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RB Leipzig empfing den SV Werder Bremen

Wenn es irgendetwas gibt, was man RB Leipzig vorwerfen kann, dann den Umstand, dass sie derzeit niemandem die Chance auf einen Sieg in Leipzig lassen. Das Team um Trainer Hasenhüttl ist einer der erfolgreichsten Bundesliga-Neulinge seit Bestehen des Wettbewerbs. Und langsam fragt man sich, wohin das noch führen soll. Gestern trat nun der SV Werder Bremen in Leipzig an und fuhr mit nichts in der Tasche wieder heim. So ist das nun mal in der Red Bull Arena.

RB Leipzig trat an mit Gulacsi im Tor, Bernardo, Orban, Compper und Halstenberg in der Abwehr, Keita und Demme im defensiven Mittelfeld, Kaiser und Forsberg im offensiven Mittelfeld und Werner und Poulsen im Sturm. Später kam Selke für Werner, Ilsanker für Forsberg und Burke für Poulsen. Alles in allem eine erwartbare Aufstellung, bei der eigentlich nur auf die Verletzten Klostermann und Sabitzer verzichtet werden musste. Damit bot Hasenhüttl eine Mannschaft auf, die eingespielt und erfolgreich ist.

Irgendwie gab der Aufsteiger von Anfang an den Ton an. Allerdings scheiterten sie – wie so oft – an der eigenen Chancenverwertung. Gegen kompakte Bremer und deren Schlussmann kam lange nichts zählbares heraus. Aber RB Leipzig wäre nicht das Team der Stunde, wenn nicht ein klares Konzept stehen würde, was da heißt, den Gegner zu überrennen und keine Chance verloren zu geben und auch auf den zweiten Ball zu spekulieren.

Die Abwehr war gewohnt sicher, was auch an einem sehr gereiften Willi Orban lag. Der organisierte, was das Zeug hielt. Und davor machte Diego Demme das, was er immer tut: Er zerstörte Angriffsbemühungen am laufenden Band. Zudem vollführte RB Leipzig wie so oft ein aggressives Pressing, das eigentlich schon am Bremer Strafraum begann. So erstickten die Leipziger Bremer Angriffe oft im Keim, indem sie einfach zu zweit oder so auf den ballführenden Mann gingen.

Und dann kam die 42. Minute und die Glanztat vom Mann der Stunde, Naby Keita. Der bekam mehr so durch Zufall den Ball. Und da der irgendwie-Noname aus Guinea bei den Bremern nicht so richtig auf dem Zettel war, konnte er die Bremer Abwehr wie beim Slalom umkurven. Er fasste sich ein Herz und umkurvte den schuldlosen Wiedwald und markierte endlich das 1:0 für die Hausherren. So kommt es, wenn man denkt, dass in Leipzig ein fach nur ein Haufen Spieler zusammengekauft wurde, und man nicht daran glaubt, dass in Leipzig wirklich eine ernst zu nehmende Truppe ihr Unwesen treibt.

Nach der Pause spielten aber die Bremer wie die Feuerwehr auf. Retter in höchster Not war hier ein unheimlich starker Vertreter Bernardo für den langzeitverletzten Klostermann. Seine Gegner hießen der Deutsche Gnabry und der Tscheche Gebre Selassie. Allerdings dauerte das Feuerwerk auch nicht ewig, und RB Leipzig bekam die Partie wieder unter Kontrolle. Poulsen und Forsberg prüften Wiedwald, und die Leipziger wurden souveräner.

Allerdings kam dann Davie Selke für Timo Werner und wurde dann neben Keita und Bernardo zum dritten Helden des Spiels. Mit einer butterweichen Flanke bediente er Keita, der aus kurzer Distanz zum 2:0 einköpfte. Allerdings bedienten dann Manneh und Bartels den brandgefährlichen Gnabry, der kurz nach dem zweiten Keita-Treffer wütend zum 2:1 verkürzte. In der Folge beruhigte Hasenhüttl von außen, indem er Stefan Ilsanker für Emil Forsberg brachte und Timo Werner durch Oliver Burke ablöste.

Torwart Wiedwald war dann bei einem Freistoß weit aufgerückt. Er hat also etwas gemacht, was sich gegen die pfeilschnellen Leipziger immer rächen kann. Und der Ball kam zum Österreicher Österreicher Zlatko Junuzovic. Der wurde allerdings abgefangen, woraus ein blitzsauberer Konter begann. Davie Selke rannte los wie die Feuerwehr und wurde von Diego Demme mit einem ganz feinen Ball bedient, den er dann nur noch im leeren Tor unterbringen musste. Damit war der Endstand von 3:1 besiegelt.

RB Leipzig schoss mehr aufs Tor, hat mehr Pässe gespielt, von denen mehr ankamen, hatte mehr Zweikämpfe gewonnen und deshalb das Spiel verdient gewonnen. Das Team wird nun freilich als Tabellen-Zweiter als „Bayern-Jäger Nummer 1“ gehandelt, was natürlich Quatsch ist. Der SC Paderborn war mal als Herbstmeister abgestiegen. Deshalb halten sie in Leipzig alle die Bälle flach. Und das tut gut bei all dem Krakeelen von sonstwo her.

Es war gestern die Show von Naby Keita. So wie ein Spiel schon mal die Show von Emil Forsberg oder von Yussuf Poulsen oder sonstwem war. Es gibt keine Stars hier an der Pleiße, und jeder kann eine überragende Leistung abrufen und ein komplettes Spiel an sich reißen. Das macht RB Leipzig so unberechenbar. Trotzdem haben sie noch überhaupt nichts gewonnen. Abgerechnet wird am 34. Spieltag und nicht vorher.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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