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The Sound of Silence The Sound of Silence

The Sound of Silence – Die düstere Stille wartet auf uns

Kennen Sie „The Sound of Silence“ vom legendären Folk-Musik-Duo Simon & Garfunkel? Seit etwa einem dreiviertel Jahr gibt es ein beeindruckendes Cover. Nun wurde „The Sound of Silence“ von etlichen Künstlern mehr oder weniger gut gecovert. Aber was da die Metalband „Disturbed“ Ende letzten Jahres für den Soundtrack zum Computerspiel „Gears of War 4“ aus dem Werk gemacht hat, ist schon richtig gut. Hier haben wir ein Beispiel, dass eine Coverversion auch mal besser als das Original sein kann. Und seit ein paar Wochen ist die Version im deutschen Formatradio angekommen.

Hallo Dunkelheit, alter Freund, ich bin gekommen, um wieder mit dir zu reden. Denn eine Vision hinterließ leise schleichend ihre Saat, während ich schlief. Und die Vision, die in mein Hirn gepflanzt wurde, verbleibt nach wie vor im Klang der Stille. In ruhelosen Träumen ging ich allein durch schmale Straßen mit Kopfsteinpflaster. Unter dem Schein der Straßenlaterne schlug ich meinen Kragen hoch gegen die Kälte und Feuchtigkeit, als meine Augen durch das Aufblitzen einer Neonröhre durchstochen wurden. Sie spaltete die Nacht und berührte den Klang der Stille.

Und im nackten Licht sah ich 10000 Menschen, vielleicht auch mehr. Leute, die sprachen, ohne etwas zu sagen. Leute, die hörten, ohne zuzuhören. Leute, die Lieder schrieben, die niemals von Stimmen gesungen werden. Und niemand wagte es, den Klang der Stille zu stören. „Narren“, sagte ich, „Ihr wisst nicht, dass die Stille wie ein Krebsgeschwür wuchert. Hört meine Worte, sodass ich euch lehren kann. Nehmt meine Arme, damit ich euch erreichen kann“. Aber meine Worten fielen wie leise Regentropfen und hallten im Brunnen der Stille wider.

Und die Menschen verbeugten sich und beteten den Neon-Gott an, den sie erschaffen hatten. Und das Zeichen blitzte seine Warnung hinaus in den Worten, die es formte. Und das Zeichen besagte: „Die Worte der Propheten sind auf die Wände der U-Bahnen und der Flure in den Mietskasernen geschrieben“. Und sie flüsterten in den Klängen der Stille.

Paul Simon schrieb „The Sound of Silence“ über Monate hinweg. Es wird behauptet, dass es unter den Eindrücken der Ermordung Kennedys entstand, was Simon aber verneint hatte. Vielmehr kam ihm die Idee, als er im Bad das Licht ausschaltete. Er mochte den Klang, wenn Wasser aus dem Wasserhahn lief. Und so ging er öfter ins dunkle Bad und stellte das Wasser an. Art Garfunkel wiederum meinte, in dem Lied ging es um die Unfähigkeit von Menschen, miteinander zu reden und einander zu lieben. Und wenn man sich die drei Absätze so durchliest, dann erscheint dies recht gut zuzutreffen.

Mir sagte die Band Disturbed so gar nichts. Dabei gibt es die Band schon über 20 Jahre mit einer vierjährigen Pause. Und nebenbei haben alle ihre Alben Gold- und Platin-Auszeichnungen weltweit eingefahren. Beeindruckend ist die Stimme von Sänger David Draiman, der auch im Video zu sehen ist. Ihre Einflüsse hat die Band hauptsächlich bei Black Sabbath, Judas Priest, Iron Maiden, Metallica und Pantera. Und ihren größten Singles-Erfolg haben sie mit eben jener düsteren Version des Folk-Klassikers „The Sound of Silence“. Und diese düstere Stille wartet auf uns, um gehört zu werden.

Jetzt werden Sie sich vielleicht fragen, was „The Sound of Silence“ mit Heavy Metal zu tun hat. Nicht viel, ich weiß. Auf dem Comeback-Album „Immortal“ findet man aber auch die Comeback-Single „The Vengeful One“, in dem eine monströse Kreatur Chaos, Hass und Gewalt auf der Erde schürt und die Bevölkerung diesen Zustand gut findet. Hass, Zerstörung, Verderben übernehmen die Oberhand. Er ist der Messias und die Hand Gottes. Die Welt wird vergehen, denn er ist der Rachsüchtige. Und so können dann auch Disturbed klingen:

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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