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RB Leipzig: Das Rupfen der Traditionen

RB Leipzig ist in der Bundesliga wie eine Bombe eingeschlagen. Die Traditionen werden gerupft. Und dabei ist es egal, wer da der Gegner des Teams ist. Und es scheint auch völlig egal zu sein, wer da für RB Leipzig aufläuft. Und das macht am Ende die unglaubliche Stärke des Clubs aus. Die Bundesliga muss sich warm anziehen, wenn gegen das Team von Ralph Hasenhüttl und Ralf Rangnick angetreten werden muss.

Aus gesundheitlichen Gründen habe ich es mir geschenkt, den Heimspiel-Auftakt der „Roten Bullen“ gegen Borussia Dortmund zu besprechen. Unterm Strich können wir aber festhalten, dass es in der Zusammenfassung so aussah, als ob nicht Aufsteiger gegen Titelaspirant, sondern zwei ebenbürtige Mannschaften gegeneinander spielten. Und so war es kein Wunder, dass das einzige Tor des Tages in Zusammenarbeit der Joker Emil Forsberg, Oliver Burke und Naby Keita entstand. Die Joker hatten also gestochen.

Beflügelt von dem Auftritt im ausverkauften Innenstadt-Wohnzimmer, fand natürlich auch die Vorbereitung auf das Duell mit dem „Dino“ statt. Dabei verletzte sich Juwel Lukas Klostermann am Knie und wird die nächsten Monate ausfallen. Sofort kursierten die wildesten Gerüchte, dass RB Leipzig „weil es die Dosenbude kann“ irgendwelche Leute verpflichten würde. Am Ende wurde es dann doch anders. Denn man hat ja Qualität im Kader. Und so vertrat zumindest in Hamburg der Brasilianer Bernardo den Jugend-Nationalspieler.

Und so fuhr man dann gestern mit 19 Spielern an die Alster. Dort wurden die Fans von RB Leipzig von HSV-Fans begrüßt, die einen völlig absurden Protestmarsch durch die norddeutsche Großstadt anzettelten. RB Leipzig würde den Fußball zerstören und all dieser Quatsch. Völlig ungeachtet der Tatsache, dass der Hamburger Sportverein ohne Großinvestor Kühne nicht mehr existieren würde. Man kann dies überschreiben mit dem Glashaus, in dem man sitzt und wo man nicht mit Steinen werfen sollte. Deshalb wurden es auch Eier auf die RB-Fans. Aber das nur am Rande.

Leipzig trat mit Gulacsi im Tor, Bernardo, Orban, Compper und Halstenberg in der Abwehr, Ilsanker und Demme im defensiven Mittelfeld, Keita und Forsberg im offensiven Mittelfeld und Sabitzer und Poulsen im Sturm an. Man kann die erste Stunde eigentlich so zusammenfassen, dass sich viel im Mittelfeld abspielte. Hier und da mal ein Akzent in Richtung Tor, wobei der HSV durchaus Möglichkeiten hatte, in Führung zu gehen. Aber am Ende stand die Abwehr sicher, auch durch Dirigent Marvin Compper und Torhüter Gulacsi.

Nach der Halbzeit-Pause allerdings kam Timo Werner für Naby Keita, und sofort nahm das Spiel von RB Leipzig an Fahrt auf. Werner brachte Geschwindigkeit. Und dann kam es zur grotesken Situation, die das Spiel auf den Kopf stellte. Der einzige gebürtige Leipziger René Adler holte Werner im Strafraum von den Beinen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Forsberg sicher. Und er war es auch, der ein paar Minuten später einen Freistoß für Werner um die Mauer herum auflegte und der Stürmer einnetzte. Das gleiche Gespann kam wieder ein paar Minuten später wieder zum Erfolg. Und Forsberg legte in der Nachspielzeit für Davie Selke dann auch noch auf.

Mann des Spiels war ohne Frage der schwedische Nationalspieler Emil Forsberg. An jedem Tor war er direkt oder indirekt beteiligt. Die zweit wichtigste Figur war für mich aber Timo Werner. Denn mit ihm kam die entscheidende Wende vor 53000 Zuschauern. RB Leipzig war dabei unheimlich effizient. Denn die Norddeutschen hatten etwa doppelt so viel Ballbesitz. Aber RB Leipzig machte die Tore. Dabei ist die Hasenhüttl-Truppe ihrem Stil treu geblieben, den Gegner zu überfallen und zu überrennen. Weder Werner noch Forsberg bekam der „Dino“ in den Griff.

Nach dem Spiel gab es wieder Proteste der Hamburger Fans. Das Absurde dabei war, dass nun nicht mehr der rotweiße Teufel das Ziel war, sondern der HSV selbst. Die Heimmannschaft wurde gnadenlos ausgepfiffen. Und irgendwie habe ich gestern etwas mitbekommen, dass nun Investor Kühne noch mal Geld auspacken soll. Aber auf Investor Dietrich Mateschitz in Leipzig schimpfen. Man merkt irgendwie, wie seltsam diese realitätsferne Traditionsdenke ist. Und da kommt RB Leipzig, die professionell und erfolgreich arbeiten und sich sonst nicht so ernst nehmen. Das ist der Unterschied. Oder?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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