Skip to main content
Berliner Gedenktafel, Rio Reiser, Tempelhofer Ufer 32, Berlin-Kreuzberg, Deutschland - By OTFW, Berlin (Self-photographed) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons Berliner Gedenktafel, Rio Reiser, Tempelhofer Ufer 32, Berlin-Kreuzberg, Deutschland - By OTFW, Berlin (Self-photographed) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Morgen: 20. Todestag von Rio Reiser

Ich konnte längst nicht mit allem von Rio Reiser etwas anfangen. Aber er gehört nun einmal zu den Göttern der deutschen Musik. Er war legendär und laut. Er war schräg und verschwitzt. Er hatte nie die großartige Stimme und ließ sich nie die Berliner Schnauze verbieten. Aber er konnte einzigartig gut mit Worten umgehen. Und das hat ihn ausgemacht, glaube ich. Morgen vor 20 Jahren starb der Rocker und Liedermacher im Alter von 46 Jahren.

Er konnte alle erdenklichen Instrumente spielen. Ob es nun das Cello, die Gitarre oder das Klavier war: Er brachte sich alles selbst bei. Angeblich fing er mit der Musik an, um den Verlust des Vaters, wegen dem die Familie oft umziehen musste und sich Rio Reiser nirgendwo richtig zuhause fühlte, zu kompensieren. Mit 16 gründete er mit R.P.S. Lanrue den Vorläufer der späteren „Ton Steiner Scherben“, und 1970 – mit 20 – hatte er sein Coming-Out. Das war aber lange Zeit kein echtes Thema.

Mit „Ton Steine Scherben“ wurde er als Musicbox der Linken angesehen, wovon sich die Band abkehrte und persönliche Inhalte zu vertonen begann. Und ab Mitte der Achtziger Jahre trat dann Rio Reiser solo in Erscheinung. Er hatte legendäre Erfolge mit „König von Deutschland“, „Junimond“ und vielen anderen Liedern, und er trat in Filmen und im Fernsehen auf. Aber er war immer rau. Er hatte nie seine Ecken und Kanten abgelegt und er legte sich auch später mit der halben Welt an. Er war halt anders als all das Personal, was sich nun Rockmusiker nennt.

Sein schönstes Lied jedoch ist ein ganz persönliches, in dem er sehr leise Töne für seine Verhältnisse anschlägt. „Für immer und dich“ ist seine Hymne darüber, dass er alles für ihn tun würde. Und zwar für alle Zeit. Sein Schreien und Klagen im Lied zeugt davon, wie ernst er das mit dem Geständnis meint. Er übertreibt gnadenlos bei allem, was er für die Person alles tun würde. Aber vielleicht besingt er ja auch einen Gott. Wer weiß das schon? Rio Reiser, der Wort-Dompteur, war in solchen Sachen unergründlich. Aber dieses Lied ist ein Vermächtnis. Und obwohl ich nicht sein größter Fan war, darf man sich mal für dieses Lied bedanken, oder?

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 5 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.