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RB Leipzig – Durchmarsch ist abgesagt

Endlich hat Fußball-Zweitligist RB Leipzig den Durchmarsch durch die Liga abgesagt. Nun kann sich der Club auf den Sport konzentrieren. Endlich! Und das liegt daran, weil der Abstand zu einem Aufstiegsplatz so groß ist, dass man eine unrealistische Punktequote pro Spiel bräuchte, um da ernsthaft eingreifen zu können. Endlich kann sich die Mannschaft wieder nur auf den Fußball konzentrieren.

Vor Saisonbeginn hieß es – ich schrieb es bisweilen – immer, dass man die erste Zweitliga-Saison zur Konsolidierung hernehmen würde. Irgendwann nach den ersten Spielen war man dann aufstiegsgeil. Außer Ex-Trainer Zorniger und viele Spieler wollten eben dann die Verantwortlichen und allen voran Ralf Rangnick einen Durchmarsch. Und es hieß immer, dass man den mitnehmen würde, wenn er sich anböte.

Aber der ist ja nun eigentlich nicht mehr erreichbar. Plötzlich heißt es von Seiten des Herrn Rangnick, dass es sinnlos wäre, über den Aufstieg zu reden. Denn – so rechnete der Fußball-Lehrer vor – man bräuchte wohl eine Punktequote von 2,5 bis Saisonende. Da darf also kein Spiel mehr verloren gehen, es müssten alle Spiele entweder gewonnen oder remis gespielt werden. Und das ist unrealistisch, da dies auch Liga-Primus FC Ingolstadt nicht schafft.

Nun darf die Mannschaft sich also entwickeln und wird nicht mehr durch die Liga geprügelt. Nun dürfen Spielabläufe geübt und Torschüsse trainiert werden. Nun kommt es nicht mehr aufs Gewinnen um jeden Preis an. Nun, da die Blockade nicht mal durch das Winter-Trainingslager gelöst werden konnte, stellt die sportliche Leitung klar, dass es Nonsens ist, über Aufstiege zu reden. Eine ganz tolle Idee. Und Alexander Zorniger hatte immer davor gewarnt, der Mannschaft unnötig viel Druck zuzumuten. Jetzt wird der Druck von der Mannschaft genommen. Aber eben zu spät.

Gut, es ist natürlich denkbar, dass die sportliche Leitung Druck von der Mannschaft nehmen will, um nicht gänzlich chancenlos gegen den VfL Wolfsburg im DFB-Pokal zu sein. Und überall lese ich derzeit, dass das am Montag-Abend stattfindende Ligaspiel in Braunschweig gegen die dortige Eintracht ein Schlüsselspiel sein soll. Und da wäre ein Rucksack voller unerfüllbarer Ziele unnötiger Ballast.

Ich denke, dass Ralf Rangnick in dieser Saison wie kein zweiter für Fehler steht. Neuverpflichtungen, die nicht sonderlich einschlugen. Unsinnige Zielvorstellungen. Eine Trainerdebatte, die er zur Unzeit vom Zaun gebrochen hatte. Eine Mannschaft, die nicht so befreit aufspielt, wie zu Beginn der Saison, weil sie diesen Rucksack mit sich herumschleppt. Das hat alles etwas mit dem Mann aus Backnang zu tun. Und es gibt nicht wenige, die Rangnick durchaus skeptisch sehen.

Wenigstens kann nun das eindeutige Ziel „Durchmarsch“ zu den Akten gelegt werden. Die Mannschaft darf nun endlich so spielen, wie sie es am besten kann, nämlich mit Spielfreude und Schnelligkeit, und nicht auf Ergebnis getrimmt. Das ist die eigentlich gute Nachricht. Und wer weiß, vielleicht hilft das ja auch bei den beiden Schlüsselspielen in Braunschweig und gegen Wolfsburg.

Bildquelle: Vereinslogo von RB Leipzig – (C) RB Leipzig e.V.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „RB Leipzig – Durchmarsch ist abgesagt

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