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Ein paar Worte zu Eintracht Braunschweig gegen RB Leipzig

RB Leipzig war am Wochenende wieder in Niedersachsen, diesmal in Braunschweig, diesmal zum Liga-Punktspiel. Und alles lief gut und ruhig ab. Am Ende gab es einen Sieger aus Sachsen, was eine nicht unverdiente Konsequenz aus dem Spiel ist. Im Gegensatz zu anderen Niedersachsen, nämlich denen aus Osnabrück, waren die aus einer der VW-dominierten Städte Deutschlands recht friedlich unterwegs, was dem Spiel sehr gut tat. Und so kann man eben auch mal sagen, dass ein Spiel auch mal entspannter ablaufen kann.

Über 21000 Zuschauer sahen das Spiel von Eintracht Braunschweig gegen RB Leipzig. Damit war das Eintracht-Stadion fast ausverkauft. Und die sahen eine gute Eintracht-Mannschaft, die nicht einfach so die Punkte nach Leipzig schenken wollte. Und man sah ein RB-Team, das immer weiter zusammenwächst und sich somit nicht mehr ausschließlich auf individuelle Klasse versteift, sondern mehr und mehr eine Teamleistung gebar.

Die Abwehr musste aufgrund von Verletzungssorgen rund um den Türken Nukan umgestellt werden. Der glücklose Innenverteidiger hatte sich im Pokalspiel gegen Osnabrück verletzt und wurde gegen den stets verlässlichen Tim Sebastian ersetzt. Sofort hatte RB Leipzig wieder eine sichere Innenverteidigung und konnte somit auf das Prunkstück der letzten Saison bauen. Man sagt ja nicht umsonst, dass Spiele nur mit einer guten Abwehr gewinnt. Und die letzten Spiele wirkten so, als wolle man immer mehr Tore schießen als man fängt. Aber das Gespann Sebastian-Orban funktionierte gut.

Problematisch aber war plötzlich die Außenverteidigung. Nicht wegen Anthony Jung, der sich in der Vorsaison den einen oder anderen Bock erlaubt hatte. Georg Teigl, der pfeilschnelle Außenverteidiger, vertrat Stefan Hierländer und offenbarte für ihn seltsame Schwächen, die man von dem Blondschopf gar nicht kennt. Der Österreicher wurde dann auch 20 Minuten vor Schluss vom guten und jungen Lukas Klostermann ersetzt.

Ansonsten hatte man das Gefühl, dass Trainer Ralf Rangnick auf die Fans gehört hätte und aufgrund von Kritik das System umgestellt hätte. Und in der Tat: Statt des neu eingeführten 4-2-2-2 wurde eine Art 4-2-3-1 durchgezogen und zeigte eine spannende Variante einer Doppel-Sechs mit Dominik Kaiser und Stefan Ilsanker. Ein Abbild des Khedira-Schweinsteiger-Gespanns der bisherigen Nationalmannschaft also. Und das funktionierte. Nimmt man also die Teigl-Schnitzer mal außen vor, hatte RB Leipzig ein gutes Hinterland und damit eine starke Basis.

Vorn machten dann Massimo Bruno, Marcel Sabitzer und Emil Forsberg Alarm und bedienten den als zentrale Spitze aufgelaufenen Davie Selke. Und das funktionierte. Und man merkte, dass gerade die eher chaotische Offensive zusammenwuchs. Yussuf Poulsen kam in der zweiten Halbzeit und ersetzte kurz vor Schluss Massimo Bruno. Und zuvor fuhr Rangnick die Offensiv-Bemühungen etwas zurück und ersetzte den überragenden Emil Forsberg durch Rani Khedira. So hatte man am Ende eine Art 4-3-1-2.

Die erste Halbzeit war relativ ausgeglichen. Eine Hälfte davon ging an die Braunschweiger, die andere an die Leipziger. Die Niedersachsen hatten die ersten Minuten für sich, bevor die „Roten Bullen“ immer wieder Nadelstiche durch Bruno, Sabitzer und Forsberg setzen konnten. Immer wieder sorgte Selke für Verwirrung vor dem Gikiewicz-Tor. 0:0 ging in Ordnung, weil es ein relativ ausgeglichenes Spiel war. Aber es hätte genauso gut 2:2 heißen können.

Die zweite Halbzeit ging eindeutig an RB Leipzig. Die spielten sich mehr und mehr ihre Schnelligkeit heraus. Nachdem die Braunschweiger immer weiter aufdrehten, ergaben sich dann plötzlich Konterchancen. Aus einer ergab sich eine wunderbare Vorlage für Kaiser, aus der sich ein gnadenloser Selke-Kopfball zum 0:1 ergab. Und eine zweite ergab sich aus einem Braunschweiger Ballverlust, den Bruno für einen Durchmarsch und eine Ablage auf Forsberg nutzte. Und der drosch völlig humorlos zum 0:2 ein.

Am Ende hieß es also zwischen Braunschweig und Leipzig 0:2. Der Spielstand ging so in Ordnung, weil RB Leipzig konsequenter und kompromissloser war als die Niedersachsen. Zum Schluss sicherte man durch eine leicht defensivere Einstellung den Punktgewinn. Und insgesamt trat man wesentlich geschlossener und überzeugender auf als gegen Fürth oder Osnabrück. Man stellte fest, dass da ein echtes Team auf dem Platz stand, das mehr Willen und Spielfreude zeigte als zuvor.

Nichtsdestotrotz gibt es für das Trainergespann Rangnick-Beierlorzer noch einiges zu tun. Aber die Variante mit einer stabilen Innenverteidigung und einer starken Schaltzentrale auf der Doppel-Sechs erwies sich als goldrichtig. RB Leipzig zeigte, welches große Potential in der Mannschaft schlummert, wenn es der Gegner zulässt, dass mit Bruno, Forsberg und Sabitzer pfeilschnelle Offensiv-Aktionen möglich werden. Insofern geht der Sieg unterm Strich voll und ganz in Ordnung.

Die Braunschweiger Fans zeigten eine seltsame und riesengroße Spruchband-Tapete mit dem Spruch „In Braunschweig weiß ein jedes Kind, dass alle Bullen scheiße sind.“ – Herabwürdigend dem gleich auflaufenden Gegner gegenüber. Aber sonst war es friedlich. Anders als in Osnabrück oder in Karlsruhe oder so. Es geht doch. So konnte auch richtige Fußballstimmung aufkommen. Und dann noch ein Sieg für Leipzig, da kann man am Ende nicht wirklich meckern.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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