Skip to main content
IMAG0872

RB Leipzig empfing den 1. FSV Mainz 05

Nachdem die Mainzer unter der Woche in der Europa League derbe haben einstecken müssen, kamen sie gestern dann zum Aufsteiger der Stunde, RB Leipzig. Irgendwas mit Wiedergutmachung wurde proklamiert. Die Leipziger allerdings haben ja nichts zu verlieren, und somit haben sie ganz entspannt die „Mainzelmännchen“ empfangen. Vor ausverkauftem Haus mitten in der Stadt empfing das Leipziger Aushängeschuld für Rambazamba-Fußball die Rheinhessen zum Schlagabtausch.

RB Leipzig trat mit Gulacsi im Tor, Ilsanker, Orban, Compper und Halstenberg in der Abwehr, Demme und Keita im defensiven Mittelfeld, Sabitzer und Forsberg im offensiven Mittelfeld sowie Poulsen und Werner im Sturm an. Unter der Woche war eigentlich Marvin Compper außer Gefecht. Eine Grippe. Und durch die Verletzung von Klostermann-Vertreter Bernardo war ein weiteres Loch aufgerissen, sodass es schon fast ein Puzzle war, die Abwehr zusammenzustellen. Compper wurde aber fit, und Ilsanker vertrat den Klostermann-Vertreter. Also alles wie immer bei RB Leipzig.

Die Leipziger zeigten gleich von Anfang an, warum sie in der Tabelle dort stehen, wo sie stehen. Von der ersten Minute an zelebrierten sie ihren Vollgas-Fußball. So stand es nach 3 Minuten schon 1:0 für die Hausherren, weil die Mainzer völlig überfordert mit dem Highspeed-Fußball zwischen Emil Forsberg und Timo Werner waren.Man sah bei diesem Treffer der Mannschaft an, dass sie nicht zu stoppen sind, wenn sie einmal anlaufen. Da stürzte eine rotweiße Meute auf Torwart Lössl und seine Abwehr zu, und Forsberg bediente Werner mustergültig, der von irgendwo aus dem hinteren Strafraum traf.

In der Folge rannten die Leipziger auf den Mainzer Strafraum ein, als gäbe es kein Morgen. Kamen die Mainzer mal zu einem Angriff, war der Ball schnell abgeluchst. Und dann rannten die Bullen an, ohne Anlauf, ohne Übergang. Dieses Pressing-Spiel macht RB Leipzig immer brandgefährlich für jeden Gegner. Das 2:0 fiel dann so, dass diesmal Werner wie ein Verrückter mit dem Ball losstürmte und von Rechtsaußen Emil Forsberg bediente. Der war – na klar – schneller als Verteidiger Donati und traf damit zum 2:0 nach 21 Minuten. Torwart Lössl konnte einem leid tun, es drohte eine derbe Abreibung.

Die Mainzer fanden keine Mittel, um gegen den rotweißen Orkan anzukämpfen. Man hatte den Eindruck, als hatten sie Sorge vor jedem Pressing-Versuch der Leipziger, dass der Ball gleich wieder weg und hinter Lössl im Netz sein könnte. Die Mainzer mussten auch schon nach einer halben Stunde wechseln, weil sich Serdar verletzte. Aus dem Kein-Angriff-Team wurde ein Vielleicht-Angriff-Team. Der eingewechselte Malli kam kurz nach seiner Einwechslung zu einer guten Chance, die er allerdings in Richtung Stadiondach zimmerte.

Die Leipziger machten unbeeindruckt erstmal weiter mit dem, was sie halt immer tun: Druck, Pressing, Vollgas, Rambazamba. Die Rheinhessen waren bemüht, auch mal Nadelstiche zu setzen. Allerdings missglückte dies auch immer wieder. Wie kurz vor der Pause, als Ilsanker den Ball von Cordoba klaute und sofort den sagenhaften Forsberg irgendwo weiter vorn sehenswert bediente. Der machte die Mainzer Abwehr irre und bediente dann mit großer Übersicht wieder Werner, der nur noch einnetzen musste.

