darauf, dass irgendwer wieder Stefan Raab zurückholen kann. Was war passiert?

Also: Mir gefällt die Stimme von Levina. Die raue Note steht ihr gut und macht aus einem zarten Mädchen eine richtige Frau. Die Bonnerin, die in Chemnitz aufwuchs, stand gestern schon beizeiten fest, dass sie diejenige wird, die nach Kiew fährt. Das ist schon in Ordnung so. Die Stimme ist wirklich richtig gut. Aber es ist eben der Eurovision Song Contest. Es ist eben nicht der Eurovision Voice Contest. Und also kommt es auf das Lied an, nicht auf die Stimme. Und mit dem Lied habe ich so meine Probleme.

Es gibt ja vom französischen DJ David Guetta die Single „Titanium“, das die australische Sängerin Sia singt. Und das gestrige Siegerlied „Perfect Life“ klingt dummerweise wie eine Blaupause. Leute, wir wollten doch so etwas nicht mehr machen. Das Desaster mit Cascada vor ein paar Jahren sollte doch für Jahrzehnte gereicht haben. Geschrieben wurde es von Lindsey Ray (USA, u.a. Mariah Carey, Demi Lovato, Mc Donald’s), Lindy Robbins (USA, u.a. Jason Derulo’s „Want to want me“, Leona Lewis oder One Direction) und Dave Bassett (USA, u.a. Elle King’s „Ex’s & Oh’s“).

Was soll das denn? Haben wir in Deutschland niemanden mehr, der ein vernünftiges Lied schreiben kann? Ich wusste nicht, dass die USA Teil der EBU sind und damit am Lieder-Wettstreit teilnehmen können. Aber dieses Lied ist ein Lied aus den USA, was nach einem Lied aus Frankreich klingt. Was will man denn damit erreichen? Erneutes Gelächter? Die Levina tut mir dabei schon ein bisschen leid. Die Alternative mit ihr wäre „Wildfire“ gewesen, das Marit Larsen, Tofer Brown und Greg Holden für den Wettbewerb schrieben. So etwas hatte vor ein paar Jahren mal gewonnen.

Wirklich gut hätte mir allerdings der Axel Maximilian Feige gefallen, wenn er mit „Wildfire“ gewonnen hätte. Das wäre wirklich eine echte Alternative gewesen. Bleibt das Problem, dass es auch bloß kein aus Deutschland stammendes Lied ist. Wo sind sie denn, die Bohlens, die Giesingers, die Kloßes und so weiter und so fort? Wieso muss man sich Lieder einkaufen? Kann man es nicht mehr, selbst gute Musik zu schreiben? Wieso nennt sich dann aber ein Max Giesinger „Liedermacher“? Das sind doch solche, die selbst ihre Lieder schreiben.

Jaja, ich höre es schon, das letzte deutsche Siegerlied von Lena, „Satellite“, war ja auch von Amerikanern geschrieben worden. Das mag alles sein. Und ich höre auch schon, dass die aus Deutschland stammenden Lieder der letzten Jahre mehr oder weniger so hingerotzt waren. Das stimmt auch. Darum ja meine Frage, ob man denn in Deutschland keine Lieder schreiben kann. Mir hätte es gut gefallen, wenn ein Lied nach Kiew geschickt worden wäre, das von Menschen in Deutschland geschrieben worden wäre und endlich mal mutig ist. Letzteres war „Satellite“, ersteres war „Ein bisschen Frieden“.

Aber ich meine ja nur. Nein, das Lied von Levina gefällt mir. Und die Stimme von Levina gefällt mir. Bei beidem gibt es nichts zu mäkeln. Ob es aber die wirklich beste Auswahl ist, was Deutschland da nach Kiew schickt, davon möchte ich gern erst überzeugt werden. Denn am Ende glaube ich das nicht. Aber das ist eben nur meine persönliche Meinung.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Ein Gedanke zu „Levina beim Eurovision Song Contest 2017

  1. So ich wette mal du wartest längst auf meinen Senf zum Thema, hier ist er…

    Zu deiner Unterstellung: Ja da ist was dran beide hören sich vor allem am Anfang sehr ähnlich an. Aber leider darf das heute zu Tage so sein. Aber man fragt sich wie weit darf man gehen.
    Auch dein Einwurf warum es Lieder aus Amerika oder Skandinavien sind… Auch hier muss man beipflichten den es soll ja ein Wettbewerb nationaler Beiträge sein.

    Zu dem was gestern war…
    Runde 1: konnte man komplett vergessen.
    Runde 2: Mein Herz schlug für die kleine Helene. Denn mit Marits Song Wildfire war sie fast eine kleine Marit Kopie, ich liebe Marit seit sie ein Teil von M2M war. Aber sie war nicht gut genug hier hatte Alex die Nase vorn.
    Runde 3: Hier hatte Lavina mit Perfect Life die Nase vorn.

    So sind meiner Meinung die Kombination Alex mit Wildfire und Lavina mit Perfect Life meine Favoriten. Wobei zweites total ESC tauglich ist aber sowas machen alle anderen auch. Ersteres wäre mal mutig. Aber im letzten Jahr war man auch nicht mutig… Da hätte ich lieber Keoma gesehen.

    Aber was bringt das alles Deutschland gewinnt sowieso nicht.

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