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RB Leipzig – Dank Leeds United bald ohne Red Bull?

Ostereier stellt man sich ja gemeinhin anders vor. In Sachen Red Bull heißt es, dass der Konzern Leeds United vollständig übernehmen könnte. So unwahrscheinlich das klingt, man muss sich wenigstens mal damit auseinander setzen. Denn die Meldung scheint ziemlich konkret zu sein, die da im Daily Mirror zu finden ist. Muss sich RB Leipzig Sorgen um die Zukunft machen?

Also erst einmal zur Einordnung: Red Bull hat einen florierenden Verein vor der Haustür, den FC Red Bull Salzburg. Dazu gibt es um die Ecke den Kooperationsclub FC Liefering. In der deutschen zweiten Bundesliga spielt der von Red Bull geförderte Verein RB Leipzig. In den USA besitzt der Konzern die New York Red Bulls. Und nun sollen sie darüber nachdenken, den gestrauchelten Ex-Premier-League-Verein Leeds United zu übernehmen.

Hintergrund sei wohl, dass a) Clubchef und Besitzer Massimo Cellino wegen Steuerhinterziehung seine Amtsgeschäfte nicht wahrnehmen kann und b) Red Bull den Club aus West Yorkshire schon seit ungefähr einem Jahr beobachten würde. Es heißt ja immer mal, dass Red Bull auf der Insel Fuß fassen will. Und da dort praktisch jeder Club Besitzer hat, wäre das wohl nicht so schwierig wie in Deutschland. Ich erinnere mich an die „Milton Keynes Dons“, die aus dem altehrwürdigen FC Wimbledon hervorgegangen sind. Der neue Besitzer des bankrott gegangenen Vereins wollte eben nicht mehr in Wimbledon spielen, sondern in einem Nest namens Milton Keynes. Und die Farben sollten sich ändern und all das.

Aber das hatte alles für derart große Empörung im Mutterland des Fußballs gesorgt, dass wohl so etwas, was der Daily Mirror da zusammen schrieb, schwer möglich wäre. Vor allem, wenn man sich überlegt, dass Leeds United umbenannt werden soll. Deren Farben sind Blau und Gelb. Sie werden „die Weißen“ oder „die Pfauen“ genannt. Und das nach der Zwangsauflösung als Leeds City schon seit 1919. Ich meine, das wäre ja fast so, als würde Roman Abramovich den Chelsea FC statt in Blau dann in Lila auflaufen lassen wollen, weil das Wappen seiner Heimatregion Tschukotka lila ist.

Das mag vielleicht alles mit bankrott gegangenen Clubs klappen, aber soweit mir bekannt ist, ist das bei Leeds keinesfalls so. Jetzt muss man auch einordnen, dass der Daily Mirror so etwas wie die BILD in Deutschland ist. Und was von so einem Journalismus zu halten ist, muss jeder selbst einschätzen. Jedenfalls ist es schon seltsam, was da Red Bull vorhaben soll.

Die Leipziger Volkszeitung hat da gleich mal bei der sportlichen Leitung von RB Leipzig herumgefragt. Also Ralf Rangnick wusste nichts davon, dass sich Red Bull sich an einem weiteren Standort engagieren wollen würde. Auch RB Leipzigs Vorstand und „Head of Global Soccer“ (oder so) Oliver Mintzlaff weiß nichts von irgendwelchen weiteren Engagements. Aber der Daily Mirror ging ja noch weiter in seiner Behauptung.

Denn die britische Seite erzählt uns einen, dass Red Bull den Verein RB Leipzig zugunsten von Leeds United verkaufen wollen würde. Also das ist ja schon mal gar nicht möglich. Man kann von den Mitgliederstrukturen im Verein halten, was man will. Aber ein Verein gehört niemandem. Und die ausgegliederten Profis in der Spielbetriebs GmbH? Diese GmbH gehört Stand heute zu 100% dem Verein. Also ist ein Verkauf gar nicht möglich. Auch der FC Red Bull Salzburg ist per se erst einmal ein Verein, der so einfach nicht verkauft werden kann.

Was verkauft werden kann und schon lang immer mal wieder die Runde macht, sind die New York Red Bulls. Das ist ein Fußball-Franchise der Major League Soccer in den USA. Der ehemalige „Empire Soccer Club“, der jahrelang sehr prominent dann „New York / New Jersey Metrostars“ hieß und seit 9 Jahren eben „New York Red Bulls“ heißt, steht im Verdacht, einen neuen Eigentümer zu bekommen. Mir scheint, als ob die Zeit der Müllhalde für alternde Fußballstars aus Europa allmählich abgelaufen ist.

Aber wenn wir mal durchspielen, was das bedeuten würde, wenn sich Red Bull aus Leipzig zurückziehen würde, würden wir eine Entdeckung machen: Red Bull hat die Vereinsgründung voran getrieben, ja. Und sie haben eine Infrastruktur geschaffen, ja. Und sie haben das Zentralstadion als Namenssponsor in Red Bull Arena umbenannt, ja. Vor allem aber investiert Red Bull Unmengen an Geld in das Leistungszentrum, in die Akademie und das Alles. Für Red Bull wäre der Rückzug eine kolossale Geldvernichtung. Für RB Leipzig wäre es sicher auch eine gigantische finanzielle Lücke. Die kann man aber zum Teil durch die gleichwertigen Partner neben Red Bull, nämlich Ur-Krostitzer und Porsche, etwas kompensieren. Und wer weiß, vielleicht würde sich ja die nächste Gelegenheit rasch ergeben. Sponsoren auf jeden Fall. Investoren braucht man hier dann ja nicht.

Für mich sieht das so aus, als ob sich Red Bull eher eine blutige Nase holen würde, wenn sie das Engagement in Leipzig beenden würden, um in der Provinz von West Yorkshire nochmal von vorn anzufangen. Ich denke also, dass weder Red Bull Salzburg (da Heimat von Red Bull) noch RB Leipzig irgendwas befürchten müssen, dass der Hauptsponsor abspringt. Stattdessen werden wohl bald wieder die New York Metrostars aufleben.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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