Es drohte, ein bitterer Nachmittag für Martin Schmitt und seine Mannschaft zu werden. Und so reagierte der Schweizer und brachte nach der Halbzeit-Pause Kapitän Bell für den eher farblosen Jairo. Der nominelle Innenverteidiger sollte Ruhe in den Hühnerhaufen bringen. Das klappte ganz gut. Auch weil RB nicht mehr ganz so bösartig unterwegs war. Das Spiel wirkte nicht, als ob ein Aufsteiger gegen einen Europa League Teilnehmer spielen würde. Ersterer beschäftigte die Mainzer Abwehr, und das Geschehen fand weiterhin fast nur vor Lössl statt.

Trainer Hasenhüttl brachte dann Oliver Burke für den heiß gelaufenen Timo Werner. Der Schotte und Forsberg versuchten nochmal ihr Glück, scheiterten jetzt aber. Den Anschlusstreffer besorgte dann Kapitän Bell, den eine durch Hack verlängerte Ecke erreichte. Willi Orban stieg zu spät gegen den Mainzer Riesen auf und war dadurch im Nachteil. Das kleine Sandkorn Hoffnung lugte um die Mainzer Ecke, dass es doch nicht ganz so schlimm in Leipzig werden würde. Aber dafür waren die Rheinhessen auch durch die kräftezehrenden Europa League Wochen einfach etwas zu platt.

Am Ende hieß es 3:1 für RB Leipzig dank einer sensationellen ersten Halbzeit, die gezeigt hat, dass Vollgas-Rambazamba durchaus geplant und erfolgreich sein kann. Ich glaube, die gesamte Liga hat feststellen können, dass es zu keinem Zeitpunkt gegen die Hasenhüttl-Rasselbande einfach werden kann. Und an diesem System arbeitet jeder mit. In der Fernseh-Totalen sah man ganz deutlich, dass einfach mal bei einer Angriffswoge ein RB-Spieler ausreicht, der den Ball stibitzt. Sofort versetzt sich der Rest der Mannschaft wie auf Knopfdruck in die Angriffsbewegung. Und wie gesagt: Das Alles passiert ohne Übergang.

Ob das Alles das Verdienst von Ralph Hasenhüttl ist, kann man nicht sagen. Das Potential der Spieler gibt es jedenfalls her. So eine gnadenlose Zurschaustellung von Hochgeschwindigkeit kann man eben nur zelebrieren, wenn die Spieler auch wie die Hasen seppeln können. Der Knackpunkt in dieser Art Spielsystem ist das defensive Mittelfeld. Ob Naby Keita, Stefan Ilsanker oder Diego Demme: Sie klauen den Gegnern die Bälle und haben dann die Übersicht, den Ball platziert in das Highspeed-Kraftwerk im offensiven Mittelfeld zu ballern. Und dagegen hat noch kein Gegner in der Bundesliga ein wirksames Rezept gefunden.

Mag sein, dass das nicht ewig so weitergeht. Es wäre ja auch etwas surreal. Auch RB Leipzig wird irgendwann verlieren. Ralph Hasenhüttl wirkt immer so, als ob er sagen will, dass noch überhaupt nichts gewonnen wurde, dass seine Jungs immernoch gegen den Abstieg spielen und so etwas. Understatement, Demut und all das schwingt da mit. Und diese ganze Mixtur macht RB Leipzig halt zurzeit so unglaublich unberechenbar und erfolgreich.

Das zeichnet sich auch an den Zuschauerzahlen ab. Das Stadion war wieder ausverkauft. Und jetzt kamen neue Gerüchte hoch, wie es denn künftig mit der Heimspielstätte aussieht. Angeblich wird nun doch neu gebaut, obwohl es auch gestern anders lautende Informationen gab. Jedenfalls soll neben dem Messegelände gebaut werden. Nämlich genau hier:

Erreichbar mit dem Auto über die A14, Abfahrt Leipzig-Messegelände. Oder aus der Stadt heraus auf der Maximilianallee und Messe-Allee. Außerdem fährt dort die Straßenbahn der Linie 16 und ein paar Buslinien. Ob das wirklich so kommt, weiß man natürlich nicht. Dafür müsste erstmal jemand etwas klar und deutlich von sich geben. Wer weiß, vielleicht ist das auch bloß wieder heiße Luft.

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 9 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Ein Gedanke zu „RB Leipzig empfing den 1. FSV Mainz 05

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.