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Aus Sorge vor dem FBI: Sepp Blatter meidet Reisen in die USA

Man kann über den FIFA-Präsidenten Sepp Blatter sagen was man will, das wäre der Knaller: Aus Angst vor Verhaltung soll er die USA meiden. Verhaftung? Blatter? Habe ich was verpasst? Ich meine, es wird ja viel orakelt. Aber das FBI sei ihm auf den Fersen. Behauptet jedenfalls der Sender ESPN. Denken wir einfach mal ein paar Takte darüber nach. Nur einfach so.

Der Schweizer Internet-Anbieter Bluewin ist eine der Quellen, die über die Blatter-FBI-Sache erzählen. Klar, Bluewin hat natürlich ein gesteigertes Interesse am berühmten Landsmann. Und sie berufen sich auf ESPN. Und dieser Sender hat einen Dokumentarfilm, in dem sie u.a. über Spionage des FBI bei der FIFA erzählen. Man habe seit Jahren mit einem Chuck Blazer einen Spitzel in der FIFA-Führung.

Tja, und Blazer soll angeblich mit Wanzen James-Bond-artig oder so Gespräche und Telefonate abgehört haben. Und weil a) die Vergabe der WM 2022 nach Qatar äußerst fragwürdig war und b) Blatter sich zuletzt vor 4 Jahren in den USA blicken lassen habe, strickt man sich die Geschichte, dass der Schweizer Funktionär Angst vor dem FBI haben könnte, weil der Geheimdienst ja irgendwas herausgefunden haben könnte.

Freilich hat Sepp Blatter dem Ganzen sofort widersprochen. Am Dienstag lief der Dokumentarfilm in den USA. Und schon gibt es die Reaktion. Ja, es sei bekannt, dass es Untersuchungen gegen FIFA-Funktionäre gäbe, aber eben nicht gegen Blatter selbst. Und in einem anderen Bericht heißt es, dass oben genannter Chuck Blazer gar kein Spitzel sei. Er war Vertreter der USA im FIFA-Exekutivkomitee und hat neben Jack Warner (Trinidad und Tobago) nach Korruptionsvorwürfen seinen Platz im CONCACAF (das amerikanische Pendant zur UEFA) verloren.

Und da sag ich einfach mal: Irgendwer sagt hier nicht die Wahrheit. Über Jack Warners Rücktritt wird zum Beispiel hier und hier berichtet. Und über die Arbeit Blazers als Spitzel ist hier die Rede. Also können wir festhalten: Blazer hat für das FBI als Schnüffler gearbeitet. Aber damit ist nicht klar, ob man wirklich Blatter damit etwas nachweisen kann.

Sicher ist, dass bezüglich der WMs, die nach Russland und nach Qatar gegeben wurden, ist viel fragwürdig. Man redet offen darüber, dass da viel zwielichtiges geschehen ist. Sie kennen ja die Berichte. Aber das hat Blatter nicht allein zu verantworten. Wenn an der FBI-Geschichte etwas dran sein sollte, wäre es aber nachvollziehbar, dass sich der Schweizer bezüglich Reisen in die USA zurückhält. Aber: Was hat das FBI mit der FIFA zu schaffen?

Die FIFA hat ihren Hauptsitz in Zürich in der Schweiz. Und damit ist das kein Zuständigkeitsbereich des FBI. Denn das ist mal eben der Inhandsgeheimdienst der USA. Mir fehlt da im Moment die Zuordnung, wieso das FBI nun gegen den Schweizer Chef einer Schweizer Organisation ermitteln soll. Aber wer weiß, vielleicht klärt sich das Alles auf. Ich bin mir jedenfalls nicht ganz sicher, was die Geschichte betrifft, die ESPN da veröffentlicht hat.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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