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Die leere MDCC-Arena Magdeburg - By Mm aa ii kk (Own work) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons Die leere MDCC-Arena Magdeburg - By Mm aa ii kk (Own work) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Der 1. FC Magdeburg und das Stadion mit Hüpf-Verbot

Der 1. FC Magdeburg hat als Stadion eine Bauruine. So einfach kann man das bezeichnen, was die MDCC-Arena in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts ist. Das Stadion droht wenige Tage vor dem 10. Geburtstag einzustürzen oder so. Jedenfalls ist sie stark beschädigt und zwingt dazu, dass am Wochenende das Spiel zwischen den Hausherren vom 1. FC Magdeburg gegen den Halleschen FC unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Wie absurd ist eigentlich eine solche Nummer?

Das Sachsen-Anhalt-Derby zwischen Magdeburg und Halle ist prestigeträchtig. Dementsprechend hat man sich in Magdeburg auf eine echte Derby-Atmosphäre gefreut. Aber die wird wohl eher nicht eintreten, da dem 1. FC Magdeburg mit sofortiger Wirkung die Nutzung aller Blöcke auf allen Tribünen der MDCC-Arena für dieses Derby untersagt wurde. Diese Unterlassungserklärung hatte die Stadt Magdeburg dem Club zugestellt. Und die meint es verdammt ernst. Als Eigentümerin der Immobilie ist sie für die Sicherheit des Mieters zuständig. Und diese kann nicht gewährleistet werden.

Hintergrund sind derbe Statik-Probleme im Stadion. Diese werden ausgelöst durch das Hüpfen der Fans. Also das, was man gemeinhin auf Zuschauerrängen in einem Stadion macht. Das ist in München nicht anders wie in Hannover oder wie hier in Leipzig. Was aber in anderen Stadien zumindest nicht festgestellt wurde, wurde der Magdeburger Arena zum Verhängnis: Eben jenes Hüpfen schadet dem gesamten Bauwerk. Es gibt bei der Gebäudebeschleunigung eine Panikgrenze (dem Gefühl, wegen einer Gefahr fliehen zu müssen) von 3,0 – 3,5 m/s². Und die wird in Magdeburg mit 5,0 bis zu 10,0 m/s² deutlich überschritten.

Statt angepeilter 50 Jahre dürfte das Stadion nur noch eine Lebensdauer von 17,5 Jahren haben. Spätestens im Sommer 2024 ist Schluss. Und diese Erkenntnis macht sich drei Wochen vor dem 10. Dezember breit. Dem Tag, an dem der 10. Geburtstag gefeiert werden sollte. Man hat aber in Magdeburg schlicht Angst davor, dass das Stadion irgendwann einfach einstürzt, weshalb man nun die Notbremse ziehen musste: Derby ohne Zuschauer. In Deutschland ist so etwas ein einmaliger Vorgang. Und der stellt den 1. FC Magdeburg vor gewaltige Probleme.

Wahrscheinlich müssen sie sogar ganz aus der MDCC-Arena ausziehen. Aber wohin? Das alte Ernst-Grube-Stadion wurde abgerissen. Es bliebe noch das Heinrich-Germer-Stadion, das dem Nachwuchs als Spielstätte dient. Und das Thema ist sogar nicht ganz neu, schließlich ist das Alles seit mindestens Sommer bekannt. Es ist klar, dass hier gehandelt werden musste. Aber wie bitteschön konnte denn so etwas passieren?

Ich schrieb oben, dass das Hüpfen einfach mal mit dazu gehört. In der Leipziger Red Bull Arena singen sie lauthals „Das ganze Stadion hüpft, ole ole“. Und das ist dann auch so. Tausende und Abertausende Fans hüpfen im Takt. 43000 passen dort hinein. Niemand hat dort Sorge, dass etwas passiert. Und dass Fans hüpfen, hätte den Architekten bekannt sein können, oder? Denn schließlich haben sie auch am Dortmunder Signal Iduna Park mitgemacht. Es ist auf jeden Fall eine ganz schräge Geschichte. Und sie könnte gar die Existenz des 1. FC Magdeburg gefährden.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

4 Gedanken zu „Der 1. FC Magdeburg und das Stadion mit Hüpf-Verbot

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