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Mercedes-Benz-Arena, Stuttgart, die Cannstatter Kurve - By RudolfSimon (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons Mercedes-Benz-Arena, Stuttgart, die Cannstatter Kurve - By RudolfSimon (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Großer Kehraus beim VfB Stuttgart?

Nachdem direkt nach dem Abstieg des roten Brustrings der Präsident das Weite gesucht hat und der Trainer von den Profis verscheucht wurde, gibt es noch einiges. Der VfB Stuttgart kommt mir nach dem Abstieg so vor, als wolle man mit aller Macht alles mögliche neu machen. Es könnte aber auch nur rein für das Alibi und für das schlechte Gewissen sein, was da nun wieder passiert ist. Das kann man in Bad Cannstatt nicht so richtig wissen.

Für die Zuschauer, die erst später zugeschaltet haben: Ich bin trotz Leipziger Wohnsitz mit einer Anhängerschaft zum VfB Stuttgart aufgewachsen. Deshalb beschäftige ich mich überhaupt mit dem Verein. Nicht, dass das hier irgendwer falsch versteht. Mein großes Interesse gilt RB Leipzig, aber ich kann bezüglich VfB eben nicht aus meiner Haut. Und damit haben wir das geklärt.

Also. Am Wochenende ist direkt nach dem Abstieg Präsident Wahler zurückgetreten. Und der glücklose Jürgen Kramny wurde zurück zur U23 beordert. Ob er dort bleibt, nachdem die auch bloß abgestiegen sind, kann man nicht sagen. Es kann natürlich sein, dass es da schon Neuigkeiten gibt, wenn Sie den Artikel hier lesen. Aber erstmal sieht es so aus, als ob der stille Turnlehrer wieder die zweite Mannschaft übernimmt.

Aber es ist ja auch neues passiert. Erst hieß es, dass Sportvorstand Robin Dutt keine Veranlassung sieht, seinen Posten zu räumen. Und wenn wir ehrlich sind, dauert die Misere in Stuttgart schon viel länger an, wie Dutt überhaupt den Posten innehatte. Trotzdem hat man sich gestern dann „im gegenseitigen Einvernehmen“ getrennt. Nö, ich denke, man hat der bellenden Meute aus erzürnten VfB-Fans Rechnung getragen und den Sportdirektor deshalb vor die Tür gesetzt.

Jetzt haben wir also die Situation, dass es da einen Fußballclub gibt, der weder einen Präsidenten, noch einen Sportdirektor, noch einen Cheftrainer hat. Vollendetes Chaos am Neckar, oder? Was hat man dann gemacht? Genau, man muss sich ja eine sportliche Strategie ausdenken, wie es denn künftig weitergeht. Und das macht man gewöhnlich mit einem Trainer. Also musste zuerst diese Position neu besetzt werden. Cheftrainer des gestrauchelten Traditionsclubs ist seit gestern der Niederländer molukkischer Abstammung, Jos Luhukay.

Das ist auch so ein ruhiger, völlig tiefenentspannter Trainer. Und der hat nicht allzu viel falsch gemacht. Knapp die Hälfte aller Spiele, die er als Trainer arbeitete, hat er gewonnen, bei einem Viertel spielte er unentschieden. Man kann hier schon sagen, dass er ein Erfolgstrainer ist. Er führte Borussia Mönchengladbach, den FC Augsburg und Hertha BSC aus der Zweiten Bundesliga in die Bundesliga. Und jedes Mal, wenn es mal nicht so lief, haben ihn die Verantwortlichen vor die Tür gesetzt.

Nun war Luhukay seit Februar 2015 anstellungslos. Das liegt auch ein wenig an seinem System. Er gilt ja als Verfechter des „Rumpelfußballs“. Sein System besteht aus einer Viererkette, einer Doppel-Sechs, drei offensiven Mittelfeld-Spielern und einem Mittelstürmer. Wenn das Personal stimmt, wird das wohl weiter sein präferiertes System bleiben. Da sich aber der Fußball in der Zweiten Bundesliga enorm verändert hat, kann niemand davon ausgehen, dass die Mission Wiederaufstieg ein Selbstläufer wird.

Nun braucht der VfB Stuttgart noch irgendwen, der einen vernünftigen Sportdirektor abgeben kann. Ich denke, die Zeit der Experimente sollte vorbei sein. Es gibt Diskussionen darüber, ob ein ehemaliger Spieler wie Karl Allgöwer oder Guido Buchwald oder so in die Pflicht genommen werden sollen. Warum nicht? Wenn sie schon altklug daher schwafeln, können sie auch mitarbeiten. Ich denke unterm Strich, dass da noch mehr der Stahlbesen wüten muss. Der große Kehraus ist noch nicht abgeschlossen. Aber so ist der Verein auf einem guten Weg.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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