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Es gibt kein Ex-und-hopp bei RB Leipzig

Eigenartiger Titel, nicht wahr? Aber es ist schon so, dass RB Leipzig seit längerer Zeit schon an längerfristigen Dingen interessiert ist. Dieses ganze seltsame Verhalten aus den Anfangsjahren, dass quasi einmal pro Halbserie die komplette Mannschaft über den Haufen geworfen wurde, ist nicht mehr da. Da mögen die Kritiker noch so laut brüllen, aber es ist nun einmal so. Der Leipziger Club weiß schon ziemlich genau, was er an seinem Personal hat. Und das müssen wir – so leid es mir tut – mal kurz besprechen.

Wie komme ich überhaupt auf so etwas? RB Leipzig hat einige große Leistungsträger. Da ist zum einen der schwedische Angreifer Emil Forsberg. Der ist vergangenes Jahr nach Leipzig gekommen und erhielt einen Vertrag bis 2018. Vor kurzem machte er aber Nägel mit Köpfen und verlängerte gleich mal bis 2021. Gleiches tat nun der Österreicher Marcel Sabitzer. So ist zumindest die Chance gegeben, dass beide noch mindestens 5 Jahre in Leipzig spielen können.

Bei anderen hatte Sportdirektor Rangnick gleich von vornherein richtige Vertragsmodalitäten aufschreiben lassen. Denn sowohl Abwehrspieler Atınç Nukan als auch Stürmer Davie Selke kamen vergangenes Jahr und bekamen von Vornherein Verträge für 5 Jahre in die Hand. Bei Marcel Halstenberg und Willi Orban kamen 4 Jahre in die Papiere. Und so ist es auch zu erklären, dass Benjamin Bellot trotz fehlenden Einsatzmöglichkeiten seit Vereinsbeginn mit dabei ist und sich erst jetzt einen neuen Verein suchen möchte.

Es stimmt also nicht mehr so richtig, dass RB Leipzig Jahr für Jahr einen kompletten Umbruch hinlegt. Das war ja auch einer der Gründe, wieso der Verein auf eine so große Ablehnung stieß. Aber die kritischen Stimmen, die es freilich immer geben wird, darf und muss, werden leiser. Klar gab es Irrtümer wie Omer Damari oder Rodnei oder Tomasz Wisio oder den in Misskredit geratenen Karikari. Die gibt es aber auch in anderen Vereinen. Am Ende muss man doch aber zugeben, dass sich der Verein gefunden hat und ein großes Ganzes verfolgt.

Nicht zuletzt ist das der große Verdienst von Ralf Rangnick. Und da mag man wie ein Rohrspatz auf mich einschimpfen, ich sehe das nun einmal so. Die Verpflichtungen wurden mit ihm längerfristig. Und das betrifft sowohl Spieler als auch Trainer. So war der erste Trainer unter Sportdirektor Rangnick der Betonschädel Alexander Zorniger. Als der nach knapp 3 Jahren zurücktrat, übernahm Jugendtrainer Beierlorzer, der nun Co-Trainer neben Rangnick ist. Das spricht für eine gewisse Konstanz.

Und anders ist das bei anderen Clubs auch nicht. Es gibt wenige Spieler und Trainer, die mehr als – sagen wir mal – 4 Jahre bei ein und demselben Verein tätig sind. Also muss das traditionsbewusste Fußballvolk auch mal – so schwer es fällt – umdenken. Denn das Ganze hört ja nicht beim Personal auf. Das geht ja auch bei – nun ja – Sponsoren oder Partnern weiter. Die derzeitigen Partner sind Red Bull (ganz klar), Tipico Sportwetten, Ur-Krostitzer und Porsche. Es sollen aber weitere Partner kommen. Und das auf langfristiger Basis.

Was man lange Zeit als Eiterpickel am Arsch des deutschen Fußballs ansah, entpuppt sich tatsächlich als etwas langfristiges. Wo heute bei den so genannten Traditionsclubs nicht nur 1 Werbelogo, sondern gleich zwei oder gar drei auf dem Dress zu sehen sind, ist das bei RB Leipzig deutlich übersichtlicher. Und deshalb ist es nicht grundlos richtig, dass man nun mal langsam zu sachlichem Denken übergehen kann.

Belassen wir es nun mal bei gesunder Abneigung, wie sie zwischen Bayern München und Borussia Dortmund, zwischen Bayer Leverkusen und dem 1. FC Köln, zwischen der SpVgg Erkenschwick und dem VfB Hüls existiert. Diesen Quatsch, dass RB Leipzig den Fußball kaputt machen würde, glaubt doch eh keiner mehr. Und deshalb können auch alle das Argument stecken lassen, dass es im Verein ein wildes Ex-und-hopp gibt. Es gibt viel zu viele Gründe, warum das nicht stimmt. Aber was rege ich mich eigentlich auf?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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