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Eine Dose Red Bull für Die Roten Bullen - (C) noelsch CC0 via Pixabay.de Eine Dose Red Bull für Die Roten Bullen - (C) noelsch CC0 via Pixabay.de

Borussia Mönchengladbach empfing RB Leipzig

RB Leipzig war gestern – wie so oft in dieser Bundesliga-Saison – in Nordrhein-Westfalen zu Gast. Borussia Mönchengladbach rief zum Rückspiel auf. Die zuletzt sehr starke Hecking-Truppe gegen die zuletzt schwächelnde Hasenhüttl-Truppe. Oder wie man in der 1975 zusammengelegten Stadt mit den zwei Hauptbahnhöfen sagt: 117 Jahre Tradition gegen knapp 8 Jahre Dosentruppe. Jedenfalls trat das Team aus Leipzig gestern am Niederrhein an und nahm drei Punkte mit.

Hasenhüttl schickte folgende Truppe auf den Platz: Gulacsi freilich im Tor, Schmitz, Ilsanker, Compper und Halstenberg in der Verteidigung, Demme (als Aushilfskapitän) und Keita im defensiven Mittelfeld, Burke und Forsberg im offensiven Mittelfeld, sowie Sabitzer und Werner im Sturm. Das neuerliche Puzzlespiel wurde notwendig, weil Kapitän Orban in der Innenverteidigung wegen der 5. gelben Karte und Poulsen im Sturm wegen einer Verletzung fehlten. Und weil sonst niemand die Position übernehmen konnte, war Diego Demme eben der Kapitän.

51535 Zuschauer waren im Borussia-Park. 3000 fehlten zum „Ausverkauft“. Und die Gladbacher Fans schwiegen die ersten 19:00 Minuten. Damit wollten sie auf ihr Gründungsdatum 1900 hinweisen. Irgendwas mit Tradition gegen Kommerz. Und so kam es auch, dass man in den Reihen der Heimfans jeden Stein verurteilte, der nicht die Leipziger Kunden getroffen hat. Und sie bejubelten, dass nach dem Schlusspfiff Timo Werner zusammengetreten wurde. Aber so ist das halt mit der großen Tradition. Fußball gespielt wurde ja auch.

Als der „stille Protest“ nach 19 Minuten zu Ende war und die Heimfans sich zu Wort meldeten, hätte es nach Chancen von Hazard und Sabitzer bereits 1:1 stehen können. So tastete man sich am Gladbach weiter ab. Allerdings machten die Rasenballer das, was sie immer machten. Sie kombinierten schnell, und waren wirbelnd unterwegs. Und dann kam es zu einer sauberen Traum-Kombination, die bedeutete, dass Sabitzers Hacke den Ball zu Werner schob, der den Ball dann zu Forsberg spitzelte, der dann von der Strafraumgrenze volle Kanne abzog.

Sicher ist sicher: Es waren wie so oft unmittelbar vor dem Tor 4, 5 Rasenballer im Gewühle. Das ist das RB-Spiel, was die Liga inzwischen kennt. Vor Gulacsi wurde es dann dennoch turbulent, trotz der sonst so sicheren Defensive. Ilsanker rang Vestergaard im Strafraum zu Boden, was Schiedsrichter Zwayer nicht ahndete. Als dann Compper ein paar Minuten später irgendwo am Strafraum-Rand – womöglich ein paar Zentimeter außer- oder innerhalb – Stindl mit gestrecktem Beim foulte, war der Elfmeter-Pfiff fällig. Ein überragender Gulacsi lenkte aber den Hazard-Strafstoß am Tor vorbei.

Nach der Halbzeit-Pause drehten die Leipziger wieder auf. Vor allem Emil Forsberg als – na klar – bester Leipziger auf dem Platz zeigte wieder seine ganze Klasse. Und so bediente er den für die Borussia-Abwehr viel zu schnellen Timo Werner, der abermals Yann Sommer überwinden konnte. Auch hier war es wieder zu sehen, dass es nicht nur Forsberg und Werner waren, einige Spieler von RB Leipzig waren sicherheitshalber mit in Richtung Sommer und Verstergaard gejagt. Wie gesagt: Das ist das typische Spiel von RB Leipzig mit diesen Spielern.

Aber „die Fohlen“ steckten nie in dem Spiel auf. Auch wenn es das Diego-Maradona-Gedächtnis-Hand-Tor von Lars Stindl gab. Auch wenn er kurze Zeit darauf kläglich vor Gulacsi versagte. In der 81. Spielminute kam jedoch der Norweger Jannik Vestergaard relativ frei zum Kopfball und zimmerte diesen direkt unter die Querlatte. Und die Gladbacher drückten weiter. Allerdings kam es nicht mehr zum Ausgleich. Auch nicht, als Neuling Upamecano, der zuletzt keine gute Figur machte, ins Spiel kam. Es blieb letztlich beim 2:1-Auswärtssieg, der durchaus völlig verdient war.

Nach 6 Minuten Nachspielzeit wurde abgepfiffen. Und Gladbachs Verteidiger Jantschke trat Timo Werner von hinten in die Beine. Sie werden niemals glauben, was dann passierte: Es bildete sich ein Rudel, in der Mitte der gefoulte Werner. Und der wurde auch noch beschimpft. Leute, so etwas braucht kein Mensch. So etwas nennen die Gladbacher „Traditionsfußball“? So etwas ist aber neben der Gewalt der so genannten Fans und der Perspektivlosigkeit einer der Gründe, warum RB Leipzig derart beliebt in der Region Leipzig ist.

Und so ist die kleine Krise beim Aufsteiger beendet. Es scheint überwunden, dass man den tiefsten Winter nicht eben glücklich verbrachte. Drei Auswärtsniederlagen in Folge, und auch zuhause war man nicht eben überragend unterwegs. Dennoch hat man jetzt 45 Punkte und das Saisonziel erreicht. Alles weitere ist Bonus. Man liegt 5 Punkte hinter den Bayern, 8 Punkte vor dem BVB und wird mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Tradition hin oder her, vielleicht fangen die RB-Fans demnächst bei 20 Minuten und 9 Sekunden mit Singen an.

Werner blieb unverletzt, Jantschke entschuldigte sich, und eigentlich ist nicht allzu viel mehr passiert. Es war ein recht entspannter Nachmittag für die mitgereisten Fans aus Leipzig. Die nehmen drei Punkte mit aus dem Rheinland. Und die haben immernoch ihren Star: Emil Forsberg, der immer anspielbar und gefährlich war. Und die haben ihren Torwart: Peter Gulacsi, der ein sicherer Rückhalt und nur schwer zu überwinden ist, wenn er auf der Linie steht. Und die haben den Defensiv-Allrounder Stefan Ilsanker. Ach ja, und Stürmer-Star Timo Werner ist ja auch noch da.

Dass es nicht sein muss, dass man mit Spruchbändern gegnerische Fans beleidigt, sollte klar sein. Und es sollte auch klar sein, dass man nicht vom Oberrang irgendwelchen Mist auf die gegnerischen Fans im Unterrang wirft. Das machen die Leipziger Fans hierzulande auch bloß nicht. Ich frage mich da immer, was daran die Tradition ist und warum man so ein Verhalten tolerieren (Verein) bis beklatschen (andere Heimfans) muss. Aber wahrscheinlich bin dafür zu sehr „Kunde des Dosennclubs“, als dass ich das verstehen kann.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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