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RB Leipzig beim 1. FC Kaiserslautern

Fadenkreuze, Pfiffe, Tritte: für Willi Orban war die Heimkehr in die Pfalz gestern die Mutter aller schweren Spiele. Auch für den Rest von RB Leipzig war das so. Der 1. FC Kaiserslautern empfing unwillig und bösartig den Inbegriff des Fußball-kaputtmachenden Teufels. Dabei kann es mit dem Pfälzer Club ja nur einmal „Rote Teufel“ geben. Entsprechend fand das Spiel vor halbleeren Rängen statt.

Sind das nun Fans, die da in der Pfalz in ein Stadion gehen, wo ein Verein spielt, den es ohne Taschenspielertricks der Landesregierung gar nicht mehr gäbe? Ich meine, wenn sie auf Tradition pochen, was sie ja sollen, und jegliche Daseinsberechtigung einem vor 7 Jahren gegründeten Verein absprechen, weil dieser finanziell unterstützt wird. Noch dazu, wenn die Verantwortlichen von RB Leipzig den Kapitän „wegkaufen“. Abgesehen von der Tatsache, dass das ja gar nicht so war, konnte man schon erwarten, dass das Spiel von Giftigkeit geprägt war.

Wie dem auch sei, das Spiel musste ja stattfinden. Vor etwas mehr als 27000 Zuschauern entfachte sich eine sehr intensive Partie mit Fouls, starkem Heim-Support der pfälzer Fans und einem durch die giftige Atmosphäre teilweise schwer überforderten Schiedsrichter. Willi Orban machte an sich ein vernünftiges Spiel. Er erhielt für zwei kaum pfeifenswerte Aktionen je eine gelbe Karte, die natürlich zum gelbroten Platzverweis führte. Eine knappe halbe Stunde vor Schluss musste er sich nicht mehr die Fadenkreuze mit seinem Gesicht anschauen.

Zu dem Zeitpunkt führte RB Leipzig bereits durch eine blitzsaubere Aktion von Marcel Sabitzer und durch die Vollendung durch Emil Forsberg. RB Leipzig hat sich zu keinem Zeitpunkt beeindrucken lassen, was da im Stadion abging. Ob es das Pfeifkonzert auf den Rängen war, wenn Orban am Ball war, ob es die vielen Fouls und Nickligkeiten der Roten Teufel waren, sie hatten niemals den Gedanken, sich in irgendeiner Weise zu ergeben. Auch nicht, als Diego Demme nach mehreren Fouls eigentlich auch vom Platz gestellt werden musste und dann flugs ausgewechselt wurde.

Der sonst so sympathische Mittelfeld-Akteur war meiner Meinung nach der einzige Spieler von RB Leipzig, dem dieses Spiel zu schaffen machte. Und durch die geschwächte Abwehr wegen des Platzverweises von Willi Orban kamen die Kaiserslauterer immer mehr zu Chancen, was dann auch zu einem sehenswerten Angriff führte und zum Ausgleich durch Przybylko.

Aber am Ende muss man wirklich sagen: Das war unterste Schublade, was da der 1. FC Kaiserslautern zeigte. Das erkennen auch wirklich neutrale Beobachter. Und das Theater, was die Fans im eigenen Stadion veranstaltet haben, kam nun auch nicht zum ersten Mal vor. Witzig ist, dass die Heimfans gestern lieber den Gegner auspfiffen, statt die eigene Mannschaft zu unterstützen. Zwischenzeitlich waren die ca. 400 Fans aus Leipzig gar lauter als die 27000 Heimfans. Nun ja, auch das ist eine Erkenntnis.

Ich konnte hier keinen neutralen Spielbericht verzapfen. Wenn es sogar Reportern und Kommentatoren gestern auffiel, was da in Kaiserslautern ablief, kann man eigentlich Ralf Rangnick nur zustimmen. Denn der Trainer und Sportdirektor von RB Leipzig sagte, dass es sich bei der Veranstaltung der pfälzer Fans um eine „neue Dimension der Geschmacklosigkeit“ gehandelt hätte.

Dass man dem Gastverein nicht unbedingt wohlgesonnen ist, ist gut und schön und auch keiner Diskussion wert. Dass man den zum Gegner gewechselten ehemaligen Kapitän auspfeifen und seinen Ärger zeigen will: Geschenkt. Aber so etwas gehört in keine Sportstätte der Welt:

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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