Skip to main content
Choreo der Fans von RB Leipzig - (C) RB-Fans.de Choreo der Fans von RB Leipzig - (C) RB-Fans.de

Die TSG 1899 Hoffenheim empfing am Sonntag RB Leipzig zum Plastikgipfel

Was wurde nicht alles im Vorfeld des gestrigen Spiels der TSG 1899 Hoffenheim gegen RB Leipzig erzählt. Deshalb schreibe ich ja auch vom Plastikgipfel. Das ist natürlich ironisch gemeint. Und es stimmt auch so nicht. Auch wenn Matthias Opdenhövel gestern Abend in der Sportschau von RB Leipzig wieder als den Plastik- oder Retortenclub schlechthin gesprochen hat. Aber das war gestern in der Rhein-Neckar-Region eine ziemlich großartige Vorstellung. Damit ist RB Leipzig in der Bundesliga angekommen. Daran gibt es nichts mehr zu ändern.

Ich hatte bei der Ansetzung dieses Spiels davon erzählt, dass ich einfach mal der deutschen Fußballliga (DFL) unterstelle, dass sie gewaltigen Humor hat. Schließlich hatten einige Ecksäulen des Erfolgs von RB Leipzig direkt mit dem Sinsheimer Dorfclub zu tun. Und gestern fand er dann also in einer brütend heißen „Wirsol Rhein-Neckar-Arena“ statt, der Plastikgipfel. Über Twitter wurde man mit dem entsprechenden Hashtag informiert und – ja, das auch – bestens unterhalten.

Das Spiel entwickelte sich so, wie es sich entwickeln musste: Ziemlich rasant, ziemlich schnell. Und das bei der Glut von Hoffenheim. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Beide Teams glänzten mit sehenswerten Überfall-Aktionen. Das ist das, was ich vor dem Spiel ankündigte. Nach Plastik sah das Alles nicht aus, weder bei den blauweißen Hausherren, noch bei den rotweißen Gästen. Niemand kann den Mannschaften unterstellen, sie hätten sich nicht reingekniet. Es mag RB Leipzig an Tradition fehlen, aber die Spieler sind trotzdem alle brennende Vollblut-Fußballer.

Und so kam es, dass es das Kaninchenrudel von Trainer Hasenhüttl – ja, die „roten Bullen“ – eine großartige Moral bewiesen, als sie zweimal in Rückstand gerieten. Eine Unachtsamkeit in der Leipziger Verteidigung verschaffte Stefan Rupp die Möglichkeit, die Gastgeber nach der Pause in Führung zu bringen. Doch nahezu im direkten Gegenzug glich Dominik Kaiser nach einer großartigen Flanke von Stefan Ilsanker aus. Kurz vor Schluss brachte Nationalspieler Sebastian Rudy Mark Uth in Stellung, der abermals den guten Péter Gulácsi überwand. Und in der Nachspielzeit machte Benno Schmitz seinen Abwehrfehler wieder wett, indem er sehenswert in Richtung Sinsheimer Tor flankte, sodass Marcel Sabitzer nur noch einschieben brauchte.

Sportdirektor Ralf Rangnick, der ja auch vor Jahren Hoffenheim in die Bundesliga führte schwärmte – für seine Verhältnisse – nahezu überschwänglich von dem Spiel. Dies sei ein 6:6 gewesen, das 2:2 ausging. Beide Teams hatten in dieser Hitze einen Sieg verdient gehabt. Hoffenheim, weil sie ziemlich abgeklärt waren. Leipzig, weil sie nie aufgaben. Hoffenheim zeigte über die Jahre, dass auch ein so genannter Plastikclub die Bundesliga bereichern kann. Und Leipzig hat es ihnen nachgemacht. Viele Fans von Bundesliga-Vereinen werden sich noch wundern, was die Leipziger bieten werden. Retorte kann ich da ehrlich gesagt nicht erkennen.

Klar leistete man sich Schwächen und Aussetzer. Also: das taten beide Teams. Aber unterm Strich muss man festhalten, dass er wieder da war: der Halligalli-Fußball von RB Leipzig, der jedes Spiel zu einer Wundertüte machen kann. Wenn es Kritik für RB Leipzig geben darf, dann eigentlich nur wegen der Chancenverwertung. So viele Möglichkeiten, aber nur zwei Tore. Kapitän Kaiser brauchte etliche Versuche, bis Gewalt die einzige Lösung war. Insofern ist das Remis im Kraichgauer Hochofen völlig gerechtfertigt. Wie gesagt: Das Ganze hätte auch 6:6 ausgehen können, 2:2 ist es dann geworden.

Witzig waren die Spruchbänder, die es auch in Hoffenheim gab. Aber irgendwie anders. Ich las gestern, dass man sich als Fan von RB Leipzig seltsam vorkam nach den Aktionen eine Woche zuvor bei Dynamo Dresden. Und fortan machte wieder ein Hashtag die Runde, denn die Hoffenheimer Fans etablierten auf einem Banner „#Raufasertapete“. Das Ganze konnte man so deuten, dass sich Schmährufe gegen RB Leipzig von Hoffenheimer Fans aus nicht gebieten würden, da man ja selbst im Glashaus sitzt und sich das Steinewerfen da nicht gut machen würde.

Man kann über RB Leipzig sagen, was man will. Ja, stellt die Spieler nur weiter als Litfaßsäule von Red Bull hin. Aber den Eifer, den Spielwitz, die Moral und die Zusammengehörigkeit kann ihnen niemand nehmen. Es werden weiter Patzer passieren, da die Spieler alle auch – oh, Wunder – nur Menschen sind. Aber das Spiel hat gezeigt, dass die Bundesliga durchaus auf der Hut sein sollte, wenn ein etablierter Club gegen diese Leipziger spielt.

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 0 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Ein Gedanke zu „Die TSG 1899 Hoffenheim empfing am Sonntag RB Leipzig zum Plastikgipfel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.